Haglundferse
Zielgerichtete Behandlungskonzepte für eine schmerzfreie Fersenfunktion
Die Haglundferse – medizinisch als Haglund-Exostose bezeichnet – ist eine häufig schmerzhafte, oftmals chronisch verlaufende Erkrankung des Rückfußes. Sie zeichnet sich durch eine knöcherne Vorwölbung am oberen, hinteren Rand des Fersenbeins (Calcaneus) im Bereich des Ansatzes der Achillessehne aus. Beschwerden treten insbesondere bei körperlicher Belastung oder durch das Tragen festen Schuhwerks auf. Hauptsächlich betroffen sind sportlich aktive Menschen sowie Personen, die im Beruf durch Sicherheitsschuhe oder enge Schuhe belastet werden.
Ein grundlegendes Verständnis der anatomischen Verhältnisse ist hilfreich: Das Fersenbein bildet den Ansatzpunkt für die Achillessehne, überträgt die Kraft der Wadenmuskulatur und ist von einem Schleimbeutel (Bursa subachillaris) unterlagert, der die Reibung zwischen Sehne und Knochen mindert. Vergrößerte Knochenanlagerungen in diesem Bereich erhöhen die mechanische Beanspruchung auf Schleimbeutel und Sehne, was zu wiederkehrenden Entzündungen, Schmerzen und Einschränkungen im Alltag führen kann.
Ursachen & Symptome
Auslösende Faktoren und MechanismenDie Entstehung einer Haglundferse ist auf mehrere Ursachen zurückzuführen. Neben genetischen Faktoren, insbesondere individuellen Unterschieden in der Form des Fersenbeins, spielen auch biomechanische Einflüsse eine Rolle. Hohlfußstellungen (Pes cavus) oder Fußfehlstellungen begünstigen eine erhöhte Druckbelastung an der Achillessehne. Verkürzte Wadenmuskulatur oder eine eingeschränkte Flexibilität der Sehne können diesen Effekt verstärken, sodass der Körper auf chronische Überlastung mit Knochenneubildung reagiert.
Externe Faktoren wie das regelmäßige Tragen von Schuhen mit harten Fersenkappen oder Sportarten mit hoher Absatzbelastung führen zu zusätzlichen mechanischen Reizungen. In der Folge können sich Knochenanlagerungen entwickeln, die den Verlauf der Erkrankung weiter fördern und Beschwerden verstärken.

Charakteristisch für die Haglundferse sind belastungsabhängige Schmerzen am hinteren Fersenrand, die häufig nach längerer Aktivität oder in engem Schuhwerk verstärkt auftreten. Zu Beginn äußert sich die Symptomatik oft als Druckgefühl oder Ziehen. Im weiteren Verlauf nehmen Intensität und Dauer der Schmerzen zu und beeinträchtigen alltägliche Bewegungen wie Gehen, Treppensteigen oder sportliche Aktivitäten.
Oft ist eine tast- und sichtbare Vorwölbung an der betroffenen Stelle festzustellen, die druckempfindlich ist. Entzündungszeichen wie Rötung, Schwellung und Überwärmung können zusätzlich auftreten. In fortgeschrittenen Fällen kann die Achillessehne selbst mitentzündet sein, was zu Verhärtung, lokalen Verletzungen oder im Extremfall zu Teilrissen führen kann.
Ein typisches Symptom stellt der sogenannte Anlaufschmerz dar: Insbesondere nach Ruhephasen schmerzt das erstmalige Auftreten stark, lässt nach einigen Schritten meist etwas nach, kehrt aber bei längerer Belastung zurück.
Diagnostik
Die Diagnose der Haglundferse beginnt mit einer detaillierten Erhebung der Krankengeschichte, wobei Art, Dauer und Intensität der Beschwerden sowie auslösende Faktoren sorgfältig erfasst werden. Anschließend prüft die klinische Untersuchung Schwellungen, Druckschmerz und Beweglichkeit von Fuß und Achillessehne. Auch mögliche Fußfehlstellungen werden beurteilt.
Zur Sicherung der Diagnose erfolgt in der Regel eine Röntgenaufnahme des Fußes in Seitenansicht. Diese zeigt das Ausmaß der knöchernen Vorwölbung und typische Veränderungen am Fersenbein. Zusätzliche Winkelmessungen wie der Fowler-Philip-Winkel unterstützen die objektive Bewertung.
Ergänzend kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt werden, um Entzündungen des Schleimbeutels, Ödeme oder Veränderungen der Achillessehne präzise sichtbar zu machen. Die Sonografie (Ultraschall) eignet sich zur strahlenfreien, dynamischen Darstellung oberflächennaher Entzündungen und Sehnenverdickungen.
Fachlich geprüft von:
Dr. Sönke Menkens
Oberarzt