Morbus Crohn

Mit Expertise zu mehr Lebensqualität

Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine chronische Entzündung des Magen-Darm-Traktes. Anders als die Colitis ulcerosa (chronische Entzündung des Dickdarms) kann Morbus Crohn vom Mund bis zum After auftreten, betrifft jedoch meist das Ende des Dünndarms (Ileum) oder den oberen Abschnitt des Dickdarms (Kolon). Hier ist nicht nur die Darmschleimhaut oberflächlich entzündet, sondern alle Schichten der Darmwand. Morbus Crohn ist nicht heilbar, die Krankheitsschübe und Beschwerden können jedoch heute gut therapiert werden.
Unsere Spezialisten für Magen-Darm-Erkrankungen in den Schön Kliniken helfen Ihnen mit der richtigen Diagnose und einer auf Sie zugeschnittenen Therapie, bestmöglich mit Morbus Crohn zu leben und Ihre Lebensqualität zurückzugewinnen.

Fachlich geprüft von Dr. Katja Staade

Wie entsteht Morbus Crohn?

Es gibt bislang keine gesicherte Erkenntnis über die Ursachen für Morbus Crohn. Eine erblich bedingte genetische Veranlagung, ähnlich wie bei der Colitis ulcerosa, scheint eine mögliche Ursache zu sein. Auch Umweltfaktoren und hygienische Verhältnisse im direkten Lebensumfeld haben einen Einfluss auf die Erkrankungswahrscheinlichkeit. Als gesichert gilt, dass Rauchen Morbus Crohn auslösen kann: Wer raucht, hat im Vergleich zu Menschen, die nicht rauchen, ein doppelt so hohes Risiko zu erkranken. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr, wobei die Erkrankung auch bei älteren Menschen noch auftreten kann.
Frau in schwarzem T-Shirt hält sich den Bauch vor Schmerzen

Symptome bei Morbus Crohn

Typische Symptome bei Morbus Crohn sind Bauchschmerzen, die krampfartig und vermehrt im rechten Unterbauch auftreten, sowie über Wochen anhaltender wässriger oder schleimiger Durchfall. Dieser kann zu ungewolltem Gewichtsverlust beitragen. Häufig treten als erste erkennbare Symptome auch Entzündungen außerhalb des Darms, zum Beispiel an Gelenken (extraintestinale Manifestation) auf. In fortgeschrittenem Stadium können sich Fisteln und Abszesse bilden und es kann aufgrund von Engstellen (Stenosen) zu einem Darmverschluss kommen. Zudem liegt häufig ein krankheitsbedingter Nährstoffmangel (Malabsorptionssyndrom) vor.

Wie wird Morbus Crohn festgestellt?

Bei Beschwerden, die auf eine Darmerkrankung schließen lassen, besprechen wir mit Ihnen zunächst Ihre Symptome. In einer ausführlichen Untersuchung tasten wir Ihren Bauchraum ab, um Druckschmerz oder Verhärtungen festzustellen, und untersuchen Sie auf Fisteln und Analfissuren (Risse in der Schleimhaut), die bei Morbus Crohn häufig auftreten. Ein Blutbild liefert uns weitere Anhaltspunkte.
Stützen die Erstuntersuchungen den Verdacht auf Morbus Crohn, werden wir weitere Untersuchungen vornehmen, um die Diagnose zu sichern.

Blutbild und bildgebende Verfahren zur Diagnose

Anhand Ihres Blutbildes können wir feststellen, ob bei Ihnen ein erhöhter Entzündungswert (CRP, C-reaktives Protein), eine bei Morbus Crohn oftmals auftretende Blutarmut (Anämie) oder ein Mangel an Nährstoffen, wie Folsäure, Vitamin D und Vitamin B12, vorliegt. Untersucht wird auch der Gehalt eines Eiweißkörpers im Stuhl (Calprotectin).
Mit Ultraschall untersuchen wir Ihren Magen-Darm-Trakt näher und können feststellen, ob Ihre Darmwand verdickt ist, was bei Morbus Crohn oft vorkommt. Ergänzend führen wir häufig eine Kernspinuntersuchung des Bauchraumes durch (MR-Sellink), bei der man Veränderungen des Darmes recht gut erkennen kann.
Unter Umständen führen wir eine Magenspiegelung durch, da die Erkrankung den gesamten Verdauungstrakt betreffen kann.
Um die Diagnose abzusichern, ist immer eine Darmspiegelung nötig.

Diagnose durch Darmspiegelung absichern

Auf die Darmspiegelung (Koloskopie) können Sie sich in Ruhe vorbereiten und entscheiden, ob Sie den etwa 20- bis 30-minütigen Eingriff im Wachzustand oder unter Kurzzeitnarkose durchführen lassen möchten.
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Die Untersuchung nehmen wir vor, um Gewebeveränderungen an Ihrer Darmschleimhaut zu finden, die charakteristisch für Morbus Crohn sind. In einem solchen Fall entnehmen wir mithilfe eines Endoskops eine kleine Gewebeprobe (Biopsie), die im Labor untersucht wird und oftmals eine Abgrenzung zu Colitis ulcerosa ermöglicht. Auch sind bei Morbus Crohn nur kurze (segmentale) Darmabschnitte betroffen. Fisteln und verengte Stellen im Darm treten häufig bei Morbus-Crohn-, jedoch selten bei Colitis ulcerosa auf.
Nach der gesicherten Diagnose können wir die individuell optimale Therapie für Sie festlegen, um Ihre Beschwerden effektiv zu lindern.

Frau schneidet mit Messer frisches Gemüse auf Holzbrett in heller Küche, Fokus auf Hände und gesunde Ernährung

Therapien für mehr Lebensqualität

Morbus Crohn ist bislang nicht heilbar, kann jedoch gut therapiert werden. Ziel ist dabei, Ihre Lebensqualität zu verbessern, Ihre Beschwerden zu mildern und Entzündungsprozesse aufzuhalten. Neben Ernährungsempfehlungen stellen Medikamente einen wichtigen Baustein in der Therapie dar, um Ihre Erkrankung in möglichst lange andauernde Ruhephasen (Remission) zu versetzen.
Im Fall von Fisteln, Abszessen oder darmverschließenden Engstellen, die mögliche Komplikationen darstellen, ist jedoch eine Operation notwendig.

Therapie mit Medikamenten und Ausgleich von Nährstoffmangel

Wir können Ihren Morbus Crohn medikamentös meist recht gut behandeln, sowohl bei akuten Schüben als auch zur Vorbeugung. Welche Medikamente infrage kommen, richtet sich nach der Intensität sowie der Stelle der Entzündung. Darüber hinaus unterscheiden wir zwischen Medikamenten, die einen akuten Schub mildern, und solchen, die neuen Schüben vorbeugen sollen. Zum Einsatz kommen insbesondere Kortison sowie Kortisonabkömmlinge wie Budesonid oder Prednisolon, Sulfasalazin, Azathioprin, Antikörper wie Infliximab oder Methotrexat (MTX). Zusätzlich können weitere Medikamente verschrieben werden, um Nebenwirkungen wie beispielsweise Sodbrennen, zu lindern.
Da Morbus Crohn häufig zu einem Nährstoffmangel führt, kontrollieren wir regelmäßig Ihre Blutwerte, um einen vorliegenden Mangel frühzeitig ausgleichen zu können.
 

Operative Maßnahmen

Eine Operation bei Morbus Crohn ist in bestimmten Situationen notwendig und sinnvoll. Kann die Erkrankung mit Medikamenten langfristig nicht ausreichend therapiert werden, muss als Ursache der Beschwerden der betroffene Darmabschnitt operativ entfernt werden. Auch wenn Sie unter Fisteln oder Abszessen im Darm leiden, hilft eine Operation. Liegt bei Ihnen ein Darmverschluss (Ileus) aufgrund von verengten Darmbereichen vor, muss ebenfalls operiert werden.
Ganz wichtig ist uns die enge Abstimmung zwischen Gastroenterologie und Chirurgie. Nur bei optimaler zeitlicher Abstimmung der einzelnen Therapiekomponenten kann man gute Behandlungsergebnisse erzielen.
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) gehören zu den anspruchsvollsten Gebieten der Bauchchirurgie. Unsere Experten für Magen-Darm-Erkrankungen der Schön Kliniken verfügen über langjährige Erfahrung in diesem Bereich. Dies belegt auch die Zertifizierung einiger unserer Kliniken als Kompetenzzentrum für minimalinvasive Chirurgie durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) sowie die Chirurgische Arbeitsgemeinschaft für Minimal-Invasive Chirurgie. Damit können Sie sich auch im Fall einer nötigen Operation auf die Expertise unseres Behandlerteams verlassen.
 

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