Epilepsie

Epileptischer-Anfall-kommt-ueberraschend | ©

Für ein Leben ohne Anfälle

Im menschlichen Gehirn entsteht durch das Zusammenwirken von ca. 20 Milliarden Nervenzellen unser Denken, Bewegen, Fühlen und unsere Wahrnehmung. Alle diese Funktionen des Gehirns können während eines epileptischen Anfalls einzeln oder kombiniert gestört sein. Von außen wird oft nur eine besondere Bewegung beobachtet. Die Störung einer Sinneswahrnehmung oder des Bewusstseins kann im Einzelfall nur der Betroffene selbst angeben. 

Man kann eine Epilepsie jedoch gut behandeln und in sehr vielen Fällen ausheilen.

Unsere Neurologen in der Schön Klinik sind auf die Therapie von Epilepsien spezialisiert. Mit wirksamen Methoden verhelfen wir Ihnen zu mehr Lebensqualität.

Ursachen & Symptome

Epilepsie – was ist das eigentlich?

Die Epilepsie ist eine chronische Erkrankung, die vom Gehirn ausgeht und in jedem Lebensalter, besonders aber im Kindesalter, auftreten kann. Ein großer Teil der kindlichen Epilepsien hört von selbst mit der Pubertät auf. 

Bei allen Epilepsien kommt es von Zeit zu Zeit ohne erkennbare Ursache zu epileptischen Anfällen. Diese werden durch plötzlich auftretende, kurzzeitige Funktionsstörungen des Gehirns hervorgerufen. 5 % aller Menschen erleben einmal im Leben einen epileptischen Anfall. Sie haben jedoch in den meisten Fällen keine Epilepsie, sondern einen sogenannten Gelegenheitsanfall. 

In der Regel dauern epileptische Anfälle einige Sekunden oder wenige Minuten und hören ohne Behandlung von alleine wieder auf. Selten hält ein Anfall länger als 20 Minuten an („Anfalls-Status“).

Von einer Epilepsie spricht man erst, wenn mindestens zwei epileptische Anfälle aufgetreten sind, die nicht durch eine unmittelbar vorangehende erkennbare Ursache ausgelöst wurden. 

Man unterscheidet zwei Gruppen von Anfällen:

  • Herdförmige Anfälle
    Sie betreffen nur einen Teil des Gehirns, das Bewusstsein bleibt erhalten
  • Generalisierte Anfälle
    Sie umfassen beide Hirnhälften gleichzeitig, das Bewusstsein setzt aus

Der sogenannte sekundär-generalisierte Anfall beginnt in einer Hirnregion und breitet sich auf das gesamte Gehirn aus. In einem solchen Fall kann sich der Betroffene oft an den Beginn seines Anfalls erinnern. Für die richtige Therapie-Entscheidung ist es wichtig, den Anfallsablauf genau zu kennen.

Ursachen: Wie entsteht eine Epilepsie?

Jedes Gehirn kann mit einem Anfall reagieren, wenn es intensiv gereizt wird, zum Beispiel durch hohes Fieber, Übermüdung oder eine Gehirnverletzung. Auch eine Vergiftung, eine Entzündung oder Alkohol können einen Anfall auslösen.

Bei der Epilepsie, also wiederholten Anfällen ohne erkennbare Auslöser, kommen als Ursachen Schädigungen oder auch Entzündungen des Gehirns in Frage. Auch Störungen der Hirnreifung während der Schwangerschaft oder Geburtskomplikationen können ursächlich sein. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen Unfälle und Gehirntumore als Epilepsie-Ursachen im Vordergrund. Bei erwachsenen und älteren Menschen spielen Durchblutungsstörungen und Schlaganfälle oder Abbauprozesse im Gehirn eine vorrangige Rolle. Oft bleiben die Ursachen einer Epilepsie jedoch unklar.

Jüngste Forschungen deuten darauf hin, dass eine Epilepsie auch vererbt werden kann.

Symptome: Anzeichen einer Epilepsie

Es gibt verschiedenste Anzeichen für eine Epilepsie. Diese können im Laufe der Erkrankung auch wechseln. 

Häufige Anzeichen:

  • Kurze Bewusstseinspausen
  • Plötzliches Zusammenzucken des Körpers bei Säuglingen
  • Gesichtszuckungen und Sprechschwierigkeiten im Kindesalter
  • Bewusstlosigkeit, Versteifen, Zucken der Arme und Beine
  • Fieberkrämpfe
  • Speziell bei Kindern: Teilleistungsstörungen, schwere Störungen des Verhaltens oder der Intelligenz, Sprachverlust

Diagnostik

Diagnose: So stellen wir eine Epilepsie fest

Für eine exakte Diagnose führen wir mit Ihnen ein ausführliches Gespräch, bei dem es uns vor allem auf eine detaillierte Anfallsbeschreibung ankommt. Hinzu kommen verschiedene neurologische Untersuchungen. 

Neurologische Untersuchungen

Zu unserem Untersuchungs-Spektrum gehören:

  • Elektroenzephalografie (EEG): Messung der Hirnstromkurve 
  • Magnetresonanztomografie (MRT): Messung in einem starken elektromagnetischen Feld
  • Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und Single-Photonen-Emissions-Computer-Tomografie (SPECT): Messung der Hirndurchblutung und der Hirnstoffwechsel durch die Gabe von radioaktiven Stoffen 
  • Blutuntersuchungen 
  • Lumbalpunktion: Entnahme von Nervenwasser zum Ausschluss anderer Erkrankungen, die ebenfalls einen Anfall auslösen können
  • Epilepsie-Monitoring: 24 Stunden mal 8 Tage wird ein EEG geschrieben, zusätzlich zeichnet eine Videokamera die Anfälle auf