Analfistel

Wir lindern Ihre Symptome und Schmerzen

Analfisteln sind röhrenförmige, entzündliche Verbindungen zwischen Drüsen am Ende des Verdauungstraktes und der Haut. Sie entstehen in der Folge von Analabszessen (Eiteransammlungen) und können sehr schmerzhaft sein. Die Therapie ist immer chirurgisch.

In den Schön Kliniken sind wir auf die Behandlung von Analfisteln und Analabszessen spezialisiert. Wir haben verschiedene Therapie-Methoden zur Verfügung, um Sie von den schmerzhaften Fisteln zu befreien.

Fachlich geprüft von Dr. Katja Staade

Was sind Analfisteln?

Analfisteln sind röhrenförmige, entzündliche Verbindungen zwischen Drüsen am Ende des Verdauungstraktes und der Hautoberfläche in der Umgebung des Analkanals. Diese Überbleibsel aus der Entwicklungsgeschichte sind beim Menschen nur ansatzweise (rudimentär) angelegt und wurden erstmals 1880 von Hermann und Desfosses beschrieben. Man nennt sie auch Proktodealdrüsen.

Betroffen von Analfisteln sind besonders Erwachsene zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, Männer dreimal häufiger als Frauen. Die Inzidenz liegt bei circa 8,6 pro 100.000 Personen, es handelt sich also um ein recht häufiges Krankheitsbild.
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Analfistel: Ursachen der Erkrankung

Über einen Ausführungsgang sind die Drüsen, die sich am Übergang vom Enddarm zum Schließmuskel befinden, mit dem Darm verbunden. Wenn sie sich entzünden, kann es zur Ausbildung eines Abszesses kommen, der sich in Richtung des geringsten Widerstandes ausbreitet. Er verläuft häufig zwischen dem inneren und dem äußeren Schließmuskel (intersphinktär) und erreicht schließlich die Haut. Proktodealdrüsen liegen vor allem im hinteren Bereich des Schließmuskelsystems und daher finden sich auch die meisten Analfisteln dort. Der Analabszess ist von einer Membran umgeben, die als Abszesskapsel bezeichnet wird. Die entstandene Verbindung nach außen ist die eigentliche Fistel. Man betrachtet heute den Analabszess als das akute Krankheitsbild, die Fistel ist die chronische Verlaufsform.

Fast 90 Prozent der Analfisteln entstehen aus Proktodealdrüsen. Unter den übrigen Ursachen sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen an erster Stelle zu nennen. Vor allem Betroffene mit einem Morbus Crohn können Analfisteln entwickeln (5 bis 40 %), bei der Colitis ulcerosa sind Analabszesse seltener. Weitere Ursachen sind bakterielle Infektionen (Tuberkulose, Aktinomykose), immunsupprimierende Erkrankungen (HIV, Leukämie) sowie operative Behandlungen des Beckenbodens oder der Scheide.

Analfistel: Symptome der Erkrankung

Üblicherweise ist das erste Anzeichen für eine Analfistel ein starkes Schmerzempfinden, gefolgt von einer oft eitrigen Sekretion aus der Fistelöffnung. In vielen Fällen kommt es auch zu Fieber und äußeren Entzündungszeichen (Rötung, Überwärmung, Schwellung, Perforation). Das Krankheitsbild reicht bis hin zur Sepsis (Blutvergiftung). Manchmal hört die Sekretion wieder auf, nach kurzer Zeit baut sich erneut Druck auf, der sich durch Schmerzen bemerkbar macht, und bei erneuter Sekretion aus der Fistelöffnung nachlässt.

Diagnose: So stellen wir Analfisteln fest

Analfisteln werden zunächst mit einfachen Mitteln diagnostiziert, nämlich durch Abtasten und gegebenenfalls mit einer kleinen Sonde. Manchmal kann der Verlauf der Fistel als Strang getastet werden. Nur bei einem Drittel der Fälle ist im akuten Entzündungsstadium bereits eine innere Fistelöffnung vorhanden. Daher ist nach etwa sechs Wochen eine proktologische Untersuchung erforderlich. Ergänzend wird in manchen Fällen der transanale Ultraschall eingesetzt (Endosonografie). In bestimmten Fällen ist eine MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomografie) sinnvoll.
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Analfistelbehandlung

Analfisteln werden immer chirurgisch, also durch eine Operation, therapiert. Die Chirurginnen und Chirurgen der Schön Kliniken verfügen über umfangreiche klinische Erfahrung und wissenschaftliche Kompetenz bei verschiedenen Operationsmethoden zur Behandlung von Analfisteln. Wo immer möglich, werden schonende Operationsverfahren angewendet, die eine zügigere Nachbehandlung ermöglichen. Eine besondere Expertise bei der Behandlung von Analfisteln besitzen die Schön Kliniken bei aufwendigen Rekonstruktionen der inneren Darmwand zum Fistelverschluss unter Erhalt des Schließmuskelsystems.

Operative Behandlungsmethoden

Grundsätzliche Ziele der operativen Therapie sind, die Analfistel beziehungsweise den Abszess zu eröffnen, den Sekretabfluss sicherzustellen und dadurch die Schmerzen zu beseitigen. In manchen Fällen kann beim Ersteingriff der Verlauf einer Fistel mit einer Knopfsonde abgeklärt werden. Nur bei sehr weit unten gelegenen Analfisteln gelingt beim Ersteingriff die definitive Sanierung. Alle anderen Befunde, bei denen eine weitergehende Maßnahme zu einer Beeinträchtigung der Kontinenzleistung führen könnte, werden beim Ersteingriff oder auch später häufig zunächst mit einer sogenannten Fadendrainage versorgt (Seton-Technik). Die Umgebungsreaktion kann so ungestört abklingen, um die Fadendrainage selbst (meist ein Kunststoffzügel) bildet sich eine bindegewebige Narbe beziehungsweise Fistel.

Definitive Therapie

Bei der definitiven Therapie kommen folgende an die jeweilige anatomische Situation angepasste Operationsverfahren zum Einsatz. Ziel dabei ist immer, das gesamte Fistelgewebe zu entfernen und den Schließmuskelapparat nur so wenig wie möglich zu schädigen.

Die Fistulotomie (Lay-open-Technik, Spaltmethode) ist ganz weit unten gelegenen Fisteln vorbehalten. Dabei werden das Fistelgewebe und die Muskulatur gespalten. Höchstens die untere Hälfte des inneren Schließmuskels sollte davon betroffen sein. Die Rückfallraten liegen unter zehn Prozent. Kontinenzstörungen sind allenfalls gering und passager.
Höher gelegene Analfisteln werden mit zwei unterschiedlichen Operationstechniken therapiert:

Entweder werden sie mikrochirurgisch entfernt, die innere Fistelöffnung wird vernäht und mit einem lokalen Verschiebelappen aus der Enddarmwand gedeckt (Flap-Technik). Eine unmittelbare Nahtundichtigkeit tritt in bis zu zehn Prozent der Fälle auf, die Rückfallraten werden zwischen fünf und 30 Prozent angegeben. Diskrete Kontinenzstörungen sind in bis zu 40 Prozent zu erwarten, höhergradige jedoch nur in Einzelfällen.

Oder es wird ‒ alternativ ‒ die Schließmuskulatur über der Fistel durchtrennt, das Fistelgewebe komplett entfernt und die Muskulatur primär rekonstruiert.
Fisteln können in bestimmten Fällen mit Fibrinkleber oder einem konisch geformten Implantat aus natürlichem Gewebe verschlossen werden. Nachteilig ist hier aber die hohe Rezidivrate.
Sonderformen sind rektovaginale beziehungsweise anovaginale Analfisteln, also Fisteln zwischen dem Enddarm oder dem Analkanal und der Scheide. Wegen ihrer besonderen anatomischen Lage sind hier meist plastische Operationsverfahren erforderlich. Die Rückfallraten sind deutlich höher.

Sekundäre Fisteln bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) sind häufig komplexe Fistelsysteme, die eine hohe Rückfallquote haben und deswegen oft mit Fadendrainagen versorgt werden.

Gezielte Nachbehandlung bei Analfisteln

Nach einer Operation reinigen die Betroffenen die Afterregion für einige Zeit durch Ausspülen mit reichlich Wasser, bis die Wundheilung abgeschlossen ist. Weitere Maßnahmen oder Salben sind in aller Regel nicht erforderlich.

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