Analfistel
Wir lindern Ihre Symptome und SchmerzenAnalfisteln sind röhrenförmige, entzündliche Verbindungen zwischen Drüsen am Ende des Verdauungstraktes und der Haut. Sie entstehen in der Folge von Analabszessen (Eiteransammlungen) und können sehr schmerzhaft sein. Die Therapie ist immer chirurgisch.
In den Schön Kliniken sind wir auf die Behandlung von Analfisteln und Analabszessen spezialisiert. Wir haben verschiedene Therapie-Methoden zur Verfügung, um Sie von den schmerzhaften Fisteln zu befreien.
Fachlich geprüft von Dr. Katja Staade
Was sind Analfisteln?
Betroffen von Analfisteln sind besonders Erwachsene zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, Männer dreimal häufiger als Frauen. Die Inzidenz liegt bei circa 8,6 pro 100.000 Personen, es handelt sich also um ein recht häufiges Krankheitsbild.

Analfistel: Ursachen der Erkrankung
Über einen Ausführungsgang sind die Drüsen, die sich am Übergang vom Enddarm zum Schließmuskel befinden, mit dem Darm verbunden. Wenn sie sich entzünden, kann es zur Ausbildung eines Abszesses kommen, der sich in Richtung des geringsten Widerstandes ausbreitet. Er verläuft häufig zwischen dem inneren und dem äußeren Schließmuskel (intersphinktär) und erreicht schließlich die Haut. Proktodealdrüsen liegen vor allem im hinteren Bereich des Schließmuskelsystems und daher finden sich auch die meisten Analfisteln dort. Der Analabszess ist von einer Membran umgeben, die als Abszesskapsel bezeichnet wird. Die entstandene Verbindung nach außen ist die eigentliche Fistel. Man betrachtet heute den Analabszess als das akute Krankheitsbild, die Fistel ist die chronische Verlaufsform.
Fast 90 Prozent der Analfisteln entstehen aus Proktodealdrüsen. Unter den übrigen Ursachen sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen an erster Stelle zu nennen. Vor allem Betroffene mit einem Morbus Crohn können Analfisteln entwickeln (5 bis 40 %), bei der Colitis ulcerosa sind Analabszesse seltener. Weitere Ursachen sind bakterielle Infektionen (Tuberkulose, Aktinomykose), immunsupprimierende Erkrankungen (HIV, Leukämie) sowie operative Behandlungen des Beckenbodens oder der Scheide.
Analfistel: Symptome der Erkrankung
Diagnose: So stellen wir Analfisteln fest


Analfistelbehandlung
Operative Behandlungsmethoden
Definitive Therapie
Bei der definitiven Therapie kommen folgende an die jeweilige anatomische Situation angepasste Operationsverfahren zum Einsatz. Ziel dabei ist immer, das gesamte Fistelgewebe zu entfernen und den Schließmuskelapparat nur so wenig wie möglich zu schädigen.
Die Fistulotomie (Lay-open-Technik, Spaltmethode) ist ganz weit unten gelegenen Fisteln vorbehalten. Dabei werden das Fistelgewebe und die Muskulatur gespalten. Höchstens die untere Hälfte des inneren Schließmuskels sollte davon betroffen sein. Die Rückfallraten liegen unter zehn Prozent. Kontinenzstörungen sind allenfalls gering und passager.
Höher gelegene Analfisteln werden mit zwei unterschiedlichen Operationstechniken therapiert:
Entweder werden sie mikrochirurgisch entfernt, die innere Fistelöffnung wird vernäht und mit einem lokalen Verschiebelappen aus der Enddarmwand gedeckt (Flap-Technik). Eine unmittelbare Nahtundichtigkeit tritt in bis zu zehn Prozent der Fälle auf, die Rückfallraten werden zwischen fünf und 30 Prozent angegeben. Diskrete Kontinenzstörungen sind in bis zu 40 Prozent zu erwarten, höhergradige jedoch nur in Einzelfällen.
Oder es wird ‒ alternativ ‒ die Schließmuskulatur über der Fistel durchtrennt, das Fistelgewebe komplett entfernt und die Muskulatur primär rekonstruiert.
Fisteln können in bestimmten Fällen mit Fibrinkleber oder einem konisch geformten Implantat aus natürlichem Gewebe verschlossen werden. Nachteilig ist hier aber die hohe Rezidivrate.
Sonderformen sind rektovaginale beziehungsweise anovaginale Analfisteln, also Fisteln zwischen dem Enddarm oder dem Analkanal und der Scheide. Wegen ihrer besonderen anatomischen Lage sind hier meist plastische Operationsverfahren erforderlich. Die Rückfallraten sind deutlich höher.
Sekundäre Fisteln bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) sind häufig komplexe Fistelsysteme, die eine hohe Rückfallquote haben und deswegen oft mit Fadendrainagen versorgt werden.
Gezielte Nachbehandlung bei Analfisteln
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