Herzinfarkt
Beste Therapie, um Folgeschäden gering zu haltenDie gute Nachricht: Seit vielen Jahren ist die Zahl der Sterbefälle aufgrund eines Herzinfarktes und deren relative Häufigkeit in Deutschland rückläufig. Dennoch erleiden in Deutschland immer noch etwa 250.000 Menschen jährlich einen Herzinfarkt.
In den Schön Kliniken bieten Ihnen unsere Spezialisten der Herzinfarkt-Spezialstation eine umfassende Therapie: von der ersten Notfallversorgung bis zur Überleitung in die Rehabilitation.
Fachlich geprüft von Prof. Dr. Peter Radke
Was ist ein Herzinfarkt?
Man unterscheidet drei Arten eines Herzinfarkts:
- instabile Brustschmerzen („Vorstufe“ des Infarkts)
- Herzinfarkt ohne typische EKG-Veränderungen
- Herzinfarkt mit typischen EKG-Veränderungen

Herzinfarkt: Ursachen, die dazu führen können
Die Herzattacke kommt nicht aus heiterem Himmel, sondern hat eine Vorgeschichte. Voraus geht dem Herzinfarkt eine sogenannte Arteriosklerose der Herzkranzgefäße: Diese sind durch fetthaltige, teilweise verkalkte Ablagerungen an den Gefäßwänden mehr oder weniger verengt. An den beschädigten Stellen der Gefäßwand lagern sich Blutplättchen ab und bilden schließlich ein Blutgerinnsel. Sie verstopfen das Gefäß allmählich, sodass kein Blut mehr hindurchfließen kann. Ein Teil der Herzmuskulatur wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt – ein akuter Herzinfarkt ist die Folge.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Übergewicht
- Bluthochdruck
- erhöhte Blutfettwerte
- Zuckererkrankung
- Bewegungsmangel
Hoher Blutdruck führt dauerhaft zu einer Verdickung und Versteifung des Herzmuskels, was die Pumpleistung des Herzens beeinträchtigt. Besonders die linke Herzkammer ist nicht mehr elastisch genug, um sich ausreichend mit Blut zu füllen.
Beim „großen“ Herzinfarkt ist die Ursache ein vollständiger Gefäßverschluss. Beim „kleinen“ Herzinfarkt ist der Gefäßverschluss unvollständig.
Von akutem Herzinfarkt sind vor allem Männer betroffen.
Herzinfarkt-Symptome: häufige Anzeichen
Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass sich ein Herzinfarkt bei rund 80 Prozent der Männer und Frauen durch einen 20 Minuten anhaltenden und meist starken Schmerz im Brustbereich bemerkbar macht. Bei den meisten Betroffenen strahlen diese in den linken Arm aus. Darüber hinaus schüttet der Körper die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin sowie das gefäßverengende Angiotensin aus. Die Pumpfunktion des Herzens wird durch Herzrasen zusätzlich erschwert.
Weitere mögliche Begleiterscheinungen:
- Schwächegefühlkalter
- Schweiß
- Blässe
- Übelkeit
- Erbrechen
Fallen mehr als 30 Prozent der Herzmuskulatur aus, kommt es in der Regel zu Herzversagen. Bei Menschen mit Diabetes kann der Infarkt stumm, also ohne die typischen Schmerzsymptome verlaufen. Dann klagen Betroffene eher über Luftnot.
Wenn sich das Blut aufgrund der verminderten Pumpleistung in den Lungen staut, kann sich im Lungengewebe Flüssigkeit ansammeln. Der Gasaustausch wird behindert, sodass zu wenig Sauerstoff aufgenommen wird. Die lebensbedrohliche Flüssigkeitsansammlung wird als Lungenödem bezeichnet. Wird die Lunge abgehört, fällt dann ein blubberndes Geräusch auf.
Diagnose: So wird ein Herzinfarkt festgestellt
Ein sicheres Hilfsmittel zur Diagnosestellung ist das Elektrokardiogramm (EKG), mit dem sich die Herzstromkurve messen lässt. Unsere Ärztinnen und Ärzte können so mit hoher Wahrscheinlichkeit feststellen, ob ein Verschluss eines Herzkranzgefäßes vorliegt. Das EKG kann auch Hinweise auf einen zurückliegenden Herzinfarkt liefern. Sind die Beschwerden oder auch das Ergebnis des EKGs nicht eindeutig, werden spezielle Laborwerte („Troponine“) gemessen, die einen Herzinfarkt ausschließen können. In diesem Fall kann neben dem Ruhe-EKG auch eine Belastungsuntersuchung (zum Beispiel Belastungs-EKG) durchgeführt werden, um die Wahrscheinlichkeit für eine koronare Herzkrankheit abzuschätzen.
Allerdings können nicht alle Herz-Patientinnen und -Patienten mit dieser Methode richtig beurteilt werden. Deshalb werden bei Frauen mit einem auffälligen Belastungs-EKG weiterführende Diagnose-Maßnahmen durchgeführt. Eine Möglichkeit ist die Stress-Echokardiografie: Hier wird eine Ultraschalluntersuchung am Herzen gemacht, während sich die Betroffenen körperlich betätigen. Dabei lassen sich Bewegungsstörungen und -ausfälle der betroffenen Herzanteile erkennen. Andere Verfahren, die wir anwenden, sind die Magnetresonanztomografie (MRT) sowie die Computertomografie des Herzens.


Bei uns bekommen Sie schnelle Herzinfarkt-Behandlung
Erste Notfallversorgung
Herzinfarkttherapie: je nach Art des Infarkts
Beim „großen“ Herzinfarkt mit typischen EKG-Veränderungen, die auf einen akuten Gefäßverschluss hinweisen, sollte die Herzkatheterbehandlung möglichst unverzüglich und unbedingt innerhalb von 90 bis maximal 120 Minuten erfolgen.
Der Einsatz des Herzkatheters beim „kleinen“ Herzinfarkt oder bei instabilen Brustschmerzen hängt von den Beschwerden und möglichen Risikofaktoren ab. Bei fortbestehenden Beschwerden sollte sofort eine Herzkatheteruntersuchung erfolgen. Bei nur geringem Risiko kann der Eingriff auch noch in einem Intervall von maximal ein bis zwei Tagen durchgeführt werden.
Mithilfe des Herzkatheters können wir nach der Wiedereröffnung eines Gefäßes auch Stents (Gefäßstützen) implantieren. Diese erweitern das verschlossene Gefäß und halten es offen. Dadurch führen sie zu einer Normalisierung des Blutflusses. In seltenen Fällen – zum Beispiel bei sehr schwerem Befall aller drei Herzkranzgefäße oder des linken Hauptgefäßes – wird statt einer Herzkatheterbehandlung eine Bypassoperation durchgeführt. Über die im Einzelfall beste Behandlungsstrategie entscheiden die Herzspezialisten. Unser Ziel ist es immer, einen dauerhaften Schaden am Herzmuskel zu vermeiden oder so gering wie möglich zu halten.
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