Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans)

Tief-sitzender-Rueckenschmerz

Die Entzündung eindämmen, Schmerzen lindern

Der Schmerz sitzt ganz tief im Rücken. Vor allem in Ruhe, nachts oder am frühen Morgen meldet er sich. Strecken, dehnen und ein wenig laufen – Bewegung hilft Patienten mit Morbus Bechterew in den meisten Fällen. Die Müdigkeit und das Gefühl, steif zu werden, bleiben. 

Unsere spezialisierten Ärzte in der Schön Klinik haben große Erfahrung mit diesem Krankheitsbild. Mit verschiedenen wirksamen Therapien helfen wir Ihnen, Ihre Beschwerden zu lindern, schwere Verläufe zu vermeiden und besser mit der versteifenden Wirbelentzündung zu leben. Sollte dennoch eine operative Therapie in Betracht gezogen werden, sind Sie in erfahrenen und routinierten Händen

Ursachen & Symptome

Ursachen: Wie entsteht Morbus Bechterew?

Morbus Bechterew entsteht durch eine krankhafte Immunreaktion des eigenen Körpers. Die genaue Ursache hierfür ist noch nicht erforscht. Fest steht jedoch: Die Abwehrzellen des Immunsystems richten sich dabei gegen sich selbst. Statt gegen fremde Krankheitserreger kämpft der Körper gegen eigene Zellen und erkennt diese als „krank“. Ein nicht enden wollender Prozess kommt in Gang – beginnend in den Gelenkkapseln,  Gelenken, Sehnenansätzen und Knorpelgewebe. Es entstehen chronische Entzündungen. Gewebe wie Knorpel und Knochen werden vom eigenen Körper dauerhaft beschädigt, es kann auch zu Verknöcherungen von Gelenken kommen. 

Das Gen HLA-B27 steht stark im Verdacht, Mitauslöser von Morbus Bechterew zu sein. Aktuelle Forschungsergebnisse lassen darauf schließen, dass das Gen direkt an den entzündlichen Prozessen beteiligt ist. Ebenfalls werden bestimmte Bakterien als Auslöser von Morbus Bechterew diskutiert. Eine gewisse Anfälligkeit für die Bechterew`sche Erkrankung ist vererbbar. Eine solche stellt das HLA-B27-Antigen dar, eine genetische Mitursache gilt somit als gesichert. Allein das Vorhandensein 

von HLA-B27 bedeutet aber noch nicht, dass man auch tatsächlich an Morbus Bechterew erkrankt. Dazu sind weitere Ursachen erforderlich. Bestimmte Bakterien werden zum Beispiel als Mitauslöser von Morbus Bechterew diskutiert, sodass eine Infektion das eigene Abwehrsystem zu einer überschießenden Auto- Immun-Reaktion reizen kann. 

Die möglichen Verläufe der Erkrankung sind extrem unterschiedlich: von leichten Formen mit nur gelegentlichen und wechselnden Beschwerden bis hin zu schweren Verläufen mit chronisch, sich auch auf andere Bereiche der Wirbelsäule und periphere Gelenke ausweitenden Entzündungen und Verknöcherung dieser Strukturen.

Morbus Bechterew: Symptome, die auf eine Erkrankung hinweisen

Typisch ist der tief sitzende Rückenschmerz und Gesäßschmerz. Bei oder nach langen Ruhephasen, also vor allem nachts, kommt es zu Wirbelsäulen- und Brustkorbschmerzen. Ausgehend von den Kreuzbein-Darmbein-Gelenken im hinteren unteren Rückenbereich strahlen die Schmerzen in das Gesäß und beide Oberschenkel aus. Tiefes Ein- und Ausatmen kann ebenfalls schmerzhaft sein.

Durch Dehnen, Strecken oder sanfte Massage bessern sich die Schmerzen deutlich. Trotzdem fühlen sich die Patienten immer steifer und unbeweglicher. Sie werden müde und abgeschlagen.

Wenn Sehnenansätze entzündet sind, äußert sich das unter anderem durch Schmerzen im Becken, Oberschenkel, Unterschenkel und dem Fersenbein. Die Beweglichkeit verschlechtert sich weiter. Es kommt vermehrt zu Morgensteifigkeit.

Im Spätstadium schwerer Verläufe verändert sich auch das Skelett. Die Wirbelsäule verknöchert und verbiegt sich. Die Lendenwirbelsäule flacht ab, die Brustwirbelsäule bildet einen Buckel. Gleichzeitig können entzündliche Veränderungen an Knie, Sprunggelenken, Schulter, vor allem aber der Hüfte entstehen. Die Veränderungen können auch Sehnen, Augen und den Herzmuskel betreffen. Eine Beteiligung der inneren Organe kann ebenfalls vorkommen.

Symptome bei Beteiligung innerer Organe:

  • Herz: Aorten-Insuffizienz, Herzrhythmusstörungen
  • Lunge: restriktive Lungenerkrankung, Bindegewebseinlagerungen in den Lungenoberlappen 
  • Auge: Entzündung der Regenbogenhaut / Iritis / Uveitis
  • Darm: Darmentzündung

Diagnostik

Morbus Bechterew – Diagnose: So stellen wir die Erkrankung fest

Das erste Anzeichen für Morbus Bechterew sind in der Regel in Ruhe oder nach Ruhephasen auftretende tiefsitzende Kreuz oder Gesäßschmerzen und eine Morgensteifigkeit, die länger als 30 Minuten andauert. Da diese aber zahlreiche Ursachen haben können und auch die Ausprägung der Morbus-Bechterew-Symptome vielfältig und die Verläufe extrem unterschiedlich sind, vergehen in der Regel meist mehrere Jahre bis zur korrekten Diagnose. 

Notwendig bei Verdacht auf oder Diagnose von Morbus Bechterew ist zunächst in jedem Fall die Vorstellung bei einem Rheumatologen.

Ausführliches Gespräch und körperliche Untersuchung

Wegweisend für uns ist vor allem das Gespräch mit Ihnen. Dabei erfragen wir von Ihnen Informationen über Art, Zeitpunkt des Auftretens und Verlauf der Schmerzen und des Steifheitsgefühls oder andere Symptome. Bei der körperlichen Untersuchung werden mittels klinischer Tests insbesondere die Beweglichkeit und die Provokation von Schmerzen an Wirbelsäule und den Gelenken untersucht. Mit dem sogenannten Schober-Test zum Beispiel überprüfen wir die Beweglichkeit Ihrer Lendenwirbelsäule. Dazu markieren wir den ersten Steißbeinwirbel sowie einen weiteren Punkt zehn Zentimeter darüber. Nun fordern wir Sie auf, sich mit durchgestreckten Knien nach vorne zu beugen. Wenn Sie von Morbus Bechterew betroffen sind, werden sich die markierten Punkte dabei nur wenig bewegen, da die Beweglichkeit Ihrer Wirbel bei schon fortgeschrittenem Stadium eingeschränkt ist.

Bildgebende Verfahren

Sollte es in Ihrer Familie bereits Fälle von Morbus Bechterew oder anderen Autoimmunerkrankungen geben oder hat sich bei Ihnen ein konkreter Verdacht auf einen Morbus Bechterew ergeben, sind vor allem eine Blutuntersuchung und bildgebende Verfahren zur Abklärung wichtig. Am effektivsten lassen sich typische Veränderungen an den Gelenken (zum Beispiel der Kreuz-Darmbeingelenke) und an den Sehnenansätzen mit Hilfe einer Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) darstellen. Eine MRT-Aufnahme des Kreuzbein-Darmbein-Gelenks ist heute die Methode der Wahl. Aber auch Röntgenbilder können fortgeschrittene Veränderungen darstellen.