Kopfschmerzen

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Wieder einen freien Kopf bekommen

Nahezu 75 Prozent der Bevölkerung gehen irgendwann in ihrem Leben wegen Kopfschmerzen zum Arzt. Aber nicht hinter jeder Kopfschmerz-Attacke verbirgt sich auch eine Kopfschmerzerkrankung. Treten die Kopfschmerzen häufiger oder regelmäßig auf oder ändern sie sich in ihrer Intensität, ihrem Charakter oder in ihrer Häufigkeit, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Mit moderner Diagnostik können unsere erfahrenen Neurologen eine eindeutige Diagnose Ihres Kopfschmerz-Typs stellen. In der Schön Klinik bieten wir Ihnen eine Vielzahl von Therapieverfahren, um Ihren Kopf wieder frei zu bekommen.

Ursachen & Symptome

Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?

Man unterscheidet zwischen folgenden Arten der Kopfschmerzerkrankung:
  • Primäre Kopfschmerzerkrankungen
    Hierzu gehören unter anderem Spannungskopfschmerzen und Migräne, die auch kombiniert auftreten können. Spannungskopfschmerzen haben einen dumpf-drückenden oder ziehenden Charakter; Migräne ist oft pulsierend und betrifft den Kopf halbseitig. Die Spannungskopfschmerzen sind meist nicht so stark, verschlechtern sich nicht unter körperlicher Aktivität und rufen weder Übelkeit noch Erbrechen hervor. Auch Cluster-Kopfschmerz gehört zu den primären Kopfschmerzerkrankungen. 
  • Sekundäre Kopfschmerzerkrankungen
    Darunter fällt eine Vielzahl von Kopfschmerz-Syndromen, die jeweils durch einen bestimmten Auslöser verursacht werden. 
  • Andere Kopfschmerzerkrankungen
    In diese Gruppe gehören verschiedenartige Kopfschmerzen, die durch ganz spezielle Mechanismen ausgelöst werden. Dazu zählen blitzartig einschießende Schmerzen im Bereich einzelner Hirn- oder Kopfnerven, aber auch sogenannte zentrale Schmerzen, die unter Umständen Monate bis Jahre nach einer Verletzung von Nervenbahnen im Gehirn auftreten.

Ursachen: Wie entstehen Kopfschmerzen?

An der Entstehung von primären Kopfschmerzen sind verschiedene Faktoren beteiligt. Manches deutet darauf hin, dass die Veranlagung zu primären Kopfschmerzen angeboren ist, auch wenn sie sich erst später manifestieren. Migräne tritt beispielsweise deutlich gehäuft in Familien auf. 

Bei sekundären Kopfschmerzen liegt die Ursache innerhalb des Gehirns oder im Bereich des Kopfes bzw. Halses. Zu den wichtigsten Auslösern gehören:
  • Unfallbedingte Verletzungen des Kopfes oder der Halswirbelsäule
  • Gefäßstörungen im Bereich des Kopfes oder Halses
  • Veränderungen des Hirnnervenwassers 
  • Tumoren im Kopf- und Halsbereich
  • Medikamente oder Drogen 
  • Infektionen (Hirnhautentzündung)
  • Internistische Erkrankungen (Bluthochdruck, Schilddrüse, Niere, Herz …)
  • Erkrankungen der Augen, Ohren, Nase, Zähne und Kiefer 
Wie eine Migräne-Attacke entsteht, ist noch nicht endgültig geklärt. Im Verlauf einer Attacke kommt es jedoch im Gehirn vorübergehend zu einer gestörten elektrischen Funktion von Nervenzellen, Veränderungen der Durchblutung sowie einer Störung von Stoffwechselsystemen. Für die einzelnen Migräne-Attacken kann es verschiedenste Auslöser geben. Dazu gehören hormonelle Schwankungen bei Frauen, Veränderungen im Schlaf-/Wachrhythmus, Stress und auch Entlastung nach Stress, Alkohol oder bestimmte Nahrungsmittel.

Symptome: häufige Anzeichen von Kopfschmerzen

Das Leitsymptom bei Kopfschmerzerkrankungen ist natürlich der Schmerz an sich. Darüber hinaus sind auch die den Schmerz begleitenden Symptome wichtige Bausteine in der Diagnosefindung.

Mögliche Symptome primärer Kopfschmerzerkrankungen

  • Spannungskopfschmerz: beidseitiger, drückender Kopfschmerz leichter bis mittlerer Intensität; selten Licht- oder Lärmempfindlichkeit
  • Migräne: einseitiger, pulsierender Kopfschmerz mit Licht- und Lärmempfindlichkeit, Übelkeit bis hin zum Erbrechen, Ruhebedürfnis
  • Cluster- Kopfschmerz: streng einseitiger, starker bis sehr starker, pulsierender Kopfschmerz im Bereich eines Auges; Rötung der Bindehaut    oder Tränenfluss auf der schmerzhaften Seite; Nasenlaufen oder -verstopfung auf der schmerzhaften Seite; Schwellung des Augenlids auf der schmerzhaften Seite; Schwitzen auf der schmerzhaften Seite; einseitige Pupillenverengung auf der schmerzhaften Seite; körperliche Unruhe
  • Trigeminus-Neuralgie (auch: Gesichtsschmerz): streng einseitiger, starker, scharfer, oberflächlich stechender Schmerz für Sekunden im Bereich der Stirn, des Ober- oder Unterkiefers, ausgelöst durch Kauen, Trinken, Kälte oder Wärme

Mögliche Symptome sekundärer Kopfschmerzerkrankungen

  • Bei unfallbedingten Verletzungen: Knochenbrüche, Platzwunden
  • Bei Gefäßstörungen: Halbseitige Lähmungen, Sprachstörungen, Schluckstörungen, Doppeltsehen, Kribbelgefühle an Armen und Beinen, Bewusstseinsverlust, epileptische Anfälle
  • Bei Aufstau des Hirnnervenwassers: Müdigkeit, Antriebsverlust, Persönlichkeitsveränderungen, Bewusstseinsverlust, epileptische Anfälle
  • Bei Tumoren: Halbseitige Lähmungen, Sprachstörungen, Persönlichkeitsveränderungen, Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen, Bewusstseinsverlust, epileptische Anfälle
  • Bei Infektionen: Fieber, Blutdruckabfall, Verwirrtheit, Müdigkeit, Bewusstseinsverlust, epileptische Anfälle
  • Bei internistischen Erkrankungen: Herzjagen, stolpernder Herzschlag, Zittern, Durchfälle, Gewichtsverlust, Müdigkeit
  • Bei Erkrankungen der Augen, Ohren, Nase, Zähne und Kiefer: Sehstörungen, Hörstörungen, Tinnitus, Mundgeruch, Kälte- und Wärmeempfindlichkeit

Mögliche Symptome einer Migräne

Die Häufigkeit der Attacken kann sehr unterschiedlich sein: von nur einigen pro Jahr bis zu mehrfachen Attacken im Monat. Im Durchschnitt liegt sie bei ein- bis zweimal pro Monat. Unbehandelt dauert eine solche Attacke zwischen vier und 72 Stunden. Die Kopfschmerzen sind typischerweise pochend-pulsierend, meist halbseitig, können jedoch auch den ganzen Kopf betreffen. Der Beginn ist oft im Nackenbereich. Die betroffene Seite kann bei Halbseiten-Kopfschmerzen von Attacke zu Attacke oder auch innerhalb einer Attacke wechseln. Körperliche Aktivität verstärkt Migräne-Kopfschmerzen meistens. Bei 10 bis 15 Prozent aller Migräne-Patienten tritt vor der eigentlichen Kopfschmerz-Attacke eine sogenannte Aura auf, die bis zu einer Stunde andauern kann. Dabei kommt es zu Sehstörungen, Missempfindungen oder gar Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen. Die häufigste Form der Aura sind visuelle Empfindungen. Typisch dabei ist das Auftreten von Lichtblitzen oder eines Zackenkranzes im Gesichtsfeld. Nach Abklingen der Aura-Symptome treten dann die Kopfschmerzen ein.

Diagnostik

Ärztin im Gespräch mit Patientin | ©

Diagnostik: So kommen wir Ihren Kopfschmerzen auf die Spur

Mehr als zwei Drittel aller Kopfschmerzerkrankungen können unsere erfahrenen Neurologen allein durch ein ausführliches Gespräch mit Ihnen und eine gründliche körperliche Untersuchung diagnostizieren. 

Technische Zusatzuntersuchungen sind immer dann nötig, wenn der Verdacht auf eine sekundäre Kopfschmerzform besteht. Manchmal veranlassen wir aber auch bei primären Kopfschmerz-Syndromen weitere Untersuchungen – immer dann, wenn sich die Art oder Häufigkeit bekannter Kopfschmerzen merklich ändert oder wenn eine Migräne sich zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt eingestellt hat. Auch bei erstmalig an Kopfschmerzen Erkrankten können zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein, um ähnliche Krankheitsbilder mit anderer Ursache auszuschließen.

Ausführliches Gespräch

Im Gespräch mit Ihnen gehen wir Ihren Schmerzen auf den Grund. Dabei fragen wir Sie nach:  
  • der Art Ihrer Schmerzen (zum Beispiel: drückend, pochend/ pulsierend, stechend, reißend, elektrisierend)
  • der Dauer Ihrer Schmerz-Attacken (Sekunden, Minuten, Stunden, Tage)
  • der Lokalisation Ihrer Schmerzen (zum Beispiel: ganzer Kopf, halbseitig, hinter dem Auge, Oberkiefer)
  • verstärkenden oder abschwächenden Faktoren (zum Beispiel: Lage-Änderung, Einnahme von Substanzen, Tageszeiten, weiblicher Zyklus) 
  • der Schmerzstärke zwischen „0“ (schmerzfrei) und „10“ (stärkste vorstellbare Schmerzen)

Zusatzuntersuchungen bei Kopfschmerzen

Eine Zusatzuntersuchung kann Ihnen auch die Sorge nehmen, an einer schweren Erkrankung, wie einem Hirntumor oder einem Schlaganfall, zu leiden. Die Ergebnisse der bildgebenden Verfahren Computertomografie und Magnetresonanztomografie tragen zu psychischer Entlastung bei.

Computertomografie (CT)
Eine CT des Kopfes liefert Schichtaufnahmen des Gehirns, der Knochen sowie der Blutgefäße. Der Röntgenarzt kann mit dieser Technik beispielsweise eine Durchblutungsstörung oder eine Hirnblutung erkennen. Für die exakte Diagnostik bei Kopfschmerzen gibt es allerdings genauere Verfahren.

Magnetresonanztomografie (MRT)
Die MRT liefert detailliertere Schichtaufnahmen des Gehirns und der Blutgefäße. Durch ein starkes Magnetfeld erzeugt, können diese selbst kleinste Veränderungen, wie Entzündungen, kleine Geschwulste oder krankhafte Gefäßaussackungen, sichtbar machen.

Liquorpunktion
In manchen Fällen ist es nötig, Nervenwasser im Bereich der Lendenwirbelsäule zu entnehmen. Im Labor kann dann relativ schnell nachgewiesen werden, ob beispielsweise eine Hirnblutung oder Hirnhautentzündung vorliegt. Diese Untersuchung ist kaum schmerzhaft, praktisch ungefährlich und dauert nur wenige Minuten. 

Laboruntersuchungen
Manchmal können über eine einfache Blutabnahme mehrere Werte bestimmt werden, die bei bestimmten Kopfschmerzformen typische Veränderungen zeigen. Jeder Patient, der an Kopfschmerzen leidet, sollte zumindest einmal labortechnisch untersucht worden sein. Im Vordergrund stehen dabei das Blutbild, die Entzündungswerte, die Schilddrüsenwerte und die Nierenwerte. 

Zusatzuntersuchungen bei Migräne

Wenn die Symptome typisch sind, kann die Diagnose einer Migräne alleine aufgrund der Attacken-Beschreibung gestellt werden. Bei untypischen Beschwerdebildern hingegen führen wir meist Zusatzuntersuchungen, wie Magnetresonanztomografie oder Liquorpunktion, durch, um andere Erkrankungen auszuschließen. Auch das erstmalige Auftreten einer Attacke nach dem 40. Lebensjahr gibt Anlass für eine weitere Abklärung, da die Migräne in der Regel bereits im Jugendalter oder jungem Erwachsenenalter beginnt. Wichtig für die Behandlung ist auch die Abgrenzung gegenüber den anderen primären Kopfschmerzerkrankungen.