Bauchwandbruch/Narbenbruch (Bauchwandhernie/Narbenhernie)

Definition: Was ist ein Bauchdeckenbruch/Narbenbruch?

Bei einem äußeren Bauchwandbruch oder Bauchdeckenbruch beziehungsweise Narbenbruch treten Teile der Organe aus dem Bauchraum nach außen durch eine Schwachstelle in der Bauchwand – im Sinne einer Vorwölbung – hervor. Ursachen eines Bauchwandbruchs sind zum Beispiel lang anhaltender Husten, regelmäßiges Erbrechen, OP-Narben, schweres Heben, Schwangerschaft sowie eine konstitutionell bedingte Bauchwandschwäche. Außerdem können solche Brüche auch angeboren sein. Innere Brüche treten häufig am Zwerchfell auf (sog. Hiatushernie): Hier drückt sich häufig der Magen aus dem Bauchraum in den Brustkorb.

Bauchwandbrüche sind nicht selten. Sie treten häufig am Nabel, im Oberbauch und in der Leistenregion sowie im Bereich von Bauchnarben auf.

Als typische Symptome gelten Druckgefühl, Schmerzen und Schwellungen des Bauches. Wenn in so einem Bruch der Darm einklemmt, kann es zu einem Darmverschluss kommen, sodass eine dringliche Behandlung erforderlich wird.

Weitere Informationen erhalten Sie in diesem Text – oder persönlich von unseren Expertinnen und Experten der Schön Kliniken. Kontaktieren Sie uns gerne!

Fachlich geprüft von Dr. Christos Athanasios Papachrysanthou

Ursachen & Auslöser einer Bauchwandhernie

Viele Menschen erleiden im Laufe ihres Lebens eine Hernie. Sie kann angeboren sein oder durch eine Schwäche des Bindegewebes, inklusive der Faszien und Muskeln, entstehen. Auch nach Operationen können Bauchwandbrüche passieren. Der Bauchinhalt tritt somit in der Regel durch eine vorbestehende Schwachstelle der Bauchwand nach außen hervor.

Auslöser sind beispielsweise die folgenden:

  • Verstopfung
  • chronischer Husten
  • regelmäßiges Erbrechen
  • körperliche Belastung durch das Tragen schwerer Gegenstände
  • Schwangerschaft
  • Voroperationen
Arzt tastet Bauchwand bei Verdacht auf Bauchwandbruch, roter Lichtpunkt markiert Schmerzstelle

Arten der Hernie: Einteilung nach Lokalisation

Ein Bauchdeckenbruch kann an verschiedenen Stellen auftreten:

  • Leistenbruch/Leistenhernie: In der Leiste ist die Bauchwand, besonders beim Mann, vergleichsweise schwach. Dieser Bruch kommt somit bei Männern häufiger vor.
  • Nabelbruch: Auch im Bereich des Bauchnabels ist das Gewebe relativ schwach. Dieser Bruch betrifft häufig Frauen. Ein „dicker Bauch“ während der Schwangerschaft oder infolge von Übergewicht kann das Risiko erhöhen. Fett und Darmschlingen können hervortreten, verursachen meist aber geringe Beschwerden.
  • Oberbauchbruch: Zwischen Nabel und Brustbein kommt es zur sog. epigastrischen Hernie.
  • Narbenbruch: Die Narben einer chirurgischen Bauchoperation können insbesondere dann eine Schwachstelle sein, wenn sich die Patientin beziehungsweise der Patient postoperativ nicht ausreichend geschont hat. Ein erhöhtes Risiko für einen Narbenbruch haben Patientinnen und Patienten mit Wundinfektionen, Diabetes, Übergewicht, Immunsuppression, Leberzirrhose oder Tabaksucht.

Neben dem Bauchdeckenbruch können Hernien auch am Oberschenkel (Schenkelbruch, öfter bei Frauen) oder am Zwerchfell entstehen. Ein Zwerchfellbruch ist auf eine Lücke im Zwerchfell, meist am Durchtritt der Speiseröhre, zurückzuführen. So ergibt sich am häufigsten eine Wölbung des Magens vom Bauchraum in den Brustraum. Diese kann zu Luftnot, Herzbeschwerden oder Problemen bei der Nahrungsaufnahme führen.

Nabelbruch, Leistenbruch & andere Hernien: typische Symptome

Wie macht sich ein Bauchwandbruch bemerkbar?

Eine Hernie kann man meist als Vorwölbung in der Bauchdecke spüren oder sehen. Teilweise leiden Patientinnen und Patienten an Schmerzen, die sich oft ziehend anfühlen. Auch Verhärtungen, Druckgefühl und Schwellungen sind möglich. Bei Belastung werden die Beschwerden häufig verstärkt; und sie bessern sich im Liegen. Bei einem Verdacht sollten Sie sich in ärztliche Hände begeben – vor allem, wenn Übelkeit und Fieber zu den Beschwerden hinzukommen. Diese Symptome können darauf hindeuten, dass Organe teilweise eingeklemmt sind.

Wie gefährlich ist ein Bauchwandbruch?

Eine Hernie ist nicht unbedingt gefährlich, wird aber mit der Zeit immer größer. Sie kann nur durch eine Operation geheilt werden. Bruchbänder stellen keine vernünftige Therapie dar. Wartet man mit der Behandlung zu lange, kann es außerdem zu Komplikationen durch eingeklemmte Organteile, etwa des Darmes, kommen. Diese werden unter Umständen nicht mehr richtig durchblutet und sterben ab. Suchen Sie daher am besten schon bei einem ersten Verdacht Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.

Diagnose: Bauchwandbruch erkennen

Die Ärztin beziehungsweise der Arzt tastet zunächst den Bauch ab und spricht mit Ihnen in der Anamnese unter anderem über Ihre Beschwerden. Einen Großteil der Hernien kann man schon durch eine einfache körperliche Untersuchung feststellen. In einer evtl. zusätzlichen Ultraschalluntersuchung zeigt sich anschließend, wo genau sich die Hernie befindet und wie groß sie ist. Weitere Erkenntnisse erlauben CT und MRT. Wichtig ist außerdem, differenzialdiagnostisch andere Erkrankungen auszuschließen, etwa den Zwerchfellbruch.

Zwei lächelnde Frauen mittleren Alters schieben ihre Fahrräder nebeneinander durch einen grünen Park an einem sonnigen Tag 

Behandlung des Bauchwandbruchs

Ein Bauchwandbruch sollte frühzeitig behandelt werden, um Komplikationen vorzubeugen. Die Behandlungsmethode der Wahl ist in der Regel der chirurgische Eingriff. Dabei stehen verschiedene operative Verfahren zur Verfügung, die wir Ihnen weiter unten vorstellen.

Kann man mit einem Bauchdeckenbruch leben?

Bleibt der Bruch zu lange unbehandelt, können Bauchorgane eingeklemmt werden. Starke Schmerzen sowie Lebensgefahr können die Folgen sein. Auch eine Vergrößerung des Bruchs und Hautveränderungen sind möglich. Daher sollten Sie mit einem Bauchdeckenbruch immer direkt zur Ärztin oder zum Arzt gehen.

Wie schnell muss ein Bauchwandbruch operiert werden?

Schnelles Handeln ist bei einem eingeklemmten Organ entscheidend. Die Patientin beziehungsweise der Patient muss sofort operiert werden, um das Absterben der betroffenen Organe zu verhindern. Liegen jedoch keine Beschwerden vor, muss der chirurgische Eingriff nicht sofort erfolgen. Eine Prognose über die Gefahr einer Einklemmung zu stellen, ist nie sicher möglich. Früher oder später steht jedoch eine Operation an, da der Bruch nicht von selbst verschwindet.

Wie wird ein Bauchdeckenbruch behandelt?

Die Hernien-OP am Bauch gilt als Routineeingriff, der zu den häufigsten Operationen überhaupt gehört. Je nach Art und Umfang des Bauchwandbruchs stehen unterschiedliche OP-Methoden mit einem kleinen Zugang oder einem größeren Eingriff zur Wahl, die in Masken- oder Vollnarkose durchgeführt werden:

  • Ein sehr kleiner Bruch kann ggf. mit einer direkten Naht ambulantgeschlossen werden.
  • Die meisten Brüche werden minimalinvasiv mit einer Laparoskopie (Bauchspiegelung) durch kleine Schnitte in der Haut verschlossen (Schlüsselloch-Chirurgie). Dies ist häufig ambulant möglich.
  • Bei einem sehr großen Narbenbruch ist ggf. eine offene Operation unter stationären Bedingungen nötig, die für mehr Stabilität sorgt.

Im Rahmen der Operation ist es häufig sinnvoll, ein Kunststoffnetz an der Bruchpforte einzusetzen, um dem Wiederauftreten eines Bruchs vorzubeugen. Es bleibt dauerhaft im Körper und ist von außen nicht erkennbar. Die Patientinnen und Patienten sind nach ambulanter, minimalinvasiver Operation in der Regel schnell wieder belastbar.

Zwei lächelnde Frauen mittleren Alters schieben ihre Fahrräder nebeneinander durch einen grünen Park an einem sonnigen Tag 

Nachsorge bei Bauchwandbruch

Nach laparoskopischer, minimalinvasiver Operation ist in der Regel nach zwei Wochen wieder eine volle Belastbarkeit gegeben. Größere Bruchoperationen benötigen eine längere Schonungsphase, die Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt schon vor der Operation mit Ihnen bespricht.

Wie lange muss man nach der Bauchwand-OP im Krankenhaus bleiben?

Die meisten Bruchoperationen werden ambulant beziehungsweise tagesstationär durchgeführt. Der Krankenhausaufenthalt dauert bei größeren Brüchen meist nur etwa zwei Nächte; zwei bis drei Wochen nach der Operation sollte die Patientin beziehungsweise der Patient auf schwere, belastende körperliche Aktivitäten verzichten. Spazierengehen und leichte Alltagsaktivitäten können problemlos erfolgen. Auch eine Krankschreibung kann in diesem Zeitraum notwendig sein. Der Heilungsprozess kann individuell unterschiedlich lang dauern.

Standorte

Filter

Filter

Loading...

1 Ergebnisse

+49 4331 200-0

Unsere Spezialisten

Sie benötigen einen Spezialisten, hier finden Sie Ihn!

Sie sind unsicher? Wir helfen ihnen gerne

Sie haben eine Frage zu Bahandlung, Aufnahme und Aufenthalt in unseren Krankenhäusern oder möchten einen Sprechstundentermin vereinbaren?

nach oben