Depression

Die Seele wieder stärken

Stimmungstiefs kennen wir alle. In vielen Fällen gehen sie vorüber, wenn man die auslösenden Ereignisse verarbeitet hat. Eine Depression ist dagegen eine Erkrankung, die den ganzen Menschen betrifft und mit einem breiten Spektrum an körperlichen und seelischen Beschwerden einhergeht. Sie führt zu Einschränkungen von alltäglichen, sozialen und beruflichen Aktivitäten. Depressive Störungen gehören weltweit zu den häufigsten Ursachen für gesundheitliche Beeinträchtigung. Sie treten ab der Pubertät in jedem Lebensalter nahezu gleich häufig auf.

In den Schön Kliniken haben wir langjährige Erfahrung in der Behandlung von Körper und Seele. Auf der Basis einer breiten Behandlungspalette und des neusten Stands der Wissenschaft zeigen wir Ihnen Wege aus der Depression.

Unser Depression Selbsttest gibt Ihnen eine erste Einschätzung, ob bei Ihnen eine Depression vorliegen kann.

Fachlich geprüft von Dr. Thomas Gärtner

Internationales Klassifizierungssystem der ICD-10

Auf der Grundlage von Ursache, Schweregrad und Verlauf lassen sich zahlreiche Formen unterscheiden. Die Differenzierung ist wichtig, weil sie Grundlage für die Auswahl der richtigen Behandlung ist.

  • Die depressive Episode ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Mindestzahl der oben genannten Merkmale mindestens über zwei Wochen lang auftritt.
  • Die rezidivierende depressive Störung liegt dann vor, wenn es nach Ausheilung im Verlauf zu mindestens einer weiteren Episode kommt.
  • Eine chronische Depression dauert über zwei Jahre.
  • Die Dysthymia ist eine Sonderform der anhaltenden depressiven Störungen, bei der die Beschwerden weniger stark und zahlreich ausgeprägt sind und keine wesentlichen Einschränkungen bei den alltäglichen Anforderungen auftreten.
  • Bei depressiven Anpassungsstörungen sind die Kriterien für eine depressive Episode ebenfalls nicht erfüllt. Sie treten nach einem belastenden Lebensereignis auf und verschwinden in der Regel innerhalb von sechs Monaten, spätestens nach zwei Jahren.

Depressive Störungen treten in der Mehrzahl nicht isoliert auf, sondern sind häufig vergesellschaftet mit anderen psychischen Störungen, in erster Linie Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen.
Zahlreiche weitere Formen lassen sich abgrenzen:

  • Organische depressive Störungen, die durch körperliche Ursachen, wie zum Beispiel einen Schlaganfall oder eine Schilddrüsenerkrankung, verursacht werden
  • Depressionen in Zusammenhang mit Alkohol- oder Drogenkonsum
  • Depressionen, die zusammen mit Symptomen einer Schizophrenie (schizoaffektive Störung) oder im Anschluss an eine solche Störung (postschizophrene Depression) auftreten
  • Depressionen, die im Wechsel oder zusammen mit manischen Symptomen wie euphorischer oder gereizter Stimmung, vermehrtem Antrieb, gesteigerter Aktivität, vermehrten Geldausgaben, gesteigertem Selbstbewusstsein und vermindertem Schlafbedürfnis auftreten (bipolare Störung)
Nachdenkliche Frau mit blonden Haaren lehnt Stirn an Fenster, besorgt, Spiegelung im Glas 

Ursachen: Wie entsteht eine Depression?

Depressionen haben unterschiedliche Ursachen. Auch im Einzelfall sind in der Regel mehrere Faktoren für die Entstehung verantwortlich. Jeder Mensch hat eine bestimmte Veranlagung, an einer depressiven Störung zu erkranken, die wesentlich durch genetische Merkmale und die kindliche Lerngeschichte bestimmt wird. Frühe Verlusterlebnisse oder andere ungünstige Bedingungen in der Primärfamilie können hier eine Rolle spielen. Ist die Veranlagung stark ausgeprägt, kann man schon durch einen schwachen oder sogar ohne erkennbaren Auslöser erkranken.

Depressionen treten aber oft nach Veränderungen der Lebensverhältnisse oder Schicksalsschlägen auf. Typische Beispiele sind der Beginn einer neuen Lebensphase, der Verlust einer nahestehenden Person oder eine eigene schwere Krankheit. Auch in der Schwangerschaft und nach der Geburt gibt es ein gehäuftes Auftreten. Länger andauernde Belastungen, wie Konflikte in Partnerschaft und Familie, Einsamkeit, Probleme am Arbeitsplatz oder Arbeitslosigkeit, können eine depressive Episode auslösen.

Symptome: Welche Anzeichen weisen auf eine Erkrankung hin?

Im Zentrum der depressiven Symptomatik stehen eine negative Grundstimmung sowie Veränderungen der emotionalen Ansprechbarkeit und des Aktivitätsniveaus. Das klinische Bild wird insbesondere durch folgende Merkmale bestimmt:
  • Niedergedrückte Stimmung
  • Interessen- und Freudlosigkeit
  • Antriebs- und Energielosigkeit
  • Verminderte Konzentration
  • Vermindertes Selbstwertgefühl
  • Schuldgefühle
  • Hoffnungslosigkeit
  • Appetitmangel
  • Schlafstörungen
  • Lebensmüdigkeit und Suizidgedanken
Ebenfalls typisch sind Grübeln, Rückzug, Entscheidungsunfähigkeit und Ängste. Auch körperliche Beschwerden können auftreten, manchmal stehen diese sogar im Vordergrund. Dazu gehören sexuelle Funktionsstörungen, Schmerzen, Verdauungsprobleme, Tinnitus und Schwindel.

Wenn die Symptome mehr als zwei Wochen lang fast durchgehend anhalten und zu deutlichen Beeinträchtigungen im alltäglichen Leben führen, sollten Sie sich an ärztliches oder psychotherapeutisches Personal wenden.

Depression im höheren Lebensalter

Mit Renteneintritt oder Beginn der Pensionierung fallen nicht wenige Menschen in ein tiefes Loch. Die meist über Jahrzehnte sinnstiftende Tätigkeit, aber auch das gewohnte soziale Umfeld fallen weg. Oft wurden Selbstwert und Identität wesentlich über den Beruf mitbestimmt. Auch die neue ständige Präsenz zu Hause kann zur Bewährungsprobe für die Partnerschaft werden. Die Depression im Alter unterscheidet sich prinzipiell nicht von denen jüngerer Betroffener. Dennoch gibt es einige Besonderheiten, die bei Diagnostik und Therapie berücksichtigt werden müssen.

Auch bei älteren Menschen sind belastende Lebensumstände und Veränderungen oft für die Entstehung einer Depression mitbestimmend. Thematisch stehen hier Übergang ins Rentenalter, körperliche Erkrankungen, Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Nachlassen der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit, Verlust oder Pflegebedürftigkeit des Partners sowie Einsamkeit im Vordergrund. Depressionen werden bei älteren Menschen viel seltener und später erkannt. Das und körperliche Begleiterkrankungen sind die Hauptgründe, warum die Prognose insgesamt schlechter ist. Mit steigendem Alter erhöht sich das Risiko von Suizidalität, Rückfällen und chronischen Verläufen. Behandlung findet oft entweder gar nicht, verspätet oder nicht ausreichend statt. Irrtümlich wird angenommen, dass im fortgeschrittenen Lebensalter eine Behandlung, insbesondere Psychotherapie, nicht mehr so gut wirkt. Und körperliche Erkrankungen oder eine Begleitmedikation sind oft Gründe, warum auf eine ausreichend dosierte antidepressive Medikation verzichtet wird.

In den Schön Kliniken wird die spezielle Situation des höheren Lebensalters in der Therapie berücksichtigt. Inhalte sind an den spezifischen Bedürfnissen älterer Menschen ausgerichtet, bei Bedarf wird die Behandlungsdichte oder die Länge einzelner Therapieeinheiten angepasst. Körperliche Erkrankungen werden berücksichtigt und gegebenenfalls mitbehandelt. Falls erforderlich und gewünscht, kann unter stationären Bedingungen auch eine psychopharmaklogische Mitbehandlung erfolgen und die klinische Wirksamkeit beurteilt und auf mögliche Nebenwirkungen unmittelbar reagiert werden.

Diagnose: So stellen wir eine Depression fest

Das Auftreten der oben genannten Beschwerden kann ein Indiz dafür sein, dass bei Ihnen eine Depression vorliegt. Aber nur erfahrenes ärztliches oder psychotherapeutisches Personal kann die Diagnose stellen. Im Gespräch werden die Symptome systematisch erfasst und ein umfassender psychischer Befund erhoben. Psychologische Tests können die Diagnostik ergänzen. Körperliche Untersuchungen, Laborbefunde oder bildgebende Verfahren dienen der Abklärung organischer Ursachen.

Im stationären Rahmen findet immer auch eine detaillierte Verhaltensbeobachtung statt, die weitere Aufschlüsse geben kann, die bei ambulanten Untersuchungen verborgen bleiben oder erst verzögert zutage kommen. In Abhängigkeit von den Ergebnissen werden Form und Schweregrad der Depression bestimmt. Parallel dazu werden auch psychische und relevante körperliche Begleiterkrankungen diagnostiziert. Auf dieser Basis erfolgt die Empfehlung der geeigneten Behandlungsmaßnahmen. Dabei finden erkennbare auslösende und aufrechterhaltende Faktoren, aktuelle Lebensumstände und biografische Aspekte Berücksichtigung. In die Entscheidung, ob und welche Therapie durchgeführt wird, werden Sie aktiv miteinbezogen.
Glückliches älteres Paar spaziert barfuß und sicher am sonnigen Strand, hält sich an den Händen

Wir helfen Ihnen, Ihre Depression zu überwinden

Verschiedene Ansätze bieten wirksame Hilfe bei Depression. Sie können sich auch gegenseitig ergänzen. Alle Methoden zielen auf einen Rückgang der depressiven Beschwerden. Sie sollen Ihnen wieder eine bessere Lebensqualität sowie die Teilnahme an sozialen und beruflichen Aktivitäten ermöglichen.

In vielen Fällen können depressive Störungen ambulant behandelt werden. Wenn dies ohne Erfolg bleibt oder wegen des Schweregrads nicht ausreicht, kann eine stationäre Krankenhausbehandlung erforderlich werden. Die höhere Therapie- und Betreuungsintensität und die gleichzeitige Anwendung verschiedener Methoden bringt hier den Behandlungserfolg. Auch die Distanz zu häuslichen Aufgaben und Konflikten sowie zur erlebten Überforderung wirkt oft zusätzlich entlastend. In anderen Fällen kann eine teilstationäre Behandlung in einer Tagesklinik sinnvoll sein. Dabei werden Therapieerfahrungen direkt zu Hause ausprobiert und im Alltag umgesetzt. Falls dabei Probleme auftreten, können diese zeitnah bearbeitet werden. Ist die Erwerbsfähigkeit oder die selbstständige Lebensführung durch die Depression beeinträchtigt, ist eine medizinische Rehabilitation notwendig.

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Psychopharmakologische Behandlung der Depression

Bei einer mittelschweren und schweren Depression kann eine unterstützende medikamentöse Behandlung mit einem Antidepressivum sinnvoll sein. Entsprechend der nationalen Versorgungsleitlinie steht für die Akutbehandlung einer depressiven Störung eine große Zahl von in Deutschland zugelassenen Medikamenten zur Verfügung. Die Wahl des einzelnen Präparats richtet sich dabei unter anderem nach Verträglichkeit, Anwendungserfahrungen, Handhabbarkeit und Überdosierungssicherheit sowie Komorbiditäten und Komedikation. Die Mechanismen, durch welche die Wirkung der Antidepressiva zustande kommt, sind noch unklar. Deswegen ist es bis heute auch noch nicht möglich, vorauszusagen, ob und wann eine Patientin oder ein Patient auf ein bestimmtes Antidepressivum anspricht. Aus der Forschung ist bekannt, dass etwa zwei Drittel der mit einem Antidepressivum behandelten Patientinnen und Patienten auf das Medikament ansprechen und es zu einer Besserung der Symptome kommt. Sollte eine medikamentöse Behandlung bei Ihnen notwendig oder von Ihnen gewünscht sein, beraten wir Sie ausführlich auch hinsichtlich möglicher Gewöhneffekte der Medikation, der nötigen Einnahmedauer und des Vorgehens, wenn Sie das Medikament langfristig wieder absetzen möchten.

Aktuell beste Wirkeffekte durch kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Mithilfe der Psychotherapie erarbeiten wir gemeinsam mit Ihnen Ansatzpunkte für positive Veränderungen in Ihrem Leben. Zu den Therapie-Elementen gehören:
  • der Aufbau positiver und angenehmer Aktivitäten und Erlebnisse
  • die Veränderung verzerrter, übermäßig negativer oder pessimistischer Denkmuster
  • das Einüben sozialer Fertigkeiten zum besseren Umgang mit anderen Menschen
  • der (Wieder-)Aufbau sozialer Kontakte
  • der Aufbau von Strategien zum Lösen von Problemen
  • sport- und bewegungstherapeutische Maßnahmen
  • Achtsamkeitstraining
​​​​​​​Achtsamkeitsbasierte Behandlungsansätze sind aus der modernen Verhaltenstherapie nicht mehr wegzudenken. Das Ziel einer achtsamen Wahrnehmung ist es, sich mit allen Sinnen voll und ganz auf den jetzigen Moment einzulassen und dabei zu lernen, körperliche Empfindungen und Gedanken zwar wahrzunehmen, aber nicht zu bewerten. Regelmäßiges Achtsamkeitstraining führt nachweislich zu einer Reduktion des Stresserlebens sowie zu einer Verbesserung von Angstsymptomen und Depressivität.
 

Psychotherapeutische Gruppensitzungen

In den Schön Kliniken gibt es zahlreiche psychotherapeutische Gruppensitzungen, aus denen Ihre Therapeutin beziehungsweise Ihr Therapeut gemeinsam mit Ihnen die für Sie passenden Gruppen für Ihren individuellen Therapieplan aussucht.

Depressionsbewältigungsgruppe
Hier lernen Sie, wie sich die Depression auf Ihre Person und Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen auswirkt. Angeleitet von einer Therapeutin oder einem Therapeuten entsteht ein Austausch mit anderen Betroffenen. Auf diese Weise lernen Sie, die depressiven Denk- und Verhaltensweisen besser zu verstehen. Sie beobachten Ihr Verhalten genau, diskutieren mit den anderen Teilnehmenden Ihre selbst gesteckten Ziele und erkennen dabei Veränderungsmöglichkeiten. Dies führt zu mehr positiven Aktivitäten, konstruktiverem Denken, verbesserter Stimmung auch in zwischenmenschlichen Kontakten. Langfristig finden Sie so ein ausgewogenes Maß zwischen Aktivität und Selbstfürsorge, das Ihnen mehr Stabilität gibt.

Berufsbezogene Gruppentherapien
Verschiedene Berufsgruppen sind besonders gefährdet, an einem Burnout zu erkranken, aus dem sich eine manifeste Depression entwickeln kann. Für Lehrkräfte, Polizeibeamtinnen und -beamte, Ärztinnen und Ärzte sowie Therapeutinnen und Therapeuten bieten wir in den Schön Kliniken daher jeweils spezielle Behandlungskonzepte. In diesen Gruppen erlernen Sie Strategien, um auch nach der Rückkehr in den Beruf langfristig gesund zu bleiben.
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Achtsamkeitsbasierte Therapie
Wer achtsam durch das Leben geht, kann sich neue Optionen eröffnen.

Depression im höheren Lebensalter

Grundsätzlich unterscheidet sich die psychotherapeutische Behandlung älterer Menschen nur wenig von der Behandlung Jüngerer. Für die praktische Durchführung haben wir jedoch inhaltliche Anpassungen vorgenommen, um auch älteren Betroffenen eine erfolgreiche Teilnahme zu ermöglichen.

Für unsere älteren Patientinnen und Patienten, die sich häufig in einem Lebensumbruch befinden, wurde das Behandlungskonzept „60 “ entwickelt. Dabei stehen Themen wie Verlust beziehungsweise Verlustängste, Umgang mit altersbedingten Einschränkungen, Wertschätzung des bisherigen Lebenslaufes oder Versetzung in den Ruhestand im Vordergrund. Hier unterstützen wir Sie dabei, Lebensthemen wie Angst vor Behinderung, Abhängigkeit, Pflegebedürftigkeit, Einsamkeit und Wegfall der Alltagsstrukturierung zu bewältigen.

Im Gegensatz zu jüngeren Patientinnen und Patienten verfügen Sie aber auch über einen Vorteil: Ihre große Lebenserfahrung. Auf diese greifen unsere Therapeutinnen und Therapeuten zurück und machen Ihnen bewusst, welche Herausforderungen Sie schon gemeistert haben. Diese Stärke fließt in die Lösungsstrategien Ihrer aktuellen Krise ein.

Therapie bei chronischen Depressionen

Wenn länger als zwei Jahre klinisch relevante depressive Symptome bestehen, kann eine sogenannte chronische Depression vorliegen. Für Menschen, die an einer chronischen Depression leiden, ist von dem amerikanischen Psychiater und Psychotherapeuten Professor James P. McCullough bereits in den Achtzigerjahren die Bedeutung interpersoneller Prozesse bei der Behandlung chronischer Depressionen beschrieben und ein spezielles Therapiekonzept, das kognitiv-verhaltensorientierte Analysesystem der Psychotherapie (CBASP), entwickelt worden. Das CBASP geht davon aus, dass bei chronisch Depressiven eine Entwicklungsblockade vorliegt und diese eine Folge von belastenden Lebensereignissen, frühen Verlusterfahrungen oder chronischer Vernachlässigung ist. Aufgrund dieser Belastungen bilden die Betroffenen Defizite kognitiver und sozialer Fertigkeiten aus, sodass Entwicklungsaufgaben oder auch Lebensbelastungen nicht ausreichend gut gemeistert werden können und es wiederholt zum Scheitern und zu Krisen kommt.

Akzeptanz- und Commitment-Therapie

Bei der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) handelt es sich um ein Therapieverfahren, das von Steven Hayes und seinen Mitarbeitenden in den USA entwickelt wurde und durch steigende empirische Evidenz inzwischen auch zunehmende Verbreitung in Europa findet. Es geht davon aus, dass psychische Störungen durch einen Mangel an psychischer Flexibilität bedingt werden. Dieser ist gekennzeichnet durch: fehlende Bereitschaft (Akzeptanz), schmerzhafte, jedoch unvermeidbare Erlebnisinhalte zuzulassen, mangelnde Achtsamkeit, die Identifikation oder „Verschmelzung“ mit Gedanken, die nicht als solche, sondern als faktische Gegebenheiten erlebt werden, und Schwierigkeiten, sich an (selbst gewählten) Werten zu orientieren beziehungsweise diese in die Tat umzusetzen. ACT setzt an diesen Komponenten mit dem Ziel an, die psychische Flexibilität zu erhöhen.

Dies erfolgt durch die Vermittlung von Achtsamkeitsfertigkeiten, durch die Förderung der Akzeptanz von unangenehmen und schmerzhaften Erlebnisinhalten, die Vermittlung von Distanzierungstechniken gegenüber negativen Gedanken sowie die Klärung, Erarbeitung und Umsetzung von Werten.

Wieder fit für den Alltag werden

Manchmal kann eine Depression die Erwerbsfähigkeit, aber auch die selbstständige Lebensführung bedrohen. In diesen Fällen ist eine medizinische Rehabilitation notwendig. Sinnvoll ist die Rehabilitation auch, um die Folgen einer chronischen Depression zu lindern. Einschränkungen im Alltag oder Beruf sollen dadurch verhindert werden. Wir bereiten Sie behutsam darauf vor, wieder aktiv am täglichen Leben teilzunehmen.

Zu Beginn vereinbaren wir mit Ihnen gemeinsam realistische Rehabilitationsziele. Dabei berücksichtigen wir natürlich eventuelle körperliche Einschränkungen, Ihre persönliche Lebensgeschichte sowie die auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren Ihrer Depression.

Da Ihre aktive Mitarbeit entscheidend für den Therapieerfolg ist, richtet sich Ihr Therapieplan ganz nach Ihren Ressourcen und Möglichkeiten. Er wird individuell aus folgenden Elementen zusammengestellt:
  • Schwerpunktbezogene Gruppentherapien
  • Gruppentherapie Soziale Kompetenz
  • Einzeltherapie
  • Achtsamkeitstraining
  • Biofeedback (Gruppe)
  • Ergotherapie
  • Sozialberatung
  • Sport- und Bewegungstherapie
  • Vorträge und Seminare zu gesundheitsfördernden Maßnahmen
  • Physikalische Therapien

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