Spina bifida

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Für die körperliche und geistige Entwicklung Ihres Kindes da

Spina bifida wird oft als offener Rücken bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Fehlbildung der Wirbelsäule und oft des Rückenmarks, die sich während der Schwangerschaft entwickelt. Im Durchschnitt ist eines von 1.000 Neugeborenen betroffen, dabei Mädchen grundsätzlich häufiger als Jungen. Patienten benötigen ihr ganzes Leben eine regelmäßige und individuelle medizinische Behandlung.

Spina bifida ist eine Erkrankung, die man nur interdisziplinär angehen kann. In der Schön Klinik arbeiten Kinderorthopäden, Wirbelsäulenchirurgen, Neurochirurgen, Urologen und Neuropädiater eng zusammen, um Ihrem Kind eine ganzheitliche Betreuung zu bieten. Dank Früherkennung und Operationen im Säuglingsalter ist es möglich, dass sich viele Kinder mit Spina bifida körperlich und geistig erheblich besser entwickeln und Spätschäden minimiert werden können.

Ursachen & Symptome

Was bedeutet Spina bifida?

Spina bifida setzt sich aus den beiden lateinischen Begriffen spina („Stachel“, „Dorn“) und bifidus („in zwei Teile gespalten“) zusammen. Im Deutschen wird die Krankheit oft als „Wirbelspalt“, „Spaltwirbel“ oder auch „offener Rücken“ bezeichnet.

Man unterscheidet zwei Arten:
  • Spina bifida occulta
    Bei dieser Form der Spina bifida zeigt sich ein gespaltener Wirbelbogen ohne Beteiligung der Rückenmarkshäute und des Rückenmarkes. Dadurch ist sie von außen nicht sichtbar. Da die Spina bifida occulta meist symptomlos verläuft, ist keine Behandlung erforderlich.
  • Spina bifida aperta
    Sie beschreibt die offene bzw. sichtbare Form der Spina bifida. Die Beschwerden hängen davon ab, welche Anteile des Rückenmarks betroffen sind und auf welcher Höhe der Wirbelsäule der Spalt liegt.

Spina bifida – Ursachen dieser Erkrankung

Während der Entwicklung des Embryos im Mutterleib bildet sich die Wirbelsäule sehr früh. Gehirn, Rückenmark und das umgebende Gewebe entwickeln sich aus einer gemeinsamen Anlage, dem Neuralrohr. Normalerweise wird es zwischen dem 22. und 28. Tag fertig ausgebildet. In sehr seltenen Fällen allerdings reißt es ein oder schließt sich nicht vollständig. Dann bleiben ein oder mehrere Wirbelbögen geöffnet, die Rückenmarkshäute können dabei hervortreten und ebenfalls offen liegen.

Warum dieser Defekt der Wirbelsäule auftritt, ist bislang unbekannt. Es können sowohl genetische Faktoren aber auch bestimmte Einflüsse der Außenwelt eine Rolle spielen. Ein Mangel an Folsäure in der Schwangerschaft und die Einnahme von bestimmten Medikamenten gegen Epilepsie erhöhen das Risiko.

So können Sie einer Spina bifida vorbeugen

Folsäure ist ein B-Vitamin, das der Blutbildung dient und eine große Rolle bei allen Zellteilungs- und Wachstumsprozessen spielt. Selbst mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung ist der Bedarf an Folsäure beim ungeborenen Leben jedoch nicht zu decken. Frauen mit Kinderwunsch sollten sich daher bei ihrem betreuenden Gynäkologen über eine Folsäure-Einnahme informieren.

Wichtige Folsäure-Lieferanten sind Blattgemüse, wie Spinat oder Salat, aber auch Vollkornmehl und Rinderleber. Tomaten, Kartoffeln und einige Kohl- und Obstsorten, wie Weißkohl und Orangen, enthalten ebenfalls reichlich Folsäure.
Obst und Gemüse sollte möglichst frisch verzehrt werden, da langes Erhitzen oder Lagern die enthaltenen Vitamine zerstört.

Spina bifida – Symptome: häufige Beschwerden

Die Folgeschäden der Spina bifida setzen bereits in der frühen Kindheit ein, machen sich möglicherweise aber auch erst im Erwachsenenalter bemerkbar.

Zu den Problemen zählen beispielsweise Muskelschwäche in den Beinen oder Lähmungen der Beine, der Blase und des Darms. Ein Hydrocephalus (Wasserkopf) ist ebenfalls möglich. Meistens bestehen erhebliche Probleme im Bereich des Bewegungsapparates. Hier können starke Skoliosen, Gelenkkontrakturen (vor allem der unteren Extremitäten) und gravierende Fußfehlstellungen auftreten. Häufig werden Hüftgelenksdysplasien oder auch Ausrenkungen der Hüften beobachtet. Insgesamt können Mobilität und Selbstständigkeit der Patienten durch diese Probleme beträchtlich eingeschränkt sein.

Diagnostik

So stellen wir eine Spina bifida fest

Heute lässt sich bereits während der Schwangerschaft durch die regulären Ultraschalluntersuchungen eine Spina bifida diagnostizieren. Auch gibt es die Möglichkeit, über eine Blutuntersuchung Hinweise auf eine Spina bifida beim Neugeborenen zu erhalten. Nach der Geburt reicht in den meisten Fällen der Blickbefund, um die Erkrankung festzustellen.
Durch die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit von Kinderorthopädie, Wirbelsäulenchirurgie, Neurochirurgie und Neuropädiatrie ist es uns möglich, Ihr Kind ganzheitlich zu betreuen. Möglicherweise vorliegende neuropädiatrische, neurochirurgische, urologische oder orthopädische Probleme können so frühzeitig erkannt und therapiert werden.