Multiple Sklerose
Wir behandeln Ihre Erkrankung umfassendMultiple Sklerose (MS) ist eine der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Meist beginnt die Erkrankung im jüngeren Erwachsenenalter. Frauen erkranken doppelt so oft wie Männer. MS kann zu vorübergehenden oder bleibenden Behinderungen führen, die sich auf Familie, Partnerschaft, Beruf und das eigene seelische Befinden auswirken. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren rapide weiterentwickelt. So können viele Medikamente den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. Zudem gibt es bewährte Behandlungsmethoden zur Linderung von Symptomen und Verbesserung der Lebensqualität. Selbsthilfegruppen und Verbände wie die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) bieten weitere Hilfe.
In den Schön Kliniken sind wir auf die Diagnostik und Behandlung von Multipler Sklerose spezialisiert. Unser Ziel ist es, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und Ihre Symptome im Hinblick auf eine bessere Lebensqualität zu behandeln.
Fachlich geprüft von Prof. Dr. Klaus Jahn
Was ist Multiple Sklerose?
Typisch bei MS ist, dass die Entzündung in unterschiedlichen Zeitabständen erneut an anderen Stellen des Nervensystems auftreten kann. Der Name „Multiple Sklerose“ leitet sich davon ab, dass sich an vielen (multiplen) Stellen in Gehirn und Rückenmark verhärtete Vernarbungen (Sklerosen) bilden. 85 Prozent aller Betroffenen haben einen schubartigen Verlauf mit unterschiedlicher Symptom-Rückbildung und zwischenzeitlicher Ruhe. Bei der Hälfte dieser Patienten kommt es nach mehreren Jahren jedoch zu einer schleichenden Verschlechterung, der sogenannten „sekundären Progression“. 15 Prozent haben von Beginn an einen schleichend fortschreitenden Verlauf ohne erkennbare Schübe.

Ursachen: Wie entsteht eine Multiple Sklerose?
Es ist bekannt, dass Multiple Sklerose genetisch bedingt sein und deshalb in einer Familie gehäuft auftreten kann. Wenn zum Beispiel ein eineiiger Zwilling an Multipler Sklerose erkrankt, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 30 Prozent, dass sein Zwilling ebenfalls eine MS entwickelt.
Auch bestimmte Umwelteinflüsse und geografische Bedingungen können das Risiko für MS beeinflussen. Je näher ein Mensch in Richtung Äquator aufwächst, desto geringer ist sein MS-Risiko. Weiter südlich und nördlich steigt das Risiko. Nordeuropa und Nordamerika haben die höchste Erkrankungsrate. Möglicherweise spielt auch die Sonneneinstrahlung in einer bestimmten Prägungsphase des Immunsystems eine Rolle.
Zudem gibt es Anzeichen dafür, dass der langfristige Kontakt mit bestimmten Viren das Immunsystem zu selbstaggressivem Verhaltenveranlassen und so indirekt das Risiko einer MS-Erkrankung erhöhen kann.
Dass Multiple Sklerose direkt durch einen bestimmten Erreger verursacht werden kann, gilt allerdings als sehr unwahrscheinlich.
Symptome: Häufige Anzeichen von Multipler Sklerose
MS-Symptome sind sehr vielfältig. Sie können sich innerhalb von Stunden oder Tagen entwickeln und teilweise oder vollständig wieder zurückbilden. Sie können sich aber auch schleichend über Wochen und Monate herausbilden.
Häufige Symptome sind:
- Lähmung von Gesicht, Extremitäten oder einer Körperseite, oft verbunden mit Muskelverkrampfungen
- Sehstörungen, wie Schleiersehen oder deutliche Beeinträchtigung des Sehvermögens, manchmal verbunden mit Schmerzen hinter den Augen
- Empfindungsstörungen unterschiedlicher Körperregionen (Ameisenlaufen, Kribbeln, Taubheitsgefühl), elektrisierende Missempfindungen in den Extremitäten bei Nackenbeugung
- Gangunsicherheit, Schwindelgefühl, Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen mit Schwierigkeiten beim Greifen oder Schreiben
- Blasen- und/oder Mastdarmstörung mit plötzlichem Urindrang, Inkontinenz oder Stuhlverstopfung
- Augenbewegungsstörungen, wie Doppelbilder oder unwillkürliche ruckartige Augenbewegungen
- Sprechstörungen mit undeutlicher, verwaschener Sprache
- Schluckstörungen
Weitere Symptome sind:
- Fatigue (vermehrte Erschöpfbarkeit, Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Konzentrationsschwäche, mangelnder Erholungseffekt)
- Depression (Antriebsschwäche, Lustlosigkeit, Schlafstörung,Interessensverlust, Melancholie, Selbstmordgedanken)
- kognitive Störungen (Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme, Merkfähigkeitsstörungen, verlangsamte Reaktionen)
- Schmerzen (manchmal schwer lokalisierbar, diffus, brennend, reißend, krampfartig, gelegentlich auch plötzlich einschießend oder elektrisierend)
Diagnose: Wir arbeiten nach internationalen MS-Diagnosekriterien

Magnetresonanztomografie (MRT)
Lumbalpunktion (Liquoruntersuchung)
Evozierte Potenziale
Den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen
Therapie mit Medikamenten
Eine schubartige Verschlechterung wird in der Regel mit Kortison behandelt. Bei sehr milden Symptomen oder bei bereits einsetzender deutlicher Rückbildung kann darauf auch verzichtet werden.
Wenn sich die einzelnen Schübe vollständig oder unvollständig wieder zurückbilden, setzen Medikamente ein, die das Immunsystem unterdrücken beziehungsweise modulieren. Auf diese Weise können wir den Krankheitsverlauf verändern.
Auch Symptome, wie Spastiken, Schmerzen, Blasenstörung und Fatigue, lassen sich gut mit Medikamenten behandeln.
Symptombehandlung ohne Medikamente
In den Schön Kliniken haben wir zudem vielfältige, nicht medikamentöse Therapien, um Ihre Symptome gezielt zu behandeln.
Dazu gehören:
- Bei Gangstörung: Physiotherapie
- Bei Fatigue: Tagesstrukturierung, aktivierende Therapien (Training)
- Bei Spastik: Physiotherapie
- Bei Schmerzen: physikalische Therapie, Physiotherapie, Entspannungsverfahren, Hypnose
- Bei Depression: Psychotherapie, Gespräche zur Krankheitsverarbeitung, Entspannungsverfahren, Tagesstrukturierung, Schlafhygiene.
- Bei kognitiven Störungen: neuropsychologische Trainingstherapie und Behandlung begleitender Depressionen

Unser Ziel: die Verbesserung Ihrer Lebensqualität
Unser Reha-Team besteht in der Regel aus Neurologen, Neuropsychologen, Sozialpädagogen sowie Physio-, Ergo-, Sprach- und Schlucktherapeuten. Auf Grundlage einer genauen Störungsdiagnostik definieren wir individuell abgestimmte Methoden und Ziele. Unsere Verfahren orientieren sich an Ihren individuellen Symptomen, die Behandlungsziele beziehen sich dann in erster Linie auf Ihren Alltag. Die Reha unterstützt Sie dabei, bestimmte Alltagsaktivitäten und soziale Kompetenzen zu erlangen.
Die Intensität und Häufigkeit spezieller Trainings und alltagsbezogener Übungen spielen eine entscheidende Rolle für die Wiederkehr Ihrer motorischen Funktionen. Dazu gehört auch das Training von kompensatorischen Strategien, wie das Erlernen des Schreibens mit der linken Hand nach einer Lähmung der rechten Seite.
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