Refluxkrankheit

Wir helfen Ihnen, den Reflux zu stoppen

Saures Aufstoßen und Sodbrennen nach einem üppigen Essen oder übermäßigem Kaffee-Konsum kennt fast jeder: Der Mageninhalt übersäuert und gelangt zurück in die Speiseröhre. Dort reizt er die empfindliche Schleimhaut und ruft brennende Schmerzen hervor. Bei der Refluxkrankheit ist das Sodbrennen chronisch geworden, meist verursacht durch schlechte Ernährung, Rauchen oder Stress.

Unsere Chirurginnen und Chirurgen in den Schön Kliniken sind auf die konservative und operative Behandlung von Betroffenen mit chronischem Sodbrennen spezialisiert. Gerne helfen wir Ihnen, den Reflux in den Griff zu bekommen.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. Götz von Wichert

Was versteht man unter der Refluxkrankheit?

Von einer gastroösophagealen Refluxkrankheit oder Reflux-Ösophagitis spricht man, wenn es durch einen ständigen Rückfluss des Mageninhalts in die Speiseröhre zu häufigem Sodbrennen oder saurem Aufstoßen kommt.

Vor allem in der Nacht leiden viele Betroffene unter der ständigen Reizung der empfindlichen Schleimhäute in Speiseröhre und Rachen. Denn im Gegensatz zum Magen sind diese nicht gegen die aggressive Magensäure geschützt. Mit der Zeit kommt es durch die ständige Reizung zu einer krankhaften Veränderung der Speiseröhrenschleimhaut, einer Vorstufe von Krebs.
Ältere Frau mit grauen Haaren sitzt auf grauem Sofa und hält eine Hand auf ihre Brust

Refluxkrankheit: Ursachen des Sodbrennens

Schlechte Essgewohnheiten mit unregelmäßigen oder schweren Mahlzeiten, eine hohe Stressbelastung, Alkohol und Rauchen zählen zu den Hauptauslösern der unangenehmen Erkrankung. Auch bestimmte Medikamente haben Sodbrennen als Nebenwirkung. Alle genannten Faktoren führen dazu, dass sich Menge und Konzentration des sauren Mageninhalts erhöhen. Kommt dazu eine angeborene oder erworbene Schwäche des unteren Speiseröhren-Schließmuskels, kann der Speisebrei nicht mehr im Magen zurückgehalten werden. Er fließt in die Speiseröhre zurück und es kommt zum Sodbrennen.

Symptome: Anzeichen einer Refluxkrankheit

Die Reflux-Krankheit äußert sich in der Regel durch häufiges, lästiges Sodbrennen bis in den Rachenraum. Aber auch eine Rachenreizung, chronische Ohrenschmerzen, Stimmveränderungen, eine chronische Reizung der oberen Atemwege oder eine belegte Zunge können auftreten.

Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium zeigen sich die Symptome vor allem nach süßen oder fettigen Mahlzeiten, nach längerem Liegen oder beim Bückenund schweren Heben. Auch durch den Konsum von Tabak oder Alkohol kann es zum Rückfluss des Mageninhalts und dadurch zu saurem Aufstoßen kommen. In bestimmten Fällen können sich Brustschmerzen ausbilden.

Diagnose: So wird eine Refluxkrankheit festgestellt

Bei Verdacht auf eine Refluxkrankheit führen wir in den Schön Kliniken zunächst ein ausführliches Gespräch zu Ihrer Krankheitsgeschichte. Dabei legen unsere Spezialisten besonderes Augenmerk auf Ihre individuellen Beschwerden. Anschließend folgt eine eingehende klinische Untersuchung. Wir führen eine Funktionsdiagnostik Ihres Magens und Ihres Darms durch, mit der wir den Rückfluss des Mageninhalts in die Speiseröhre und den Rachenraum feststellen.

Mit einer Endoskopie (Magenspiegelung) können wir Veränderungen der Speiseröhre oder des Magens erkennen und Gewebeproben für eine spätere Untersuchung entnehmen. Auch der Protonenpumpenblocker-Test kommt bei der Reflux-Diagnostik häufig zum Einsatz. Hierbei testen wir, ob Sie auf magensäurehemmende Medikamente ansprechen.

Spezielle Diagnostik

Für eine exakte Diagnose setzt unser ärztliches Personal weitere Verfahren ein:
  • 24-Stunden-pH-Metrie
  • Messung des pH-Werts im Magen, zum Beispiel während der Nahrungsaufnahme oder in verschiedenen Körperlagen, wie Liegen oder Stehen
  • Impedanz-Messung
  • Bestimmung des elektrischen Widerstandes beziehungsweise der elektrischen Leitfähigkeit der Magen- und Speiseröhrenschleimhaut
  • Speiseröhren-Manometrie (High Resolution SRM)
  • Messung von Druck und Kontinuität der Bewegungswelle von der Speiseröhre in Richtung Magen
  • Radiologische Begleituntersuchungen
  • Röntgen mit Kontrastmittel
Zwei ältere Personen schneiden gemeinsam Gemüse an der Küchenarbeitsplatte, Messerblock im Hintergrund

Reflux dauerhaft unterbinden

Je nach Dauer und Intensität Ihrer Beschwerden kommen verschiedene Therapie-Ansätze infrage. Die Spanne reicht dabei von säurehemmenden Medikamenten bis hin zur operativen Versorgung. Gemeinsam mit Ihnen wählen wir die für Sie beste Reflux-Behandlung aus.

Refluxkrankheit: Behandlung ohne OP

Gelegentlich auftretendes oder leichtes Sodbrennen lässt sich mit Medikamenten behandeln.

Bei akut oder sporadisch auftretendem Sodbrennen helfen oft altbekannte Hausmittel, wie magenfreundliche Tees, Kartoffeln, Kieselerde oder Bullrich-Salze.

Treten die Beschwerden häufiger beziehungsweise regelmäßig auf, kann die Einnahme von säurebindenden Medikamenten (zum Beispiel Ulcogant®) oder Säurehemmern („Protonenpumpenblocker“) für Abhilfe sorgen. Die entsprechenden Präparate sind teilweise frei erhältlich, eine längere Einnahme sollten Sie aber immer mit Ihrer Haus- oder Fachärztin beziehungsweise Ihrem Haus- oder Facharzt besprechen.
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Oft kann auch schon eine Umstellung Ihrer Ernährungs- und Lebensgewohnheiten helfen, die Refluxkrankheit und chronisches Sodbrennen zu vermeiden.

Reflux-Krankheit: Operation

Führt die konservative Therapie nicht zum gewünschten Behandlungserfolg, kann eine operative Versorgung sinnvoll werden. Auch beim sogenannten Volumen-Reflux, bei dem vor allem in der Nacht größere Mengen an Mageninhalt in die Speiseröhre gelangen, kann eine Operation die Methode der Wahl sein. Für Refluxkrankheit-Operationen stehen in den Schön Kliniken verschiedene Verfahren zur Verfügung – je nach Ihrem individuellen Bedarf und der Ausprägung Ihrer Erkrankung:
  • Endoskopische Verfahren
    Hier wird der Eingriff per Endoskop durchgeführt: Dabei wird über den Rachen bis in den Magen ein Schlauch gelegt, über den die Operation erfolgt.
  • Laparoskopische Verfahren
    Bei diesem Eingriff erfolgt der Zugang zum OP-Gebiet minimalinvasiv durch die Bauchhöhle. Es sind also nur kleinste Schnitte nötig.
  • Elektrostimulator (Endo-Stim®)
    Hier wird ein Elektrostimulator für den unteren Magenschließmuskel im Bauchbereich unter der Haut eingesetzt. Durch die Stimulation mit elektrischen Impulsen kann der Muskel seine Verschlussfunktion wieder korrekt ausführen und ein Zurückfließen des Mageninhalts verhindern.
  • Linx®
    Hier wird ein Kettchen aus kugelförmigen Magneten um die untere Speiseröhre gelegt. Diese drücken die Speiseröhre zu, öffnen sich jedoch bei der Nahrungsaufnahme. Durch den Verschluss wird der Rückfluss von saurem Mageninhalt unterbunden, wodurch chronisches Sodbrennen effektiv verhindert werden kann.
  • Fundoplicatio
    Dieses klassische OP-Verfahren gilt als „Goldstandard“: Mit diesem Eingriff können Lücken im Zwerchfell rekonstruiert und geschlossen werden.

Nachsorge: Für eine schnelle Rückkehr in den Alltag

Nach einer Reflux-Operation ist in der Regel nur ein kurzer Klinikaufenthalt von etwa fünf Tagen erforderlich. In dieser Zeit erfolgt neben der Wundversorgung auch eine Ernährungsumstellung, die von einer umfassenden Ernährungsberatung begleitet wird. So können Sie künftig eine Übersäuerung Ihres Magens vermeiden.

Da die Ursache Ihrer Refluxkrankheit durch die Operation beseitigt wurde, brauchen Sie keine Medikamente mehr einzunehmen. Noch während Ihres Klinikaufenthaltes werden die Mittel daher ausgeschlichen.

Vier bis sechs Wochen nach der OP sollten Sie körperliche Anstrengungen, wie Sport oder schweres Heben, vermeiden. Danach ist die Heilung abgeschlossen und Sie brauchen sich nicht mehr zu schonen.

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