Binge-Eating-Störung

Wieder Kontrollempfinden über das Essverhalten finden

Die Binge-Eating-Störung ist die häufigste Essstörung und nicht – wie viele glauben - Magersucht oder Bulimie. Bis zu 4 Prozent der Allgemeinbevölkerung zwischen 20 und 30 Jahren sind davon betroffen. Bei dieser Essstörung kommt es zu regelmäßigen, nicht kontrollierbaren Essanfällen. Betroffene nehmen dabei eine große Menge an Nahrungsmitteln auf, die leicht zu essen und häufig sehr kalorienreich sind. Sie essen meist sehr schnell und verspüren dann ein unangenehmes Völlegefühl.

Unser erfahrenes therapeutisches Personal an den Schön Kliniken unterstützt Sie dabei, Ihr Essverhalten zu normalisieren und Ihre Selbstkontrolle wiederzuerlangen.

Fachlich geprüft von Dr. Elisabeth Rauh

Ursachen: Welche Auslöser können zu einer Binge-Eating-Störung führen?

Bei der Binge-Eating-Störung wirken viele Faktoren zusammen. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem kindliches Übergewicht sowie erlebte Abwertung aufgrund des Gewichtes oder des Essverhaltens. Auch ein geringes Selbstwertgefühl, Depression und traumatische Erlebnisse in der Kindheit können dazu beitragen, dass sich eine Binge-Eating-Störung entwickelt. Hat ein Mensch Schwierigkeiten, seine Gefühle im Griff zu halten, oder hat er deutlich belastende Erlebnisse, kann das ebenfalls zu einer Binge-Eating-Störung führen.

Junge Frau steht nachts vor offenem Kühlschrank und isst einen Donut, Teller mit weiteren Donuts in der Hand

Symptome: Daran erkennen Sie eine Binge-Eating-Störung

Wiederkehrende Essanfälle, die mit einem Kontrollverlust einhergehen, stellen das Hauptsymptom der Binge-Eating-Störung dar. Betroffene beschreiben, dass sie während solcher Essanfälle den Eindruck haben, die Art und Menge der verzehrten Nahrung nicht mehr steuern zu können. Aus Verlegenheit wird häufig heimlich gegessen. Im Zusammenhang mit den Essanfällen kommt es zu negativen Gefühlsregungen wie Ekel, Deprimiertheit, Schuld oder Scham. Zum Teil versuchen Betroffene, einer Gewichtszunahme entgegenzuwirken, indem sie zum Beispiel Mahlzeiten auslassen. Dies passiert aber nicht regelmäßig.

Diagnose: So kommen wir der Binge-Eating-Störung auf die Spur

Um die Diagnose einer Binge-Eating-Störung zu stellen, müssen bei Ihnen im Durchschnitt mindestens einmal pro Woche über einen Zeitraum von drei Monaten Essattacken auftreten. Ein weiteres Kriterium ist, dass Sie keine regelmäßigen Maßnahmen anwenden, um einer Gewichtszunahme vorzubeugen. Dadurch kann die Erkrankung Bulimie ausgeschlossen werden, denn hier wird eine Gewichtszunahme durch Erbrechen, Fasten, Abführmittel et cetera verhindert.
Junge Frau joggt konzentriert im Park bei Sonnenschein, trägt lila Sportshirt und schwarze Leggings, Herbstlaub im Hintergrund

Auf eine gesunde Art und Weise essen

Bei der Binge-Eating-Therapie geht es vor allem darum, Ihr Ernährungsverhalten zu ändern, zum Beispiel durch Ausgewogenheit bei den Speisen. Erfahrene Therapeutinnen und Therapeuten unterstützen Sie dabei, ein achtsames Essverhalten zu entwickeln und einen geordneten Essrhythmus zu bekommen. Gemeinsam mit Ihnen spüren wir die aufrechterhaltenden Bedingungen Ihrer Essstörung auf. Wir nehmen uns Zeit für Sie – nutzen Sie unseren Online-Service der Schön Klinik Beratung.

Das Therapiekonzept

Zunächst halten Sie in einem Tagebuch fest, welche Nahrungsmittel Sie aufgenommen und wie Sie sich dabei gefühlt haben. Dies hilft dabei, die Gefühle und Gewohnheiten hinter einer Essattacke zu verstehen. In verschiedenen Therapie-Einheiten lernen Sie außerdem, was fürsorgliches Ernährungsverhalten ist. Von unseren Therapeutinnen und Therapeuten werden Sie dazu angeleitet, Ihre Ernährungsgewohnheiten umzustellen, zum Beispiel in Hinblick auf Regelmäßigkeit, Zusammensetzung und Ausgewogenheit.
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Wichtig ist uns zudem, dass Sie Ihr Selbstwertgefühl wieder steigern können. In der Therapiegruppe „Soziale Kompetenz“ erlernen Sie verschiedene Strategien, um Stresssituationen künftig auch ohne Essattacken bewältigen zu können. Zum Schluss der Therapie erarbeiten wir gemeinsam mit Ihnen eine Rückfallprophylaxe. Dabei erstellen wir zum Beispiel „Notfallpläne“ für kritische Situationen zu Hause.

Rehabilitation: Wieder fit für den Alltag werden

Eine Rehabilitation ist wichtig, damit Sie wieder zurück in den Alltag oder Beruf finden. Dazu setzen wir an der Schön Klinik neben Einzel- und Gruppentherapie weitere Maßnahmen wie Sport- und Bewegungstherapie, physikalische Anwendungen, Entspannungstechniken und berufsbezogene Maßnahmen ein.

Vorträge und Seminare zu gesundheitsfördernden Maßnahmen ergänzen Ihren Behandlungsplan. Bei der Erstellung Ihres Therapieplans beziehen wir Ihre individuellen Ressourcen und Kompetenzen mit ein, denn Ihre aktive Mitarbeit ist zur Erreichung der Rehabilitationsziele unerlässlich.

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