Plattfuß & Hohlfuß
Gezielte Hilfe für einen guten StandEin Plattfuß beziehungsweise Hohlfuß macht im Alltag über viele Jahre meist keine Beschwerden, ist aber auffällig. Zudem kann diese Fehlstellung die natürliche Bewegung des Fußes beeinflussen. Grund für eine medizinische Untersuchung ist immer dann gegeben, wenn die Fehlstellung extrem ausgeprägt ist, neu auftritt, sich verschlechtert oder anfängt, Beschwerden zu machen.
Unser fußchirurgisches Personal an den Schön Kliniken hat langjährige Erfahrung in der Behandlung von Platt- bzw. Hohlfüßen. Bei uns sind Ihre Füße in besten Händen.
Fachlich geprüft von Prof. Dr. Markus Walther
Was versteht man unter einem Plattfuß bzw. Hohlfuß?
Bei einem Plattfuß erscheint das Längsgewölbe am Fuß eingesunken. Die Ferse kippt zur Außenseite weg. Der Fuß liegt mehr oder weniger stark am Boden auf, in extremen Fällen kann sogar der Innenknöchel den Boden berühren. Die Veränderungen führen zu einer vermehrten Belastung der Fußinnenseite.
Einen Hohlfuß erkennt man an einem hohen Rist und einem hohen Längsgewölbe. Die Ferse kippt Richtung Fußinnenseite. Der Hohlfuß neigt zum Umknicken im Sprunggelenk. Häufig ist der Hohlfuß sehr steif. Alle diese Veränderungen führen zu einer vermehrten Belastung des Fußaußenrandes.

Ursachen: Wie entsteht ein Plattfuß bzw. Hohlfuß?
Der Plattfuß ist ein normales Durchgangsstadium in der kindlichen Fußentwicklung. Er hat zwei Ursachen: Zum einen haben Kinder im Vergleich zu Erwachsenen ein dickeres Fettpolster unter der Fußsohle. Zum anderen sind die Muskeln, die das Fußgewölbe aufrichten, noch nicht so stark ausgeprägt. In seltenen Fällen richtet sich der Fuß bis zum sechsten Lebensjahr nicht auf. Dann sollten Sie die Füße Ihres Kindes untersuchen lassen.
Die häufigste Ursache eines Plattfußes bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist ein lockerer Kapselbandapparat, verbunden mit einer muskulären Schwäche. Ist der Fuß schlecht beweglich, dann können atypische Verbindungen zwischen einzelnen Fußwurzelknochen die Ursache des Plattfußes sein. Seltener liegt eine Fehlstellung einzelner Knochen zueinander vor.
Manchmal entwickelt sich jenseits des 40. Lebensjahres ein Plattfuß oder ein bereits bestehender Plattfuß verschlechtert sich. Dies kann auf eine Funktionsstörung dersogenannten Tibialis-posterior-Sehne hinweisen. Diese Sehne richtet normalerweise das Längsgewölbe des Fußes auf und sorgt so für einen stabilen Auftritt. Häufig liegt ein Verschleiß oder Riss dieser Sehne vor.
Auslöser eines Hohlfußes
In den meisten Fällen sind Hohlfüße angeboren, aber auch eine Lähmung von Muskeln am Bein kann zu einer Fehlstellung führen. Eine weitere mögliche Ursache sind Erkrankungen des zentralen Nervensystems oder des Rückenmarks.
Symptome: mögliche Beschwerden
Diagnose: Untersuchung der Fehlstellungen am Fuß
Wenn Sie aufgrund eines Hohlfußes den Fußaußenrand nicht mehr anheben können, kann eine Schädigung der sogenannten Peronealsehnen vorliegen, die den Fußaußenrand stabilisieren. In diesem Fall ist das Krankheitsgeschehen schon weit fortgeschritten. Im Rahmen der klinischen Untersuchung überprüfen wir außerdem die Stabilität Ihres Sprunggelenks, insbesondere der Außenbänder. Für eine exakte Diagnose folgen anschließend bildgebende Verfahren, wie die Röntgenuntersuchung.
Röntgenbilder zeigen die Stellung der Knochen
Magnetresonanztomografie zur Beurteilung von Sehnen, Bändern und Knorpeln
Weitere Untersuchung bei Unklarheiten

Die meisten Fehlstellungen sind gut und einfach behandelbar
Konservative Therapie: Korrektur der Fehlstellung durch Schuheinlagen
Bei Plattfüßen werden Einlagen eingesetzt, die das Längsgewölbe des Fußes stützen. So werden die Fußmuskeln aktiviert, die dieses Längsgewölbe halten.
Operative Behandlung bei einem Plattfuß
Bei jungen Patientinnen und Patienten vor der Pubertät können wir die Fehlstellung durch einen Abstandhalter (Spacer) zwischen dem Fersenbein und dem Sprungbein korrigieren. Ziel der Behandlung ist es, das weitere Fußwachstum in die richtige Richtung zu lenken. Daher ist dieses Verfahren besonders erfolgversprechend, wenn der Fuß noch nicht ausgewachsen ist. Üblicherweise wird diese Behandlung im Alter zwischen acht und zehn Jahren durchgeführt.
In der Regel führen wir diesen Eingriff ambulant durch. Nach einigen Jahren wird der Abstandshalter (Spacer), wieder entfernt, wenn der Fuß ausgewachsen ist. Voraussetzung für diese OP ist, dass sämtliche Gelenke, Sehnen und Muskeln des Fußes normal funktionieren.
Besteht eine knöcherne Brücke (Koalitio) zwischen einzelnen Fußwurzelknochen, können wir diese ebenfalls im Rahmen einer Operation entfernen. Da Sie die betroffenen Gelenke während Ihres bisherigen Lebens nie normal bewegt haben, können allerdings Restbeschwerden verbleiben. Hat sich gar kein normales Gelenk ausgebildet, kann unter Umständen nur durch eine Gelenkversteifung Beschwerdefreiheit erreicht werden.
Beim Plattfuß der Erwachsenen ist meist eine Erkrankung der Tibialis-posterior-Sehne die Ursache. Bei einer Plattfuß-OP bei Erwachsenen korrigieren unsere Spezialisten die Fehlstellung und stellen zudem eine normale Funktion der Tibialis-posterior-Sehne wieder her. Hierzu nähen wir eine der vielen Sehnen, die die Zehen beugen, zur Verstärkung auf die Tibialis-posterior-Sehne. Die Fehlstellung der Knochen beheben wir durch eine Stellungskorrektur im Fersenbein. Dies wird meist minimalinvasiv durchgeführt. Je nach Ausmaß der Deformität können zusätzlich Operationsschritte nötig werden, wie eine Stellungskorrektur im Mittelfuß oder eine Verlängerung der Achillessehne.
Besteht die Fehlstellung schon über viele Jahre, kann das untere Sprunggelenk irreversibel geschädigt sein. Liegt bereits eine Arthrose im unteren Sprunggelenk vor, lassen sich Fehlstellung und Beschwerden nur durch eine Versteifung des unteren Sprunggelenks behandeln. Ziel ist es daher, frühzeitig eine Behandlung einzuleiten, sodass versteifende Operationen nicht notwendig sind.
Operative Behandlung bei einem Hohlfuß
Schritt für Schritt zur Vollbelastung
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