Schlafstörungen

Viele Menschen kennen Schlafprobleme: Wenn wir krank sind, Stress oder Sorgen haben, schlafen wir nicht gut. Laut einer DAK-Studie sind bis zu 80 Prozent der erwerbstätigen Deutschen von mehr oder weniger ausgeprägten Schlafstörungen betroffen; knapp zehn Prozent von ihnen leiden unter einer schweren, behandlungsbedürftigen sogenannten Insomnie – also einer ernsthaften Ein- oder/und Durchschlafstörung. Von einer derartigen Schlafstörung spricht man, wenn Menschen über mehr als vier Wochen zu wenig schlafen oder ihre Schlafqualität beeinträchtigt ist und auch ihre Leistungsfähigkeit und ihr Wohlbefinden tagsüber darunter leiden.

Unsere Spezialisten in den Schön Kliniken gehen der Ursache Ihrer Schlafstörung mit einer umfassenden Diagnose auf den Grund und setzen alles daran, diese zu beheben und Ihnen wieder zu mehr Lebensqualität zu verhelfen.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. Dr. Andreas Hillert

Wenn der Schlaf nicht mehr erholsam ist

Es gibt vielfältige Arten und damit auch Ursachen von Schlafstörungen. So können etwa einige körperliche und neurologische Erkrankungen Schlafstörungen auslösen. Auch Alkohol, bestimmte Medikamente oder unregelmäßige Arbeitszeiten können unseren Schlaf nachweislich beeinträchtigen. Da unsere Hormone den Schlaf-wach-Rhythmus maßgeblich mitsteuern, können sich auch Veränderungen im Hormonhaushalt negativ auf unseren Schlaf auswirken. Bei Ein- und Durchschlafstörungen kann oft Stress ein Auslöser sein. Ungünstige Verhaltensweisen, Einstellungen und Bewertungen sowie gedanklich und körperlich nicht zur Ruhe kommen zu können, führen dann zu einer Chronifizierung der Beschwerden.
Junge Frau liegt im Bett auf weißer Bettwäsche, bedeckt ihren Kopf teilweise mit einem weißen Kopfkissen, Wecker auf Holznachttisch

Schlafstörungen: Symptome erkennen

Experten unterscheiden heute sehr viele verschiedene Schlafstörungen: Am häufigsten leiden Menschen unter Problemen mit dem Ein- oder Durchschlafen und einer schlechten Schlafqualität. Außerdem kann der Schlaf-wach-Rhythmus gestört sein. Recht häufig leiden Menschen auch unter einem krankhaften Schnarchen mit Atemaussetzern (Schlafapnoe), das sich durch übermäßige Schläfrigkeit tagsüber bemerkbar machen kann. Zu den schlafbezogenen Bewegungsstörungen zählen zum Beispiel unruhige Beine am Abend oder in der Nacht (Restless Legs), aber auch nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus). Schlafwandeln oder Albträume zählen ebenfalls zu den oft auftretenden Schlafstörungen. Zu regelrechten Einschlafattacken tagsüber kommt es bei der „Schlafkrankheit“ (Narkolepsie). So unterschiedlich die Ausprägungen und Symptome sind, einer chronischen Schlafstörung sollte man immer auf den Grund gehen.

Wir gehen Ihren Schlafstörungen auf den Grund

Das Führen eines Schlaftagebuchs über mehrere Nächte hinweg kann bereits ein erster wichtiger Schritt in der Diagnostik sein. Dafür beobachten Sie selbst Ihr Schlafverhalten und Ihr Befinden sowie nächtliche Besonderheiten. Auf dieser Basis führen wir ein ausführliches Gespräch mit Ihnen, um mögliche Ursachen Ihrer Schlafstörung zu erkennen. Um körperliche Ursachen für Ihre Schlafstörungen auszuschließen, führen wir gegebenenfalls weitere nötige medizinische Untersuchungen durch.

Im Schlaflabor zur Diagnose

In manchen Fällen kann auch eine Untersuchung im Schlaflabor sinnvoll sein, um mehr über Ihre individuellen Schlafprobleme herauszufinden. Dort betreuen wir Ihren Schlaf die ganze Nacht über und messen Schlaftiefe, -verlauf und -qualität mithilfe von Sensoren, die wir vor dem Schlafengehen an Ihrem Körper, Kopf und Gesicht anbringen. Darüber hinaus zeichnen wir Ihren Schlaf per Video auf, um mögliche Auffälligkeiten im Schlaf zu erkennen und Ihre subjektiven Eindrücke um ein objektives Bild zu ergänzen.

Was wir im Schlaflabor messen:
  • Gehirn- und Muskelaktivität
  • Augenbewegungen
  • Atmung über Mund und Nase
  • Atembewegungen im Brust- und Bauchbereich
  • Schnarchgeräusche
  • Herzaktivität
  • Sauerstoffgehalt im Blut
  • Beinbewegungen
  • Körperlage
Frau mit Sonnenbrille sitzt entspannt auf Holzsteg am See, lächelt ins Sonnenlicht, Segelboote und Berge im Hintergrund

Schlafstörungen erfolgreich behandeln

Bei leichten oder vorübergehenden Symptomen können pflanzliche Heilmittel den Schlaf unterstützen. Baldrian, Hopfen, Melisse oder Lavendel, die als schlaffördernd gelten, können in Form von Tees oder Fertigpräparaten eingenommen werden.

Bei Menschen mit stärkeren, chronischen Schlafstörungen setzen wir auf eine individuell zugeschnittene Behandlung, für die wir auf verschiedene Therapiebausteine zurückgreifen:
  • intensive Beratungsgespräche
  • kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie, mit zum Beispiel Informationsvermittlung, Entspannungstechniken, Stimuluskontrolle und Schlafrestriktion
  • apparative Therapie, zum Beispiel CPAP-Überdrucktherapie
  • medikamentöse Therapie, zum Beispiel L-Dopa bei Restless Legs

CPAP-Therapie gegen Atemaussetzer

Die Schlafapnoe überwinden
CPAP (Continuous Positive Airway Pressure) ist eine bewährte und wirkungsvolle Methode zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe (OSA). Bei der CPAP-Überdrucktherapie tragen Sie nachts eine Maske über der Nase und/oder über dem Mund. Während Sie schlafen, gibt das CPAP-Gerät einen gleichmäßigen Luftstrom unter gleichbleibendem Druck über die Maske an Sie ab. Der erzeugte Überdruck hilft, Ihre oberen Atemwege offen zu halten und die Anzahl der Atemaussetzer (Apnoen, Hypopnoen) und Weckreaktionen (Arousals) zu reduzieren, die sonst Ihren Schlaf stören würden.

Die Therapie mit einer derartigen Atemmaske kann gewöhnungsbedürftig sein. Wir klären all Ihre Fragen gerne in einem ausführlichen Gespräch, damit Sie sich gut vorbereitet für die CPAP-Therapie fühlen. Viele unserer Patientinnen und Patienten kommen bereits nach ein oder zwei Nächten mit dem CPAP-Gerät gut zurecht und können damit erfolgreich ihre Atemaussetzer überwinden und wieder deutlich an Lebensqualität zurückgewinnen.

Kognitive Verhaltenstherapie - Insomnie effektiv behandeln

Bei chronischen Insomnien, also einem zu kurzen und nicht erholsamen Schlaf, hat sich die kognitive Verhaltenstherapie bewährt. Während Medikamente rein symptomatisch wirken, können wir mit einer Verhaltenstherapie den Ursachen für die Schlafstörungen entgegenwirken.

Im Rahmen der kognitiven Verhaltenstherapie geben wir Ihnen ausführliche Informationen über einen gesunden Schlaf. Wir vermitteln Ihnen Techniken, um gedanklich und körperlich zu entspannen. Außerdem lernen Sie, schlafstörende Verhaltensweisen und innere Haltungen und Einstellungen, die oft unbewusst einem erholsamen Schlaf entgegenwirken, zu überwinden und diese durch schlaffördernde Verhaltensweisen und Einstellungen zu ersetzen. Dafür erarbeiten wir gemeinsam mit Ihnen ein individuelles Störungsmodell. Hierbei gehen wir Ihrer Lebensgeschichte dahingehend auf den Grund, ob beispielsweise Schlafstörungen schon früher oder gehäuft in der Familie auftraten, welche Bedeutung und Folgen die Schlafprobleme für Sie haben und wie bisherige Bewältigungsstrategien aussahen.

Auch durch eine gezielte Verkürzung der Zeit im Bett (Schlafrestriktion und Stimuluskontrolle) erzielen wir häufig eine effektive Verbesserung Ihres Schlafs. Die Schlafrestriktion setzen wir gezielt ein, um den Schlaf-wach-Rhythmus zu regulieren. Das längere Wachsein kann helfen, die Müdigkeit zu erhöhen und die Einschlafdauer zu verkürzen. So lässt sich auch der Tiefschlafanteil steigern und der Schlaf wird insgesamt weniger störanfällig.

Medikamentöse Therapie - Schlafstörungen kurzfristig beheben

Schlafmittel und Medikamente können in Rücksprache mit Ihrer behandelnden Ärztin beziehungsweise Ihrem behandelnden Arzt in der richtigen Dosierung gegen Ihre Schlafstörungen eingesetzt werden.

Bei chronischen Ein- und Durchschlafstörungen sollte eine medikamentöse Therapie nur vorübergehend eingesetzt und durch eine kognitive Verhaltenstherapie ergänzt und abgelöst werden. Sie kann dabei helfen, dass Sie zum Beispiel durch das Erlernen verschiedener Techniken gezielt zu erholsamem Schlaf finden, Schlafstörungen vorbeugen und diese langfristig überwinden.

Bei Restless Legs, also unruhigen Beinen in der Nacht, kann eine medikamentöse Therapie mit Levodopa (auch L-Dopa) wirksam sein. Bei L-Dopa handelt es sich um die Vorstufe von Dopamin, einem wichtigen Botenstoff im menschlichen Gehirn. Während man Dopamin dem Körper nicht in Form von Tabletten oder Spritzen von außen zuführen kann, kann L-Dopa über den Blutkreislauf direkt in das Gehirn gelangen. Dort wird es zu Dopamin umgewandelt und entfaltet seine symptomlindernde Wirkung.

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