Extreme Magersucht (Komplexstation)

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Intensive Betreuung bei starkem Untergewicht

Patienten mit extremer Magersucht (BMI unter 13) benötigen eine intensive medizinische, pflegerische und therapeutische Betreuung. Sie müssen oft zunächst körperlich stabilisiert werden. Dazu sind tägliche medizinische und therapeutische Kontakte notwendig. Leider gibt es in Deutschland kaum Einrichtungen, die dies anbieten.

Mit der Komplexstation schließen wir eine wichtige Versorgungslücke. Wenn Ihr BMI 13 kg/m² oder darunter beträgt und/oder Sie an starkem Erbrechen oder Bewegungsdrang leiden, finden Sie bei uns Hilfe: Wir bieten Ihnen eine intensive, der bedrohlichen Magersucht angemessene medizinische und therapeutische Betreuung.

Ursachen & Symptome

Magersucht – ein Leben in Isolation

Menschen mit Magersucht ziehen sich oft zurück. Sie sind irritiert, dass Sie sich selbst ganz anders wahrnehmen als die Menschen in Ihrer Umgebung. Wenn andere sagen: „Du bist viel zu dünn.“ verstehen Sie das nicht. Sie entwickeln ein „verkehrtes“ Körpergefühl mit extremen Verhaltensweisen, wie regelmäßige Diäten, Verzicht auf Essen, Panik oder dem Zwang, ständig Sport treiben zu müssen.

Wenn in der Folge eine dauerhafte Unterernährung eintritt, wird es gefährlich. Die Betroffenen haben Mangelerscheinungen wie Konzentrationsschwäche, ständige Müdigkeit, Haarausfall und Blutbildveränderungen – viele neigen zu Depressionen. Die zunehmende Angst, die Kontrolle über den eigenen Körper zu verlieren, bestimmt das ganze Leben und alle Essgewohnheiten – morgens, mittags, abends.

Haben Sie sich wiedererkannt? Dann sollten Sie schnell etwas unternehmen, bevor sich die Erkrankung verschlimmert und chronisch wird.

Risikofaktoren und Auslöser: Wie entwickelt sich Magersucht?

Es gibt keine einzelne Ursache für Magersucht. Hier spielen immer mehrere Einflüsse zusammen.

Genetisch-biologische Einflüsse: Es gibt zuverlässige Hinweise, dass die Anfälligkeit für Magersucht vererbbar ist. Bei manchen Patienten besteht zudem die Möglichkeit, dass eine Störung der Hirnregion vorliegt, die das Essverhalten steuert.

Psychologische Einflüsse: Auch seelischer Stress, Überforderungserleben oder ein anfälliges Selbstwertgefühl können Risikofaktoren sein. Dies kann zu dem Zwang führen, wenigstens den eigenen Körper unter Kontrolle haben zu wollen – ein gefährlicher Trugschluss. Missbrauchsopfer sind hier besonders gefährdet.

Gesellschaftlich-soziale Einflüsse: Von den Medien verbreitete Schönheitsideale haben wenig mit der Realität zu tun. Trotzdem lassen sich viele Menschen von den künstlichen Rollenvorbildern beeindrucken. Sie glauben, dass sie genauso aussehen müssten, um von der Gesellschaft akzeptiert zu werden.

Familiäre Einflüsse: Öfters spielt auch das direkte Umfeld eine aufrechterhaltende oder auslösende Rolle. Familiäre Faktoren wie Enttäuschungen, Frustrationen oder Nähe-Distanz-Themen können hier von Bedeutung sein.

Symptome: Daran können Sie Magersucht erkennen

Eines der ersten Symptome von Magersucht ist die ständige Beschäftigung mit dem Gewicht. Sprechen Sie andauernd über das Thema Abnehmen? Verweigern Sie konsequent notwendiges Essen oder wiegen Sie sich ständig? Wenn das der Fall ist, raten wir zu einer ärztlichen Untersuchung – erst recht, wenn Sie dazu eines der folgenden Warnsignale erkennen.

Magersucht – die wichtigsten Warnsignale:
  • keine regelmäßigen Mahlzeiten
  • Erbrechen nach dem Essen (Bulimie)
  • deutlich erkennbarer Gewichtsverlust
  • dauerhafte Kritik am eigenen Körper
  • anhaltende Konzentrationsschwierigkeiten
  • auffälliger Haarausfall und/oder trockene Haut
  • Kälteempfindlichkeit, ständiges Frieren
  • ausbleibende Menstruation oder Potenzprobleme

Diagnostik

Exakte Diagnose: Grundlage für eine Behandlung auf der Komplexstation

Zunächst führen wir mit Ihnen ausführliche Gespräche zur diagnostischen Klärung Ihrer Essstörung – mit auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren. Anschließend findet eine umfassende körperliche Untersuchung statt, um Begleiterkrankungen und eventuelle Komplikationen festzustellen. Bei bedrohlichem klinischen Zustand besteht die Möglichkeit zum Monitoring und zu Notfall-Laboruntersuchungen. Regelmäßig werden Sonografie und Echokardiografie eingesetzt, um Komplikationen der schwerstgradigen Anorexia nervosa rechtzeitig zu erkennen und entsprechend einzugreifen.