Behandlungsmethoden

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Worauf es jetzt ankommt: der persönliche Bezug

Wenn Sie stark untergewichtig sind, sind Sie oftmals zu schwach, um sich selbst zu versorgen. Sie benötigen eine Bezugsperson, die Sie täglich motiviert und mit Ihnen gemeinsam Krisen bewältigt. Daher werden Sie von unseren Therapeuten und Co-Therapeuten 1:1 betreut. Unsere Co-Therapeuten stehen Ihnen Tag und Nacht als Ansprechpartner zur Verfügung.

Um Ihnen eine Rundumversorgung bieten zu können, arbeiten wir eng mit  psychiatrischen und somatischen Kliniken und Konsiliarärzten zusammen.

Konservative Behandlungsmethoden

Extreme Magersucht: Behandlung mit besonderem Konzept

Unser Therapie-Konzept besteht aus unterschiedlichen Bausteinen. So sorgen wir für eine ganzheitliche Behandlung Ihrer Erkrankung.

3-Phasen-Behandlung
Der Programmplan für jeden Patienten enthält drei Therapiestufen:
  1. Stabilisierungsphase
    Neben der medizinisch körperlichen Stabilisierung steht in Phase 1 die Wiederernährung neben Krankheitseinsicht und Therapie-Entscheidung im Vordergrund. Zunächst müssen Sie sich intensiv mit der Nahrungsaufnahme auseinandersetzen und sich bewusst für die Weiterführung der Therapie entscheiden.
    Ziel: Ihre medizinische Stabilisierung und Gewichtssteigerung

  2. Übergangsphase
    Neben Einzeltherapien haben Sie verschiedene Modul- und allgemeine Gruppentherapien sowie Gestaltungs- und Bewegungstherapien. Die Mahlzeiten nehmen Sie in Begleitung von Therapeuten ein. Ebenso ist eine Teilnahme an der Lehrküche möglich.
    Ziel: Förderung Ihrer Motivation für die Therapie und weitere Gewichtszunahme, Reduktion von Erbrechen, Normalisierung des Bewegungsverhaltens

  3. Intensivphase
    Diese Phase findet auf unseren anderen Essstörungsstationen statt. Hier kommen weitere spezielle Gruppentherapien hinzu, wie das soziale Kompetenztraining oder erweiterte Lehrküche. Der Therapieplan wird mehr und mehr individualisiert.
    Ziel: Gewichtsstabilisierung, Motivation für weitere Gewichtszunahme und das Erlernen normaler Portionsgrößen, Aufbau von Körperakzeptanz, weitere Bearbeitung von Faktoren der Entstehung, Funktion und Aufrechterhaltung der Essstörung, Klärung der nachstationären Versorgung

Das Lehrküchen-Konzept – gemeinsam kochen und essen lernen
Nach ausreichender Stabilisierung lernen Sie, was eine normale Mahlzeit ist. Um eine neue Beziehung zum Essen aufzubauen, dürfen Sie gemeinsam mit Ernährungsspezialisten ausprobieren, riechen, schmecken, Rezepte aussuchen und nachkochen.

Körperbild-Therapie – sich wieder mit dem eigenen Körper anfreunden
Hier geht es um die Auseinandersetzung mit Ihrem eigenen Körper. Sie üben, ihn wertfrei wahrzunehmen, und lernen, ihn trotz Gewichtszunahme zu akzeptieren. Positive Körpererlebnisse führen schließlich zu einem verbesserten Körpergefühl.

Bewegungstherapie – ein gesundes Bewegungsverhalten aufbauen
Diese Gruppentherapie richtet sich an Patienten mit einem übertriebenen und/oder zwanghaften Bewegungsverhalten. Hier erlernen sie ein Bewegungsverhalten, das dem jeweiligen Grad des Untergewichtes angemessen ist.

Angehörigengespräche – neue Verhaltensweisen in den Alltag integrieren
Bei Bedarf führen wir in Abstimmung mit Ihnen auch Familiengespräche.

Weitere Bestandteile des Therapie-Konzepts:
  • kontinuierliche Gewichtskontrolle
  • Vermittlung der wichtigsten Informationen zu Ihrer Erkrankung
  • verschiedene Trainings (zum Beispiel: Alltagsbezogenes Training, Selbstsicherheitstraining, Skills-Training)
  • Physiotherapie
  • Gestaltungstherapie
  • Ernährungsberatung
  • medizinische Therapie (zum Beispiel: regelmäßige Arzt-Gespräche, medikamentöse Behandlung)

Nachsorge und ambulante Weiterbehandlung: das Erlernte nachhaltig festigen

Im Verlauf Ihrer Behandlung bereiten Sie sich gemeinsam mit uns auf die Rückkehr in Ihren Alltag vor. Hierfür geben wir Ihnen Strategien an die Hand, die Ihnen helfen, berufliche und private Hürden künftig konstruktiv zu meistern.

Ausdauer und Zeit sind bei der Bewältigung von Essstörungen entscheidende Faktoren. Um einem Rückfall in alte Verhaltensmuster vorzubeugen und das in unserer Klinik Erlernte zu festigen, empfehlen wir deshalb unbedingt eine ambulante Weiterbehandlung. Schließlich sollen die Erfolge nach dem Klinikaufenthalt möglichst von Dauer sein. Wir arbeiten mit Tageskliniken und therapeutischen Wohngruppen zusammen und unterstützen Sie bei der Suche nach einer ambulanten Therapeutin.