Gallengangskarzinom

Was ist Gallengangskrebs (cholangiozelluläres Karzinom)?

Gallengangskrebs gehört zu den besonders seltenen und bösartigen Tumoren. Er entsteht in den Gallengängen – der Verbindung zwischen Leber, Gallenblase und Dünndarm. Nur bei einer vollständigen operativen Entfernung im Anfangsstadium ist eine Genesung möglich. In diesem Ratgeber informieren die Experten der Schön Kliniken über die Ursachen und Symptome bei einem Gallengangskarzinom. Auch klären wir den Ablauf der Diagnostik und mögliche Behandlungsoptionen. Sprechen Sie bei offenen Fragen gern die Fachärztinnen und -ärzte der Schön Kliniken an. Sie helfen Ihnen gern und stellen hilfreiche Informationen zur Verfügung.

Weshalb entsteht ein Gallengangskarzinom?

Die Ursachen für die Entstehung eines Gallengangskarzinoms sind nicht vollständig geklärt. Allerdings begünstigen verschiedene Risikofaktoren Gallengangskrebs. Chronische Entzündungen und auch Infektionen erhöhen das Risiko – dazu zählen unter anderem:

Ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Gallengangskarzinoms besteht außerdem bei:

  • Nikotinkonsum
  • erhöhtem Alkoholkonsum
  • Alter über 65 Jahre
  • Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • verschiedenen Giftstoffen (z. B. Dioxin)
  • genetischer Prädisposition
Medizinische Illustration: Leber, Gallenblase und Gallengänge, vergrößerte Ansicht zeigt Tumor im Gallengang

Drei Arten von Gallengangskrebs

Je nachdem, wo der Tumor entsteht, unterscheidet man zwischen drei Arten des Gallengangskarzinoms. Karzinome der extrahepatischen Gallengänge sind besonders häufig:
  • Intrahepatisches Cholangiokarzinom: Diese Art des Gallengangskarzinoms beginnt bei den kleinen Gallenwegen innerhalb der Leber und kann sich bis hin zum Lebergang ausbreiten.
  • Extrahepatisches Cholangiokarzinom: Alle übrigen Gallengangskarzinome, die im Raum außerhalb der Leber bis hin zum Zwölffingerdarm entstehen können, werden in dieser Gruppe zusammengefasst.

Symptome bei einem Gallengangskarzinom

Wie macht sich Gallengangskrebs bemerkbar?

Tumore wie Gallenblasenkrebs und Gallengangskrebs verursachen meist erst ab einem fortgeschrittenen Stadium Beschwerden. Sie werden häufig zufällig bei Operationen oder Untersuchungen entdeckt. Das liegt vor allem an den unspezifischen Symptomen, die die Diagnose erschweren. Typische Symptome bei einem Gallengangskarzinom sind unter anderem:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • dunkler Urin
  • heftiger Juckreiz
  • Fieber
  • Schmerzen im oberen rechten Bauch
  • Übelkeit, Erbrechen
  • unerklärbarer Gewichtsverlust
  • Entzündung der Gallenwege
  • bei verhindertem Gallenabfluss: Gelbfärbung der Augen sowie der Haut
  • Courvoisier-Zeichen: tastbar vergrößerte Gallenblase, die aber keine Schmerzen verursacht

So wird Gallengangskrebs diagnostiziert

Stellt ein Arzt/eine Ärztin die Verdachtsdiagnose Gallengangskrebs, erfolgt zunächst ein Anamnesegespräch sowie eine körperliche Untersuchung. Bestätigt sich dadurch der Anfangsverdacht, helfen verschiedene Untersuchungsverfahren bei der Diagnose und dabei, das Ausmaß der Erkrankung zu beurteilen. Nur so kann der Arzt/die Ärztin einen passenden Behandlungsplan erstellen.

Bildgebende Verfahren und weitere Verfahren
Um die Lage und Größe des Tumors ausmachen zu können, kommen verschiedene Verfahren infrage:

  • Magnetresonanztomografie (MRT)
  • Computertomografie (CT)
  • Ultraschall
  • endoskopische retrograde Cholangiografie (Untersuchung mit dem Endoskop)

Dank dieser Methoden können Fachärztinnen und -ärzte die Krebsdiagnose bestätigen, das Stadium bestimmen und mit den Betroffenen das weitere Vorgehen besprechen.

Blutuntersuchung
Zwar liegen bei einem Gallengangskarzinom keine festen Tumormarker vor, allerdings kann eine auffällige Blutprobe mit veränderten Blutwerten ein Indiz für eine Erkrankung sein. Da der Patient/die Patientin bei einem Gallengangskarzinom oft keine Beschwerden hat, kann eine auffällige Blutuntersuchung in der hausärztlichen Praxis oft ein erstes Anzeichen sein.

Biopsie
Um die Diagnose zu bestätigen, wird eine Biopsie durchgeführt. Die Probe wird anschließend im Labor untersucht – dort kann der Gallengangskrebs nachgewiesen werden.

Älteres Paar spaziert lächelnd im herbstlichen Park, Bewegung im Alltag fördert Gesundheit und Lebensqualität

Wie behandelt man ein Gallengangskarzinom?

Die Therapie von Gallengangskrebs hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab:
  • dem Stadium der Krebserkrankung
  • der Lage und Größe des Tumors
  • dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten/der Patientin

Operation

Ist der Gesundheitszustand des Patienten/der Patientin stabil und der Krebs auf den Gallengang beschränkt, können wir in der Regel operieren. Die operative Entfernung des Tumors verspricht Betroffenen die besten Heilungschancen. Das Ausmaß der Operation hängt von verschiedenen Faktoren ab:
  • Hat der Tumor gestreut?
  • Sind Bauchspeicheldrüse, Gallenblase, Zwölffingerdarm, regionäre Lymphknoten und/oder Leber betroffen?
  • Wo liegt der Tumor?
  • Wie groß ist er?

Chemotherapie

Gallengangskrebs ist ein besonders aggressiver Krebs, der häufig Metastasen bildet und sich auf die umliegenden Organe ausbreitet. In diesen Fällen ist eine Operation häufig nicht (mehr) möglich. Bei einem fortgeschrittenen Tumor ohne Metastasenbildung erhalten Betroffene in der Regel eine Chemo- oder Immuntherapie. In regelmäßigen Abständen wird ärztlich untersucht, , ob sich der Tumor durch die Behandlung verkleinert hat.

Palliative Therapie

Da Gallengangskarzinome schwer zu erkennen sind, werden sie häufig erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert. Eine Operation bzw. Heilung ist dann meist nicht mehr möglich. Verschiedene palliative Therapieverfahren helfen, die Beschwerden des Patienten/der Patientin zu lindern und die Lebensdauer zu verlängern. Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten können die Lebensqualität von Betroffenen verbessern:
  • Photodynamische Therapie und Radiofrequenz-Therapie: Krebszellen werden mithilfe von Licht oder Hitze zerstört.
  • Zielgerichtete Tumortherapie: Sie dient vor allem der Lebensverlängerung und kann angewandt werden, wenn der Krebs spezifische Tumormarker aufweist.
  • Supportive Therapie: Unterstützende Behandlungsmaßnahmen orientieren sich direkt an den Beschwerden der Betroffenen. Sie dienen dazu, die allgemeine Lebensqualität zu verbessern. Maßnahmen sind zum Beispiel eine individuelle Schmerztherapie, um starke Schmerzen in den Griff zu bekommen, oder eine Ernährungstherapie, um Gewichtsverlust entgegenzuwirken.

Ansprechpartner bei Gallengangskarzinom

Die Diagnose Gallengangskrebs stellt eine große Belastung dar. Eine schnelle Behandlung ist bei dieser aggressiven Krebsform besonders wichtig, um die Heilungschancen zu erhöhen. Vertrauen Sie deshalb auf die Expertise der Ärztinnen und Ärzte der Schön Kliniken. Nach einer zuverlässigen Diagnose entwickeln sie Ihren individuellen Behandlungsplan.
An verschiedenen Standorten mit onkologischem Schwerpunkt diagnostizieren und behandeln wir Gallengangskarzinome. Kontaktieren Sie die Experten der Schön Kliniken. Wir beraten Sie umfassend zum weiteren Vorgehen.

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