Tinnitus

Wir helfen Ihnen, damit Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder anderen Dingen widmen können

Mit einem quälenden Tinnitus zu leben ist eine Herausforderung, die Sie bis an die Grenzen Ihrer Belastbarkeit bringen kann. Wie Ihnen geht es in Deutschland knapp vier Millionen Erwachsenen, zwei Drittel davon leiden dauerhaft. Wenn das „Klingeln in den Ohren“, so die deutsche Übersetzung des Begriffs, andere Geräusche übertönt, stört es die Konzentration bei der Arbeit genauso wie die Erholung beim nächtlichen Schlaf. Mit bewährten Therapien können wir Ihnen in den Schön Kliniken wieder zu mehr Lebensqualität verhelfen. Unsere Fachleute zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Aufmerksamkeit gezielt lenken können, sodass das zermürbende Geräusch an Bedeutung verliert und immer mehr in den Hintergrund Ihrer Wahrnehmung rückt.

Fachlich geprüft von Dr. med. Bernadette Talartschik

Tinnitus: Ursachen für diese Erkrankung

Für einen Tinnitus gibt es viele unterschiedliche Ursachen. In den meisten Fällen tritt er zusammen mit einer Schwerhörigkeit auf. Wenn das Ohr zu wenig Töne an das zentrale Hörzentrum weiterleitet, versucht das Gehirn, die ungenügenden Informationen auszugleichen. Es regelt hoch und verstärkt Störgeräusche der Nervenzellen, die normalerweise unterdrückt und nicht wahrgenommen werden. Tinnitus ist somit keine eigenständige Krankheit, sondern der Ausdruck einer Fehlregulation. Zusätzlicher Stress, Überlastung, aber auch Depressionen und Ängste können die Wahrnehmung des Ohrgeräusches auslösen. Wenn die Ohrgeräusche plötzlich da sind, spielen Gefühle eine entscheidende Rolle. Je negativer die Emotionen und je intensiver die Ängste, desto mehr verstärken sich Tinnitus-Wahrnehmung und Tinnitus-Leidensdruck.

Tinnitus: weitere Ursachen
Grundsätzlich gibt es für Ohrgeräusche noch viele weitere Ursachen. Sie können harmlos bis schwerwiegend sein. Deshalb ist eine umfassende Untersuchung sinnvoll. Folgende mögliche Tinnitus-Ursachen sollten abgeklärt werden – vor allem dann, wenn Hinweise dafür bestehen:
Ohrenschmalz

  • Tuben-Belüftungsstörungen
  • Mittelohrerkrankungen (zum Beispiel Otosklerose)
  • Innenohrerkrankungen (zum Beispiel Altersschwerhörigkeit)
  • Hörsturz
  • Lärm- und Knalltraumata
  • Morbus Menière
  • Hörnerverkrankungen (zum Beispiel Akustikusneurinom oder Vestibularisschwannom)
  • Tumoren am Hörnerv
  • Fehlfunktionen im Zahn-/Kieferbereich
  • Veränderungen an der Halswirbelsäule

Darüber hinaus sollte Ihr Blutdruck überprüft werden und gegebenenfalls eine Medikamentenabklärung erfolgen.

Frau mit blonden Haaren und Brille in der Hand hält sich die Hand ans Ohr

Symptome: Daran erkennen Sie einen Tinnitus

Tinnitus-Betroffene werden ständig von Geräuschen begleitet. Meist ist es ein Pfeifen im Ohr, zuweilen ein Rauschen, Zischen oder Brummen. Manchmal tritt es nur in einem Ohr auf, manchmal in beiden Ohren. Manche Betroffene nehmen es auch im Kopf wahr. Eines aber haben alle Patienten gemeinsam: Nur sie können den Tinnitus hören. Trotzdem handelt es sich nicht um eingebildete Ohrgeräusche.

Lautstärke, Ausprägung und Intensität des Tinnitus werden von allen Betroffenen sehr unterschiedlich wahrgenommen. In extrem seltenen Fällen handelt es sich um einen sogenannten „objektiven“ Tinnitus. Er kann für Außenstehende hörbar sein und bedarf einer spezifischen Abklärung und Therapie.


Unterschiedliche Tinnitus-Ausprägungen

Es gibt sehr viele Menschen, die nicht unter ihrem Ohrgeräusch leiden und sich nicht dadurch beeinträchtigt fühlen. Dann bezeichnet man den Tinnitus als kompensiert. Viele andere hingegen verspüren einen extremen Leidensdruck und fühlen sich in ihrer Lebensqualität erheblich beeinträchtigt. Diese Tinnitus-Form bezeichnet man als dekompensiert. Dazwischen gibt es Abstufungen. Diese Einteilung ist entscheidend für die Therapieansätze.


Begleiterkrankungen von Tinnitus

Man geht davon aus, dass etwa 60 Prozent der Menschen mit Tinnitus zusätzlich noch unter einer Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) leiden. Diese wird oft als noch belastender empfunden als das Ohrgeräusch und sollte daher unbedingt mitbehandelt werden.

Als weitere Begleiterkrankungen finden sich bei Tinnitus-Betroffenen vor allem Angststörungen und Depressionen, die wiederum unterschiedliche Gründe haben können. Vielfach sind es Erschöpfungsdepressionen. Sie sind in vielen Fällen (mit)verantwortlich für eine Tinnitus-Entstehung, oft aber auch Folge eines extrem belastenden Tinnitus.

Diagnose: So wird Tinnitus festgestellt

Im Rahmen einer HNO-ärztlichen Untersuchung führt das ärztliche Personal zunächst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen. Zeit und Empathie spielen hierbei eine wichtige Rolle. Ziel ist es, Hinweise auf mögliche Ursachen der Tinnitus-Entstehung zu erhalten. Zu den Untersuchungen gehören auch die Ohr-Mikroskopie und umfassende Hörtests. Sie dienen zur Abklärung des Mittel- und Innenohres sowie des Hörnervs. Im Anschluss erfolgen ausführliche Befundbesprechungen und Beratungen.
Mann mit grauem Haar und Bart hält sich schmerzverzerrt das rechte Ohr, Augen vor Schmerz geschlossen
Frau mit Brille spricht lächelnd vor zwei jungen Erwachsenen im modernen, hellen Büro, Blatt Papier und Laptop auf dem TischF

Die Ohrgeräusche in den Griff bekommen

Je nach Art des Tinnitus gibt es verschiedene wirksame Behandlungsstrategien. Tritt der Tinnitus zum ersten Mal auf, spricht man von einem akuten Tinnitus. Bleibt er bestehen, bezeichnet man ihn nach etwa drei Monaten als chronisch. Beide Formen lassen sich behandeln.

Bei akutem Tinnitus können neben Medikamenten auch Entspannungsmethoden helfen. Hat sich aus einem akuten Tinnitus ein chronischer entwickelt, ist eine umfassende Therapie erforderlich.

Wir nehmen uns Zeit für Sie - nutzen Sie unseren Online-Service zur Schön Klinik Beratung.

Tinnitus-Therapie: Behandlung bei akutem Tinnitus

Entsprechend den neuen Leitlinien wird der akute Tinnitus mit einer dreitägigen Gabe von hoch dosiertem Kortison therapiert. Vor allem dann, wenn zusätzlich eine akute Hörminderung vorliegt. Die Behandlung orientiert sich an der Therapie des akuten Hörsturzes.
 
In der Akutphase empfehlen wir Ihnen zudem Entspannungsmethoden und eine aufklärende ärztliche Beratung. Der Therapieschwerpunkt liegt in der Linderung der emotionalen und psychischen Belastung – erst recht, wenn der Tinnitus nicht von einer Hörminderung begleitet ist und in den Untersuchungen durch Hals-Nasen-Ohren-Ärztinnen und -Ärzte keine akute Schädigung der Sinneszellen im Innenohr nachweisbar ist. Hier ist die Gabe von Kortison nicht zwingend nötig – insbesondere dann, wenn Stress, Überlastung, Ängste und Depressionen als Auslöser des Tinnitus ermittelt werden können.

Tinnitus-Therapie: Behandlung bei chronischem Tinnitus

Wenn die Akuttherapie erfolglos war, überprüfen wir zunächst, ob weiterhin ein Leidensdruck und eine Behandlungsbedürftigkeit bestehen. Wenn Sie Ihren Tinnitus als nicht mehr belastend erleben, bedarf es keiner weiteren Therapie. Bei starkem Leidensdruck mit erheblicher körperlicher und/oder psychischer Belastung, wie Schlafstörungen, Ängsten oder Depressionen, empfehlen wir Ihnen eine umfassende Therapie mit vielschichtigen Behandlungsansätzen. Dafür bietet sich eine stationäre Behandlung in unseren Spezialkliniken an. Hier arbeiten Hals-Nasen-Ohren-Ärztinnen und -Ärzte, Psychologinnen und Psychologen, Fachärztinnen und -ärzte für Psychosomatik, speziell ausgebildete Hörtherapeutinnen und -therapeuten sowie Physio-, Musik-, Sport- und andere Fachtherapeutinnen und -therapeuten zusammen. Sie haben das gemeinsame Ziel, Ihren extrem belastenden Tinnitus deutlich zu reduzieren oder ganz aus Ihrer Wahrnehmung zu verdrängen. Die Behandlung von möglichen Begleiterkrankungen gehört selbstverständlich mit dazu. Dieser Weg soll Ihnen zu neuer Lebensqualität und Lebensfreude ohne Tinnitus-Belastung verhelfen.
 

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