Morbus Menière

Bleibende Schäden vermeiden: umfassend informieren, früh behandeln

Der Morbus Menière ist eine seltene Erkrankung, die sowohl das Hör- als auch das Gleichgewichtsorgan betrifft. Dabei kommt es zu einem Stau von Flüssigkeit im Hör- und Gleichgewichtsorgan im Innenohr (Endolymphhydrops). Dieser Stau ist die Folge eines Ungleichgewichts zwischen Produktion und Abtransport der Flüssigkeit, die regelmäßig ausgetauscht wird.

Unsere Spezialisten in den Schön Kliniken haben umfassende Erfahrung in der Behandlung von Morbus Menière. Ziel ist es, Ihre Beschwerden zu lindern oder Ihre Lebensqualität zu erhöhen.

Fachlich geprüft von Dr. med. Bernadette Talartschik

Morbus Menière: Ursachen der Erkrankung

Die Ursache dieser Störung ist bis heute nicht vollständig geklärt. Der Flüssigkeitsrückstau im Innenohr löst die Symptome aus. Als Ursache für das Flüssigkeitsungleichgewicht spielen psychische Faktoren ebenso eine Rolle wie Entzündungen und organische Ursachen.
Ältere Frau mit grauen Haaren sitzt erschöpft auf dem Sofa und hält sich mit beiden Händen den Kopf, Augen geschlossen, Gesichtsausdruck schmerzhaft

Morbus Menière: Symptome der Erkrankung

Der Flüssigkeitsstau führt zu einer Funktionsstörung der Sinneszellen im Hör- und Gleichgewichtsorgan. Die Schädigung verursacht einen Drehschwindel und ein meist tieffrequentes Ohrgeräusch. Zudem löst sie einen Hörverlust der tiefen Töne aus, der sich im Anfangsstadium der Erkrankung wieder regeneriert. Mit zunehmender Häufigkeit der Anfälle verschlechtert sich das Hörvermögen dauerhaft, vor allem im Tieftonbereich. Die Anfälle werden von Übelkeit und Erbrechen begleitet. Zudem beschreiben viele Erkrankte ein Druckgefühl auf dem betroffenen Ohr.

Diagnose: So stellen wir Morbus Menière fest

Gerade im Anfangsstadium ist es schwierig, eine eindeutige Diagnose zu stellen. Der vollständigen Erkrankung kann ein isoliertes Auftreten einzelner Symptome vorausgehen (nur Schwindel oder nur Hörstörung). Typisch für das Krankheitsbild sind wiederkehrende Attacken mit Drehschwindel und Hörminderung über Stunden. Gezielte Untersuchungen des Gleichgewichtssinnes und des Hörens unterstützen die Diagnose. Mit Magnetresonanztomografie lässt sich im Einzelfall der Flüssigkeitsstau im Innenohr (Hydrops) darstellen.

Gesicherter und wahrscheinlicher Morbus Menière

Als gesichert gilt der Morbus Menière nach zwei oder mehr Drehschwindel-Attacken von mindestens 20 Minuten Dauer, die mit einer nachgewiesenen Hörminderung und einem Tinnitus oder Ohrendruck einhergehen. Andere organische Ursachen müssen dabei ausgeschlossen sein.

Wenn nicht alle drei Kriterien erfüllt sind, handelt es sich in der Regel um einen „wahrscheinlichen“ oder „möglichen“ Morbus Menière.

Infolge der wiederkehrenden, angstauslösenden Schwindelattacken, die als existenziell bedrohlich erlebt werden, kommt es sehr häufig zu sekundären, psychisch ausgelösten Schwindelsymptomen. Die Betroffenen können diesen dauerhaften Angstschwindel nicht immer von einem „echten“ Morbus-Menière-Anfall unterscheiden.

Abgrenzung zu anderen Erkrankungen

Wichtig für eine genaue Diagnose ist die klare Abgrenzung zu anderen Erkrankungen. Beispielsweise kann eine Schwindelmigräne (vestibuläre Migräne) einen sehr ähnlichen Verlauf haben. Auch eine alleinige Endolymph-Schwankung mit isolierter Hörminderung im Tieftonbereich, Druck und Völlegefühl im Ohr ohne Schwindel sollte von einem echten Morbus Menière unterschieden werden.
Frau mit grauen Haaren in sportlicher Kleidung macht im Freien Dehnübung, Arme nach vorne gestreckt, Bäume im Sonnenlicht

Morbus-Menière-Therapie für mehr Lebensqualität

Der Morbus Menière ist primär eine körperliche Erkrankung. Allerdings stellen sich begleitend bei langer Dauer wie bei anderen Schwindelerkrankungen oft ausgeprägte psychosomatische Beschwerden ein (Ängste, Depressionen, zusätzlich psychogene Schwindelformen, Leistungseinbrüche oder Rückzugstendenzen). Diese Faktoren können den Verlauf der Erkrankung negativ beeinflussen und vermehrte Anfälle auslösen. Gerade deshalb ist eine dauerhafte, hoch qualifizierte therapeutische Begleitung notwendig.

In den Schön Kliniken arbeiten wir nach modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Unsere Therapiekonzepte sind multimodal und multiprofessionell ausgerichtet. Grundsätzlich arbeiten wir nach einem therapeutischen Stufenplan, der sich am Stadium Ihrer Erkrankung orientiert.

Unsere vorrangigen Ziele sind die Verminderung der Schwindelanfälle, die Angstreduktion sowie Ihre psychophysische Stabilisierung.

Morbus-Menière-Therapie mit und ohne Medikamente

Einfache Prophylaxe
Als konservative Prophylaxetherapie kann eine salzarme Diät ratsam sein, um das Risiko des Endolymphhydrops zu reduzieren.

Akutphase
In der Akutphase sind Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen sowie zur Beruhigung sinnvoll.

Spezifisches Gleichgewichtstraining
In jedem Fall notwendig und sinnvoll ist das Gleichgewichtstraining. Ziel ist, die Koordination von Kopf, Auge und Körpermotorik zu trainieren und Kompensationsmechanismen zu erarbeiten. Das ist nicht nur bei Anfällen hilfreich, sondern auch, wenn das Gleichgewichtsorgan infolge der Erkrankung in seiner Funktion eingeschränkt oder ausgefallen bleibt. Im Rahmen des Trainings lernen Sie auch, den organisch bedingten, echten Morbus-Menière-Schwindel von einem psychogenen Angstschwindel zu unterscheiden. Zudem werden das Vertrauen in Ihren eigenen Körper und Ihre Selbstsicherheit gestärkt. In den Schön Kliniken ist das symptomorientierte Gleichgewichtstraining ein wesentlicher, sehr erfolgreicher Bestandteil der Morbus-Menière-Therapie.

Biofeedback, Sport- und diverse andere Fachtherapien gehören ebenfalls zu unserem umfassenden Behandlungsprogramm.


Therapien auf der psychischen Ebene
Ein besonderer Schwerpunkt der Morbus-Menière-Therapie in den Schön Kliniken sind die psychosomatischen und psychotherapeutischen Maßnahmen.
Sie dienen zur Verbesserung der Symptombewältigung und zur Behandlung von sekundären psychischen Begleiterkrankungen, wie reaktiven psychischen Angstschwindelattacken oder Angststörungen. Auch Verlauf und Häufigkeit von Anfällen, die durch Ängste negativ beeinflusst werden, können so gelindert werden.
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Durch umfassende Beratungs- und Aufklärungseinheiten lernen Sie, mit Ihrer Krankheit umzugehen und deren Folgen zu erleichtern.

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