Burnout

Mit uns finden Sie zu neuen Kräften

Ob Hausfrau, Manager oder Lehrer – es kann jeden treffen. Wer unter Burnout leidet, fühlt sich ausgebrannt, leer und kraftlos. Während die Leistungsfähigkeit abnimmt, nehmen die emotionale Erschöpfung und die Angst vor dem Scheitern zu. Betroffene fühlen sich vollkommen überfordert und überflutet von einer Fülle von Erwartungen, die andere stellen. Auch ihren eigenen Ansprüchen können sie nicht mehr genügen.

In den Schön Kliniken unterstützen wir Sie dabei, Ihre anhaltende Erschöpfung (Burnout-Syndrom) zu überwinden. Mit einem individuellen Therapieprogramm helfen wir Ihnen, Strategien und Einstellungen zu entwickeln, mit denen Sie Belastungssituationen in Zukunft besser bewältigen können.

Unser Burnout Selbsttest gibt Ihnen eine erste Einschätzung, ob eine Erkrankung bei Ihnen vorliegen kann.

Fachlich geprüft von Univ.- Doz. Dr. Gernot Langs

Was ist ein Burnout-Syndrom?

Mittlerweile sind wir es fast gewohnt, den Begriff Burnout-Syndrom im Sinne der Diagnose einer psychischen Erkrankung zu verwenden. Dabei ist das Burnout-Syndrom ein relativ junger Begriff ohne medizinische Tradition – beispielsweise im Gegensatz etwa zur Depression, die schon von den alten Griechen beschrieben wurde.

Nach der am weitesten verbreiteten Definition bezeichnet das Burnout-Syndrom einen Zustand andauernder Erschöpfung infolge von anhaltender Überlastung, die charakterisiert ist durch die folgenden drei Merkmale:

  1. emotionale Erschöpfung
  2. erhöhte Reizbarkeit und zwischenmenschliche Distanzierung
  3. (selbst eingeschätzter) Verlust der eigenen Leistungsfähigkeit

Dabei handelt es sich beim Burnout-Syndrom nicht um eine etablierte Diagnose. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN) vertritt die Position, dass es sich hierbei um einen Risikozustand für die Entwicklung einer psychischen Erkrankung handelt. Ob oder welche Diagnose jedoch als Folge einer solchen Überlastung vorliegt – in vielen Fällen handelt es sich um eine depressive Entwicklung –, gilt es jedoch fachärztlich bzw. durch einen approbierten Psychotherapeuten abzuklären.

Wie dem auch sei: Psychische Erkrankungen gehören mittlerweile zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung. Beruflicher Stress und Überlastung sind sehr häufig von zentraler Bedeutung für die Entstehung und Aufrechterhaltung einer psychischen Störung. Viele Betroffene erleben sich als ausgebrannt und in ihrer Belastbarkeit deutlich eingeschränkt. Viele machen sich auch Sorgen um ihre weitere Erwerbsfähigkeit.

Psychotherapeutische Angebote mit Fokus auf den Umgang mit beruflichem Stress können hier entlastend wirken und Auswege aufzeigen. Unter gezielter Berücksichtigung der auslösenden beruflichen Belastungen kann die Therapie helfen, die Alltags- und Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen und einer erneuten Überlastung vorzubeugen.

Erschöpfter Mann mit langem Haar stützt den Kopf am Schreibtisch im Büro

Ursachen: Wie entstehen chronischer beruflicher Stress und Burnout?

Es gibt eine ganze Reihe von Ursachen für die Entwicklung von chronischem beruflichem Stress und einem Burnout-Syndrom. Zu unterscheiden sind dabei zunächst persönliche Faktoren wie der eigene Umgang mit Stress, die persönliche Resilienz, der eigene Gesundheitszustand (inkl. Alter) und private Ausgleichsressourcen („individuelle Ebene“).

Hinzu kommen betriebliche Belastungsfaktoren wie Merkmale der Tätigkeit selbst, z. B. das Ausmaß der Anforderungen, verfügbare Unterstützungsquellen bei der Arbeit, die Gestaltung von Führung im Unternehmen, Fairness der Arbeitsverteilung oder besondere Belastungen wie Personalabbau oder betriebliche Umstrukturierungsmaßnahmen („betriebliche Ebene“). Darüber hinaus wirken gesellschaftliche Einflüsse („gesellschaftliche Ebene“) wie Digitalisierung, zusätzliche Belastungen im Rahmen der Pandemie, Arbeitsplatzsicherheit, Folgen der zunehmenden Digitalisierung oder der Einfluss von Reformen (z. B. im Lehrberuf).

Abbildung 1 veranschaulicht die verschiedenen Belastungsebenen im Beruf. Psychotherapeutische Interventionen setzen naturgemäß primär auf der „individuellen „Ebene“ an, gegebenenfalls können auch gezielte Empfehlungen für die betriebliche Ebene gegeben werden, z. B. im Rahmen von Empfehlungen zur stufenweisen beruflichen Wiedereingliederung nach längerer Zeit der Arbeitsunfähigkeit.

Viele Betroffene achten kaum oder gar nicht auf ihre eigenen psychischen und körperlichen Grenzen.
Ausschlaggebend ist oft auch die Einstellung zur eigenen Leistung bei der Arbeit und im Alltag. Typisch ist ein hohes Bedürfnis, den eigenen hohen Ansprüchen zu genügen, sowie nach Wertschätzung und Anerkennung. Beispiele:​​​​

  1. Hohe persönliche Standards (z. B. „Ich setze mir höhere Ziele als die meisten meiner Kollegen.“)
  2. Wertverlust und Versagen (z. B. „Wenn ich bei meiner Arbeit versage, dann bin ich als ganzer Mensch ein Versager.“)
  3. Abhängigkeit von Sympathie (z. B. „Es ist mir sehr wichtig, dass andere Menschen mögen, was ich tue.“)
  4. Misserfolg auf die eigene Person beziehen (z. B. „Ich gebe mir gewöhnlich die Schuld, wenn sich Dinge nicht gut entwickeln.“)
  5. Meidung von sozialer Unterstützung (z. B. „Wenn ich um Unterstützung bitte, dann ist das ein Zeichen von Inkompetenz und Schwäche.“)
  6. Absicherung und Risikovermeidung (z. B. „Etwas spontan ausprobieren zu müssen, wäre schrecklich, denn es könnte ein Reinfall werden.“)
  7. Geringes Kompetenzerleben (z. B. „Ich werde es nie schaffen, dieses Problem zu lösen.“)
  8. Hohe Erwartungen an andere (z. B. „Ich kann doch wohl erwarten, dass andere mich genauso freundlich und zuvorkommend behandeln, wie ich es tue.“)

Im Laufe der Zeit wächst der Frust. Die Betroffenen nehmen ihre große Erschöpfung erst wahr, wenn die Stimmung von Euphorie in Resignation umschlägt. Ein Gefühl innerer Leere breitet sich aus. Als Erstes fällt Freunden und Familie meist die erhöhte Reizbarkeit der betroffenen Person auf. Sehr häufig kommen zwischenmenschliche Konflikte im Berufs- und Privatleben hinzu, die die Situation zusätzlich verschärfen.

Zu den Auslösern gehören unter anderem zu große Arbeitsbelastung, hoher Zeit- und Termindruck sowie mangelnde Mitspracherechte und Kommunikation im Betrieb. Viele haben auch das Gefühl, viel mehr in den Beruf zu investieren als sie an Gehalt, Sicherheit des Arbeitsplatzes, beruflichem Aufstieg und Wertschätzung zurückbekommen (berufliche Gratifikationskrise).

Symptome: Anzeichen, die Sie aufhorchen lassen sollten

Sehr viele körperliche und psychische Symptome werden mit chronischem Arbeitsstress und Burnout in Verbindung gebracht. Dabei handelt es sich meist um unspezifische Symptome, die zunächst nicht mit einer spezifischen Erkrankung in Verbindung gebracht werden können.
Typisch ist vor allem das Gefühl, „ausgebrannt“ zu sein. Trotz immer längerer Pausen oder Erholungsphasen schaffen es Patienten mit chronischem beruflichem Stress und Burnout nicht, dieses Gefühl ohne professionelle Hilfe wieder loszuwerden.
Wenn Sie mehrere der folgenden Überlastungssymptome erleben, sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen:

  • Erschöpfung
  • Energiemangel
  • anhaltende Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • Entscheidungsunfähigkeit
  • verminderte Initiative und Fantasie

Körperliche Beschwerden:

Weitere Anzeichen:

  • Gleichgültigkeit
  • Desillusionierung
  • Neigung zum Weinen
  • Schwächegefühl
  • Ruhelosigkeit
  • Verlust an Empathie
  • Zynismus
  • Verlust von Idealismus
  • Verbitterung
  • Partnerschafts- und/oder Familienprobleme

Warnsignale werden von Betroffenen vielfach lange ignoriert. Sei es, weil sie die Symptome tatsächlich nicht wahrnehmen oder sie nicht wahrhaben wollen. So entsteht ein schleichender Prozess: Es kann lange dauern, bis sich ein Burnout-Syndrom voll entwickelt.

Nehmen Sie die folgenden Warnsignale ernst und suchen Sie Hilfe:

  • Gefühl der Unentbehrlichkeit
  • Gefühl, nie genug Zeit zu haben
  • Hyperaktivität
  • nicht Nein sagen können
  • freiwillige unbezahlte Mehrarbeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Entscheidungsschwierigkeiten
  • Ungenauigkeiten
  • Schwierigkeiten bei der Ausführung komplexer Aufgaben
  • Tagträume (Fluchtfantasien)
  • Unzufriedenheit mit den eigenen Leistungen
  • abnehmende Freundlichkeit
  • Gefühl fehlender Anerkennung und Wertschätzung
  • Humorlosigkeit
  • Schuldgefühle
  • unbestimmte Angst und Nervosität
  • Unruhe
  • Selbstmitleid
  • Misstrauen
  • Rückzug aus privaten Kontakten
  • Partnerschafts- und Eheprobleme
  • Sportunfälle
  • erhöhter Alkoholkonsum
  • erhöhter Tablettenkonsum
  • häufiger Blick auf die Uhr bei der Arbeit
  • Belohnung durch Einkaufen
  • vermehrte Konflikte mit Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten oder Schülerinnen und Schülern
  • verändertes Essverhalten

Diagnose: So wird chronischer beruflicher Stress festgestellt

In der Regel wenden sich von Burnout Betroffene zunächst wegen körperlicher Beschwerden wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Verdauungsprobleme an eine Ärztin oder einen Arzt. Können diese keine körperlichen Ursachen finden, überweisen sie an Spezialisten. Nun geht es um die genaue Abklärung und diagnostische Einordnung der Symptome, beispielsweise um die Abklärung einer depressiven Störung. Ein ausführliches Gespräch ist dabei das wichtigste Element für eine exakte Diagnose.

Persönliches Gespräch

Im Gespräch mit unserem therapeutischen Personal können Sie sich auf unsere langjährige Erfahrung verlassen. In den Schön Kliniken stellen wir die richtigen Fragen und können sowohl körperliche Symptome von Stress und Erschöpfung als auch psychische Überlastungssymptome diagnostisch einordnen. Wir erfragen alle aktuellen Beschwerden und gehen auf Ihre persönliche Einstellung zu Familie und Beruf ein. So können wir auch bereits bestehende Folgeerkrankungen wie Depressionen oder Schmerzstörungen diagnostizieren.

Fragebögen unterstützen einen ersten Verdacht

Im Anschluss an das Gespräch führen wir regelhaft standardisierte psychologische Testverfahren durch (z. B. ein Screening auf Symptome einer depressiven Störung). Sie können helfen, den im Gespräch gewonnenen Eindruck zu bestätigen und einen ersten Verdacht zu erhärten oder zu entkräften.

Beispiel: Fragebogen zu arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebensmustern (AVEM)

​​​​​​​Dieser Fragebogen ist ein gutes Instrument, um gesundheitsgefährdende Verhaltensmuster im Umgang mit beruflichem Stress aufzudecken. Ihre Antworten geben Aufschluss über Ihr Arbeitsengagement, Ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber beruflichen Belastungen sowie Ihre aktuelle Gefühlslage. Die Antworten gebenauch Auskunft darüber, wie Sie mit schwierigen Situationen umgehen. Sollte sich hier ein Risikomuster zeigen, können wir in der anschließenden Therapie gezielt an Ihrem Umgang mit Stress arbeiten.

Organische Ursachen ausschließen

Sollte der Verdacht auf eine organische Erkrankung weiterhin bestehen, klären unsere Spezialisten dies selbstverständlich ab. Erschöpfung und Müdigkeit können zum Beispiel auch Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion oder einer chronischen Infektion sein. Untersuchungen wie Bluttests, Ultraschall oder andere bildgebende Verfahren bringen Gewissheit.
Freundlicher Therapeut in moderner Praxis steht lächelnd im Vordergrund, im Hintergrund arbeitet eine Frau am Computer

Verhaltensmuster reflektieren und ändern

Ihre Therapie in den Schön Kliniken erfolgt im Rahmen eines integrativen verhaltensmedizinischen Behandlungskonzeptes. Dieses berücksichtigt sowohl psychische und körperliche als auch soziale Faktoren. Während Ihres Klinikaufenthaltes steht Ihnen eine Bezugstherapeutin oder ein Bezugstherapeut zur Seite. Gemeinsam mit Ihnen werden die notwendigen Therapiemaßnahmen besprochen und bei Bedarf immer wieder angepasst.

Wir nehmen uns Zeit für Sie – nutzen Sie unseren Online-Service der Schön Klinik Beratung.

Burnout-Therapie: Bausteine nach individuellem Maß

Ein wesentlicher Baustein Ihrer Burnout-Therapie ist die regelmäßige Einzelpsychotherapie mit Ihrer Bezugstherapeutin oder Ihrem Bezugstherapeuten. Weitere Bausteine sind Gruppentherapien, Achtsamkeitstraining, Sporttherapie sowie bei entsprechender Indikation Gestaltungs- oder Ergotherapie, Physiotherapie und Biofeedback. Gemeinsam mit Ihnen arbeiten wir daran, Ihre bisherigen Strategien zur Konflikt- und Problemlösung zu ändern. Im Rahmen des stationären Aufenthaltes können Sie bereits erste Veränderungsschritte ausprobieren beziehungsweise umsetzen. Nach und nach entwickeln Sie so ein besseres Gespür für die Grenzen Ihrer Belastbarkeit.

Eine stationäre Behandlung kann eine gute Gelegenheit sein, eigene stressverschärfende Gedanken und Einstellungen (Beispiele siehe oben) zu bearbeiten, eigene Werte zu klären und neue Leitsätze zu entwickeln.

Betroffene benötigen darüber hinaus häufig Unterstützung bei der Bewältigung von zwischenmenschlichen Konflikten bei der Arbeit, bei der Förderung von Selbstsicherheit im Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten und gegebenenfalls bei der Klärung beruflicher Perspektiven. Viele Betroffene berichten, nach der Arbeit „gedanklich nicht abschalten zu können“, oft verbunden mit Grübeln und anhaltenden Schlafstörungen. Die Behandlung chronischer beruflicher Stressbelastung muss dann auch den Umgang mit Erholung und Ausgleich sowie die Wiederherstellung der Erholungsfähigkeit berücksichtigen.

Berufsspezifische Gruppentherapie

Berufliche Überlastung ist ein weit verbreitetes Phänomen. Die spezifische Bearbeitung von chronischem Überlastungserleben in Bezug auf den Beruf und die gezielte Unterstützung bei der Vorbereitung der beruflichen Wiedereingliederung kann – neben der Behandlung der Symptomatik – einen entscheidenden Mehrwert für die Besserung der Symptomatik sowie zur Vorbeugung von Rückfällen haben. Die Schön Kliniken bieten daher spezielle Therapiegruppen an, die genau auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind und die spezifischen Belastungsfaktoren berücksichtigen. Ein Beispiel ist das Therapieprogramm „Arbeit und Gesundheit im Lehrerberuf (AGIL)“.
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Bei Beratungsbedarf, z. B. im Zusammenhang mit längerer Arbeitsunfähigkeit, längerfristiger Gefährdung der Erwerbsfähigkeit, Fragen zu weiterführenden Rehabilitationsmaßnahmen oder der Beantragung eines Grades der Behinderung, kann der sozialtherapeutische Fachdienst unterstützen.

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