Schlaganfall

Bestmögliche Behandlung – von der Erstversorgung bis zur Reha

Wie der Name es bereits ausdrückt, trifft der Schlaganfall viele Betroffene wie ein Schlag. Ganz plötzlich können Lähmungen, Gefühlsstörungen oder Sprachstörungen auftreten. Von einem Moment auf den anderen sind Sie möglicherweise mit Themen wie Behinderung und Pflege konfrontiert. Hinzu kommen häufig noch wirtschaftliche und soziale Probleme.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. Klaus Jahn

Schlaganfall – Ursachen: So entsteht ein Gehirnschlag

In acht von zehn Fällen entsteht der Schlaganfall durch ein Gerinnsel, das ein Blutgefäß im Gehirn verstopft. Hier spricht man von einem ischämischen Schlaganfall, der durch mangelnde Durchblutung verursacht wurde.

In den anderen Fällen verursacht der plötzliche Riss eines Blutgefäßes den Hirnschlag. Es entsteht eine Gehirnblutung.

Beide Ursachen führen zu ähnlichen Symptomen und Auswirkungen: Die Blutversorgung der Gehirngebiete hinter bzw. um die „Unfallstelle“ herum ist gestört. Wichtige Fähigkeiten des Gehirns gehen verloren.

Älterer Mann mit grauen Haaren hält sich schmerzerfüllt beide Schläfen und schließt die Augen

Schlaganfall – Symptome: Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten

In den meisten Fällen tut ein Schlaganfall nicht weh. Deshalb bleiben vor allem leichtere „Schläge“ häufig unerkannt. Das plötzliche Auftreten folgender Symptome lässt Sie einen Schlaganfall erkennen:

  • Lähmung einer Körperseite, eines Armes oder Beines oder einer Gesichtshälfte
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Gliedern
  • Sprach- bzw. Sprechstörung mit undeutlicher, verwaschener Sprache
  • Probleme beim Verstehen von Gesprochenem oder völlige Unfähigkeit zu sprechen
  • Sehschwäche oder Blindheit auf einem Auge oder auf einer Seite des Gesichtsfeldes
  • Sehen von Doppelbildern, verschwommenes Sehen
  • Schwindel mit Übelkeit und Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen und Schwierigkeiten, die eigenen Bewegungen zu koordinieren
  • Bewusstlosigkeit oder Verwirrtheit
  • selten abrupt beginnende heftigste Kopfschmerzen („wie vom Blitz getroffen“)

Ab ins Krankenhaus – jede Minute zählt!

Nehmen Sie die Warnzeichen ernst! Sorgen Sie für einen sofortigen Transport ins Krankenhaus (Notrufnummer 112), sobald Sie an sich oder anderen diese Warnzeichen beobachten. Eine sofortige ärztliche Behandlung kann möglicherweise schwerwiegende Komplikationen verhindern und im besten Fall zu einer vollständigen Rückbildung der Symptome führen.

Vorbote Schlaganfall: vorübergehende Durchblutungsstörung

In jedem dritten Fall kommt es vor einem Schlaganfall zu einer vorübergehenden Durchblutungsstörung, bei der sich das Blutgerinnsel sofort wieder auflöst und keine Schäden zurückbleiben. Dieser „kleine“ Schlaganfall dauert meist nur wenige Minuten, selten aber länger als zwei Stunden. Es treten einige der oben genannten Symptome auf. Auch kurzfristige Symptome bedürfen einer sofortigen ärztlichen Behandlung auf einer spezialisierten Schlaganfall-Station (Stroke-Unit).

Diagnose: die Ursache des Schlaganfalls finden

Um schnell die richtigen therapeutischen Maßnahmen und die geeignete Behandlung einzuleiten, müssen zunächst zwei Fragen geklärt werden: Was hat den Schlaganfall verursacht und wo genau im Gehirn ist er entstanden? Letzteres geschieht mithilfe zweier bildgebender Verfahren - der Computertomografie (CT) und der Magnetresonanztomografie (MRT).

Neurologische Untersuchungen klären außerdem, welche Bereiche des Gehirns nicht mehr oder nur eingeschränkt funktionieren. Dabei überprüft das neurologische Personal unter anderem die Reflexe, Koordination, Gedächtnisleistung, Sprache und Orientierung der Betroffenen.

Computertomografie (CT)

Die CT liefert spezielle Röntgenbilder des Gehirns, der Knochen sowie der Blutgefäße. So kann das ärztliche Personal zwischen einer Durchblutungsstörung und einer Hirnblutung unterscheiden.

Magnetresonanztomografie (MRT)

Die MRT kann das Gehirngewebe noch genauer darstellen und erfasst selbst kleinste Veränderungen und Unregelmäßigkeiten im Gehirn. Sie kann auch Hinweise bei der Erforschung der Ursache liefern.

Ultraschalluntersuchung (Neurosonografie)

Mit dieser Untersuchung kann man die Durchblutung der Gefäße, die das Gehirn versorgen, darstellen. So können wir sehen, ob das Blut normal fließt. Ist der Blutfluss an bestimmten Stellen behindert, deutet dies auf eine Arterienverkalkung oder einen Gefäßverschluss hin.

Herzuntersuchung

Um weitere mögliche Ursachen für einen Schlaganfall festzustellen, werden genaue Herzuntersuchungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem ein Elektrokardiogramm (EKG), Langzeit-EKG und eine Schluckecho-Untersuchung (TEE). Hiermit lassen sich gegebenenfalls Herzrhythmusstörungen (zum Beispiel Vorhofflimmern) und Strukturen am Herzen, die Gerinnsel auslösen können, nachweisen.

Blutuntersuchungen

Die Blutuntersuchungen geben Hinweise auf den Gerinnungsstatus und mögliche Fettstoffwechselstörungen. In seltenen Fällen können sie Hinweise für Autoimmunerkrankungen erbringen.

Angiografie

Heute lassen sich schon mittels CT und MRT die Gefäße des Gehirns darstellen. Oft wird hierfür ein Kontrastmittel benötigt, durch das die Blutgefäße sehr deutlich erkennbar werden. Das zeigt uns, inwieweit Gefäße eingeengt oder verschlossen sind oder ob andere Gefäßschäden vorliegen. In Ausnahmefällen ist eine Darstellung mittels eines Katheters notwendig.
Mann mit grauen Haaren und Jeanshemd steht vor einem Spiegel im hellen Badezimmer und betrachtet sein Spiegelbild

Akut-Behandlung: Intensive Erstversorgung im Krankenhaus

Ein Schlaganfall oder eine vorübergehende Durchblutungsstörung sollte immer im Krankenhaus behandelt werden! Hierfür stehen flächendeckend von der Deutschen Schlaganfallgesellschaft zertifizierte Stroke-Units rund um die Uhr zur Verfügung. Diese intensivmedizinischen Abteilungen sind auf die Behandlung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten spezialisiert. Wir sind stolz darauf, dass gleich zwei unserer Kliniken diese Zertifizierung besitzen: sowohl die Schön Klinik Bad Aibling Harthausen als auch die Schön Klinik Neustadt.


Wichtig ist jedoch, dass schnell gehandelt wird, jede Minute zählt dabei. Je früher die geeignete Therapie begonnen werden kann, desto größer ist die Chance, dass keine oder nur geringfügige Behinderungen zurückbleiben.

Insbesondere sind hier die Thrombektomie (ein Eingriff, bei dem das auslösende Blutgerinnsel bis zu 24 Stunden nach Verschluss mechanisch entfernt werden kann) als auch die sogenannte Thrombolyse, bei der auch kleine Gerinnsel medikamentös aufgelöst werden, zu nennen. Beide Verfahren stehen rund um die Uhr als entscheidende Behandlungsoptionen zur Verfügung.

Wieder zu Hause

Jede Rehabilitation hat das Ziel, dass Sie auch zu Hause ein möglichst unabhängiges, selbstständiges Leben führen können. Wenn nach einem Schlaganfall körperliche Behinderungen zurückbleiben, brauchen Sie unter Umständen Hilfe im Alltag. Unterstützung bieten unsere Ergotherapeutinnen und -therapeuten. Sie beraten Sie und Ihre Angehörigen, was getan werden kann, damit Sie in Ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Häufig reicht es, Gehhilfen, Rollstuhl oder Treppenlift anzuschaffen. Manchmal sollte die Wohnung behindertengerecht umgebaut werden.

Auch Angehörige müssen ihr Leben oft neu organisieren. Wenn sie mit der Situation überfordert sind, kann der Besuch einer Selbsthilfegruppe helfen, die Belastungen des Alltags zu meistern.

Alte Funktionen neu erlernen: Rehabilitation nach der Akut-Behandlung

Je nach der Schwere der Schädigung wählen unsere Experten nach der Akut-Behandlung für Sie die passenden Reha-Maßnahmen aus. Dabei können krankengymnastische, ergotherapeutische, neuropsychologische oder logopädische Maßnahmen zum Einsatz kommen. So können Sie zum Beispiel unter Anleitung unserer speziell ausgebildeten Therapeutinnen und Therapeuten verloren gegangene Fähigkeiten komplett oder teilweise wiedererlangen oder sich neue Bewegungsmuster aneignen.

Eine frühe Reha verringert Komplikationen

Schon auf der Stroke Unit beginnen wir im Rahmen der Frührehabilitation mit aktivierenden Maßnahmen. Es gilt, langfristig drohende Schäden Ihres Gehirns abzuwenden oder zu verringern. Unser wichtigstes Ziel ist es, Sie möglichst schnell wieder am Leben teilhaben zu lassen. Danach steht die schrittweise Wiedererlangung Ihrer Selbstständigkeit im Vordergrund.

Die Frührehabilitation besteht aus drei Elementen:
  • Aktivierende Pflege (mindestens drei Stunden täglich)
    Unsere Pflegekräfte üben mit Ihnen frühzeitig Bewegungen ein. So können Sie Ihre Körperpflege und den Gang zur Toilette – zumindest teilweise – wieder selbst übernehmen.
  • Aktivierende Therapien (mindestens zwei Stunden täglich)
    Unsere Physiotherapeuten unterstützen Sie dabei, Ihre Bewegungsfähigkeit zu erhalten oder zu verbessern. Bei der Ergo üben Sie Fähigkeiten des alltäglichen Lebens. Wichtig sind auch Behandlungen, die Ihre geistige Leistungsfähigkeit trainieren und die Sprech- und Schluckfähigkeit verbessern.
  • Ärztliche Therapien
Ein sogenanntes Monitoring-System überwacht Ihr Herz, Ihren Kreislauf und Ihre Atmung. Bei Veränderung schlägt es sofort Alarm. So können wir gefährliche Situationen sofort erkennen und schnell reagieren. Patienten, die zum Beispiel Schwierigkeiten haben, Speichel und Schleim aus der Luftröhre abzuhusten, erhalten Hilfe über eine Absaugvorrichtung. Die zusätzliche Gabe von Sauerstoff hilft, die häufig beeinträchtigte Lungenfunktion zu verbessern.

Schlaganfalltherapie – medikamentöse Behandlung

Ist ein Blutgerinnsel der Auslöser, versuchen wir – in der Regel bis 4,5 Stunden (in Ausnahmefällen 6 Stunden) nach Auftreten der Symptome –, dieses aufzulösen, bevor das Gewebe unwiderruflich geschädigt wird. Dies geschieht mithilfe von Medikamenten (sogenannte Lyse).

Schlaganfalltherapie – operative Behandlung

Falls eine Auflösung des Blutgerinnsels nicht gelingt, besteht bis zu zwölf Stunden nach Symptomauftritt die Möglichkeit, bei größeren Gefäßverschlüssen das Gerinnsel mit einem Katheter zu entfernen. Dieser Eingriff wird in einem spezialisierten Zentrum vorgenommen.
​​​​​​​
Hat eine Hirnblutung den Schlaganfall verursacht, senken wir zunächst den meist erhöhten Blutdruck mit entsprechenden Medikamenten. Durch das ins Gehirn austretende Blut wird das Gehirngewebe zusammengedrückt und der Druck im Inneren des Schädels steigt. Lässt sich so die Blutung stabilisieren, ist dies eine erfolgversprechende Therapie. Manchmal ist bei großen Hirnblutungen allerdings eine Operation notwendig.

Eine Sonderform stellt die mit heftigsten Nackenkopfschmerzen einhergehende sogenannte Subarachnoidalblutung dar. Hier ist in der Regel ein sofortiger neurochirurgischer beziehungsweise neuroradiologischer Eingriff bei möglichen Gehirnaussackungen (Aneurysma) notwendig.

Alte Funktionen neu erlernen: Rehabilitation nach der Akutbehandlung

Je nach der Schwere der Schädigung wählen unsere Ärztinnen und Ärzte nach der Akutbehandlung für Sie die passenden Rehamaßnahmen aus. Dabei können krankengymnastische, ergotherapeutische, neuropsychologische oder logopädische Maßnahmen zum Einsatz kommen. So können Sie zum Beispiel unter Anleitung unserer speziell ausgebildeten Therapeutinnen und Therapeuten verloren gegangene Fähigkeiten komplett oder teilweise wiedererlangen oder sich neue Bewegungsmuster aneignen.
 

Standorte

Filter

Filter

Loading...

8 Ergebnisse

+49 9573 56-0
+49 8061 903-0
+49 4561 54-0
+49 8061 903-0
+49 89 36087-0
+49 8061 903-0
+49 4331 200-0
+49 8061 903-0

Unsere Spezialisten

Sie benötigen einen Spezialisten, hier finden Sie Ihn!

Sie sind unsicher? Wir helfen ihnen gerne

Sie haben eine Frage zu Bahandlung, Aufnahme und Aufenthalt in unseren Krankenhäusern oder möchten einen Sprechstundentermin vereinbaren?

nach oben