Alzheimer-Demenz (Morbus Alzheimer)

Desorientierung-im-Alter | ©

Wieder mehr Lebensqualität

Die Alzheimer-Erkrankung beginnt in der Regel schleichend und tritt verstärkt bei Menschen in höherem Alter auf. Oft werden die anfangs auftretenden Gedächtnislücken, Orientierungs- und Sprachprobleme nicht ernst genommen, dem normalen Alterungsprozess zugesprochen oder überspielt. Wenn die Symptome häufiger auftreten, versuchen viele Betroffene aus Angst und Scham, ihre Defizite vor der Familie oder dem Arbeitgeber zu verbergen. Dabei ist es wichtig, möglichst früh mit einer Therapie zu beginnen.

Unsere Spezialisten in der Schön Klinik haben langjährige Erfahrung in der Behandlung von Morbus Alzheimer. Mit verschiedenen Therapie-Ansätzen verfolgen wir das Ziel, Ihre Beschwerden zu lindern und das Voranschreiten der Demenz zu verlangsamen.

Ursachen & Symptome

Was ist Morbus Alzheimer?

Morbus Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. Es handelt sich um eine neurodegenerative Erkrankung, bei der Störungen des Gedächtnisses, der Orientierung sowie des Denk- und Urteilvermögens auftreten. Diese Störungen entstehen durch fortschreitenden Verlust an Nervenzellen und Behinderung der Informationsweiterleitung bzw. -verarbeitung zwischen den Nervenzellen
Das Risiko steigt mit dem Lebensalter, insbesondere ab dem 80. Lebensjahr. Die Ausfälle verschlechtern sich kontinuierlich, weshalb Betroffene mindestens halbjährlich zur Kontrolluntersuchung gehen sollten.

Ursachen: Wie entsteht die Alzheimer-Erkrankung?

Warum es zum Absterben von Gehirnzellen kommt, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Es deutet aber vieles darauf hin, dass es eine ganze Reihe von genetischen und umweltbedingten Risikofaktoren gibt. Allen Patienten gemeinsam ist, dass Eiweißablagerungen zwischen und in den Zellen gefunden werden. Deren Rolle ist allerdings immer noch umstritten.
Klar ist: An der Ausprägung der Erkrankung sind immer bestimmte Botenstoffe beteiligt, die Signale von einer Nervenzelle zur nächsten übertragen. Ist die Konzentration dieser Botenstoffe verändert, funktioniert die Übertragung der Impulse zwischen den Nervenzellen des Gedächtnissystems nicht mehr richtig.

Symptome: Anzeichen von Morbus Alzheimer

Symptome im Frühstadium
Das früheste Symptom einer Demenz ist in der Regel, dass neue Informationen nicht mehr zuverlässig ins Gedächtnis eingespeichert werden können. Da wir alle mit zunehmendem Alter in diesem Bereich Schwierigkeiten bekommen, kann man von leichter Vergesslichkeit nicht generell auf eine Demenz schließen. 

Folgende Symptome können jedoch auf eine Demenz hindeuten:
  • Häufiges Vergessen kurz zurückliegender Ereignisse
  • Schwierigkeiten, gewohnte Tätigkeiten auszuführen
  • Probleme im Gespräch die richtigen Worte zu finden
  • Schwierigkeiten, sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden
  • Nachlassendes Interesse an Arbeit, Hobbys und Kontakten
  • Verlust des Überblicks über finanzielle Angelegenheiten
  • Bislang nicht gekannte Stimmungsschwankungen, andauernde Ängstlichkeit, Reizbarkeit und Misstrauen
Symptome im mittleren Stadium
Langsam schwindet auch die Fähigkeit, sich an länger zurückliegende Ereignisse zu erinnern. Die Desorientierung betrifft zunehmend lebensgeschichtliche Details. Darüber hinaus ist die Bewegungsplanung und -koordination gestört: Einfache Tätigkeiten, wie das Zuknöpfen eines Hemdes oder das Bedienen des Fernsehers, werden immer schwieriger. Die räumliche Orientierung geht nach und nach verloren. Infolge der Orientierungslosigkeit können Ängste und Unsicherheit zunehmen. Gegenstände werden an unüblichen Orten abgelegt und daher nicht mehr sofort wiedergefunden. Patienten müssen verstärkt Hilfe in Anspruch nehmen, um ihren Alltag bewältigen zu können.

Symptome im späten Stadium
Hier treten sehr schwere Gedächtnislücken auf und die Betroffenen können oft nur noch wenige Worte sprechen. Die Kontrolle über Blase und Darm sowie über die Körperhaltung gehen verloren. Die Patienten können nicht mehr alleine gehen und werden bettlägerig. Sie müssen zu Hause gepflegt werden. 

Diagnostik

Diagnose: So stellen wir Morbus Alzheimer fest

Bei Verdacht auf eine Alzheimer-Krankheit sollten Sie und Ihre Angehörigen einen Facharzt für Neurologie oder Psychiatrie aufsuchen. Sie werden vom Arzt zunächst über den bisherigen Verlauf der Erkrankung befragt, zum Beispiel wann die ersten Auffälligkeiten aufgetreten sind. Bei einer systematischen psychologischen bzw. psychiatrischen Untersuchung werden Bewusstsein, Orientierung, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit, Sinnestäuschungen und Stimmung erfasst. Durch eine Laboruntersuchung Ihres Blutes und eventuell auch Ihrer Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit können mögliche andere Ursachen der Erkrankung abgeklärt werden. Dazu zählen Hormonstörungen, Vitaminmangel-Krankheiten, Stoffwechselstörungen und chronische Infektionskrankheiten.

Behandelbare Ursachen aufdecken mittels bildgebender Verfahren

Einige der seltenen, potenziell behandelbaren Ursachen von Demenz können wir mit Hilfe der Computertomografie oder Magnetresonanztomografie aufdecken. Dabei werden Schnittbilder Ihres Gehirns angefertigt. Neuere Methoden können auch die Hirndurchblutung und die Aktivität bestimmter Gehirnbereiche sichtbar machen. Wiederholte Untersuchungen zeigen in der Regel ein Fortschreiten des Gehirnschwundes.

Psychometrische Testverfahren zur Diagnosesicherung

Für eine sichere Diagnose setzen wir zudem sogenannte psychometrische Testverfahren ein. Diese umfassen Fragen, Aufgaben oder praktische Arbeiten, um Ihre geistige Leistungsfähigkeit bzw. Leistungseinbußen objektiv und frühzeitig zu erfassen. Der Schweregrad von Hirnleistungs-Störungen kann mit dem zehnminütigen Mini-Mental-Status-Test (MMST) orientierend bestimmt werden. Hier geht es zum Beispiel um Orientierung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Rechnen, Sprache und schlussfolgerndes Denken. Insbesondere bei Alzheimer im fortgeschrittenen Stadium berücksichtigen die Tests sowohl kognitive, affektive als auch motorische Aspekte.