Fingergelenksarthrose

Wenn die Bewegung der Finger schmerzt

Ob Greifen, Festhalten, Fühlen, Gestalten, Schreiben, Essen, Tasten oder Gestikulieren: Die Hände des Menschen mit den zehn Fingern sind zur täglichen Ausübung verschiedener Tätigkeiten unerlässlich. Doch häufig sind die Funktionsfähigkeit und die Beweglichkeit der Finger eingeschränkt und schmerzhaft. Die Schmerzen in den Fingergelenken sind dabei in vielen Fällen auf Gelenkverschleiß (Arthrose) zurückzuführen.

In den Schön Kliniken haben wir umfangreiche Behandlungsmöglichkeiten, um eine Arthrose in den Fingergelenken zu therapieren.

Unser handchirurgisches Personal berät Sie individuell, welche Behandlung am besten für Sie geeignet ist und wie sich Schmerzen nachhaltig vermeiden lassen.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. Markus Walther

Was versteht man unter einer Fingergelenksarthrose?

Wie an vielen anderen Gelenken des Körpers können auch an den Händen und insbesondere an den Fingergelenken arthrotische Veränderungen auftreten. Es kommt dabei zu einem Aufbrauchen des Gelenkknorpels mit der Folge von Schmerzen, Bewegungseinschränkung und Verdickung der betroffenen Gelenke. Die primäre Arthrose der Fingerendgelenke nennt man Heberden-Arthrose, die der Fingermittelgelenke Bouchard-Arthrose.
 
Person hält schmerzende Hand, Symbolbild für Fingergelenkarthrose und Handschmerzen

Wie entsteht eine Arthrose in den Fingergelenken?

Die Ursachen der Fingergelenksarthrose sind nicht endgültig geklärt, am ehesten dürfen erbliche Faktoren, hormonelle und stoffwechselbedingte Ursachen für die Entstehung verantwortlich gemacht werden. Fingergelenksarthrosen können auch (sekundär) nach schlecht verheilten Brüchen der Fingerglieder entstehen. Die Fingergelenksarthrose tritt in der Regel ab dem 40. Lebensjahr auf, Frauen sind häufiger betroffen als Männer (10 : 1).

Fingergelenksarthrose: Symptome, die auf einen Verschleiß hinweisen

Subjektiv beobachten Patientinnen und Patienten eine Verdickung in den betroffenen Gelenken, zunehmende Bewegungseinschränkung, gelegentliche Achsabweichungen und vor allem Schmerzen.
Weiterhin findet sich häufig eine Kälteempfindlichkeit sowie Morgensteifigkeit der betroffenen Finger.

Diagnose: Bildgebende Verfahren geben Sicherheit

  • Wegweisend sind das Befallmuster der Gelenke sowie die Symptomatik.
  • Die betroffenen Gelenke sind plump, verdickt und mehr oder weniger bewegungseingeschränkt.
  • Im Röntgenbild erkennt man die typischen Gelenkveränderungen (Gelenkspaltverschmälerung, Knochenanbauten).
  • Blutuntersuchungen sind dagegen nicht aussagekräftig.
  • Abgrenzen muss man Systemerkrankungen, die ähnliche Beschwerden auslösen können, wie zum Beispiel Gicht, rheumatoide Arthritis oder Psoriasis-Arthritis.
Älterer Mann mit rotem T-Shirt gärtnert mit kleinem Jungen, der Pflanzen mit gelber Gießkanne im Garten gießt

Behandlungsmethoden bei Fingergelenksarthrose

Behandelt wird die Fingergelenksarthrose dann, wenn es zu Schmerzen oder durch Abnützen der Gelenkflächen zu einer Einschränkung der Funktion kommt.

Arthrose in den Fingergelenken: Behandlung ohne OP

Unter der konservativen Arthrose-Behandlung versteht man die Kombination aus mehreren nicht medikamentösen und medikamentösen Maßnahmen wie Physiotherapie, Injektionen, Strahlentherapie oder entzündungsstillenden Medikamenten.

Medikamente
Nicht steroidale Antiphlogistika wirken gegen Entzündung und Schmerz.

Physikalische Maßnahmen
Salben, Wärmeanwendungen durch Bäder, Schlammpackungen, Kohlensäurebäder verbessern mit dosierten Bewegungsübungen die Funktion und lindern die Schmerzen.

Injektionsbehandlung
Injektionen in das Gelenk
Hyaluronsäure bis zu dreimal, Kortisoninjektionen meist nur einmalig

Strahlentherapie
Radiosynoviorthese oder externe Bestrahlung
 

Arthrose in den Fingergelenken: Operation – Möglichkeiten der Handchirurgie

Bei der Auswahl des richtigen OP-Verfahrens ist zu berücksichtigen, dass die verschiedenen Fingergelenke einen sehr unterschiedlichen Anteil an der Gesamtbeweglichkeit eines Fingers haben. Dieser nimmt von körpernah (Grundgelenke) bis körperfern (Endgelenke) deutlich ab.

Zur Schmerzreduktion können Endgelenke ohne große funktionelle Ausfälle versteift werden (Arthrodese). Mittelgelenke sollten nur bei schwer arbeitenden Personen versteift werden, die Grundgelenke wenn möglich nie.
Neben Versteifungen können an den Gelenken der Finger auch gezielt schmerzleitende Nervenfasern durchtrennt werden (mikrochirurgische Denervation). Dadurch bleiben die Gelenke selbst unverändert, die Schmerzhaftigkeit kann aber oft deutlich reduziert werden.

Für Grund- und Mittelgelenke stehen außerdem verschiedene Arten von Gelenkprothesen zum Ersatz der zerstörten Gelenke zur Verfügung.

Nachsorge bei Fingergelenkarthrose

Nach versteifenden Maßnahmen ist meist eine mehrwöchige Ruhigstellung in einer individuell angefertigten Schiene notwendig, nach Denervationen können die Finger sofort bewegt werden.

Fingergelenksprothesen werden frühfunktionell durch unsere Handtherapeutinnen und Handtherapeuten nachbehandelt.

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