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Obesitas-Hypoventilationssyndrom (Pickwick-Syndrom)

Wir helfen Ihnen, wieder freier durchatmen zu können

Das Obesitas-Hypoventilationssyndrom im Blick

Das Obesitas-Hypoventilationssyndrom (OHS), auch als Pickwick-Syndrom bezeichnet, gehört zu den seltenen, aber schwerwiegenden Komplikationen von Übergewicht (Adipositas, BMI>30). Es geht auf eine unzureichende Atmung zurück, die primär durch starkes Übergewicht und eine gestörte Funktionsweise der Atemmuskulatur verursacht wird. Diese Atmungseinschränkung führt zu einer verminderten Sauerstoffaufnahme in den Körper und einer Ansammlung von Kohlendioxid (Hypoventilation).

Betroffene Patienten entwickeln dadurch nicht nur Atemprobleme, sondern leiden oft unter vielfältigen Begleiterscheinungen, wie Tagesschläfrigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsproblemen bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen, wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck. In den Schön Kliniken bieten wir gezielte Diagnostik- und Therapieoptionen an, die den Betroffenen wieder mehr Lebensqualität ermöglichen – individuell abgestimmt auf die Besonderheiten dieses Krankheitsbildes.

Ursachen & Symptome

Ursachen: Wie entsteht ein Obesitas-Hypoventilationssyndrom?

Das Obesitas-Hypoventilationssyndrom wird nachweislich durch eine Kombination aus starkem Übergewicht und einer eingeschränkten Atemfunktion ausgelöst. Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von über 30, insbesondere jedoch ab einem BMI von 40 (schwere Adipositas), haben ein erhöhtes Risiko für diese Erkrankung. Übermäßiges Fettgewebe im Bauch- und Rumpfbereich behindert  die mechanische Bewegung des Zwerchfells und erschwert somit das Ein- und Ausatmen erheblich.

Zudem beeinträchtigt Übergewicht die Neuroregulation der Atmung. Die chemischen Rezeptoren im Gehirn, die die Sauerstoff- und Kohlendioxidspiegel im Blut überwachen und regulieren, reagieren bei adipösen Patienten weniger sensibel. Die Folge ist ein dauerhaft verringertes Atemvolumen.

Weitere Risikofaktoren sind unter anderem:

  • schwere obstruktive Schlafapnoe (atembezogene Schlafstörungen, die zu Atemaussetzern führen)
  • chronische Erkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Probleme oder Diabetes mellitus Typ 2
  • Bewegungsmangel und geringe körperliche Belastungsfähigkeit
  • hormonelle und genetische Faktoren, die die Atemwege beeinflussen

Die Krankheit tritt in vielen Fällen in Kombination mit anderen Syndromen auf. Eine präzise Untersuchung ist daher essenziell, um Differenzialdiagnosen wie die alleinige Schlafapnoe auszuschließen.

Übergewichtige Person stützt sich erschöpft beim Sport auf einer ruhigen Straße, trägt Smartwatch.
Symptome: Welche Anzeichen weisen auf ein Obesitas-Hypoventilationssyndrom hin?

Das Krankheitsbild des Pickwick-Syndroms äußert sich durch eine Vielzahl von Symptomen, die individuell variieren können, aber typischerweise die folgenden Anzeichen umfassen:

Allgemeine körperliche Symptome:

  • Starkes Übergewicht mit Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit geht bei Betroffenen häufig mit einer reduzierten körperlichen Leistungsfähigkeit einher. Dies erschwert alltägliche Aktivitäten und kann zu sozialer Isolation führen.
  • Kurzatmigkeit und Atemnot – oft schon bei geringer körperlicher Belastung – zählen zu den Leitsymptomen des Obesitas-Hypoventilationssyndroms. Sie schränken insbesondere die Mobilität deutlich ein.
  • Hinzu kommen häufige, quälende Kopfschmerzen, insbesondere morgens nach dem Aufwachen. Sie sind ein Hinweis auf nächtliche Hypoventilation und die dadurch verursachte erhöhte Kohlendioxidkonzentration im Blut.
  • Schwindel und Abgeschlagenheit sind weitere Symptome, die sich häufig im Alltag bemerkbar machen und zu einer signifikanten Verminderung der Lebensqualität führen.
  • Zyanose, also eine bläuliche Verfärbung von Lippen und Haut aufgrund eines ausgeprägten Sauerstoffmangels, ist ein alarmierendes Zeichen für eine fortgeschrittene Beeinträchtigung der Atmungsfunktion und sollte stets ärztlich abgeklärt werden.

Schlafbezogene Beschwerden:

  • Schwere Schlafapnoe mit anhaltenden Atemaussetzern während des Schlafs ist ein charakteristisches Merkmal des Obesitas-Hypoventilationssyndroms. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung des Körpers in der Nacht massiv beeinträchtigt.
  • Diese gestörte Schlafarchitektur zieht häufig eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit sowie erhebliche Konzentrationsstörungen nach sich, wodurch die alltägliche Leistungsfähigkeit der Betroffenen wesentlich eingeschränkt sein kann.
  • Darüber hinaus berichten viele Patienten über lautes, persistierendes Schnarchen oder einen generell unruhigen Schlaf, der trotz ausreichender Schlafdauer als nicht erholsam erlebt wird. Infolge der sich wiederholenden nächtlichen Atemaussetzer und der dadurch bedingten Hypoxien besteht zudem ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und metabolische Komplikationen. Eine zeitnahe Abklärung und Behandlung dieser schlafbezogenen Beschwerden ist daher essenziell, um Folgeschäden vorzubeugen und die individuelle Prognose entscheidend zu verbessern.

Herz-Kreislauf-Komplikationen:

  • Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen sind häufige und ernste Begleiterscheinungen des Obesitas-Hypoventilationssyndroms, da die chronische Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff und die fortwährende Belastung des Herz-Kreislauf-Systems das Risiko für kardiale Komplikationen maßgeblich erhöhen.
  • Besonders bedenklich sind Flüssigkeitsansammlungen, sogenannte Ödeme – etwa in den Unterschenkeln –, da sie auf eine beginnende oder fortschreitende Herzinsuffizienz hinweisen können. Unbehandelt führen sie zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität. Langfristig steigt durch die dauerhafte Überlastung des Herzens auch das Risiko für weitere kardiovaskuläre Ereignisse wie Schlaganfälle oder das Auftreten einer rechtsseitigen Herzschwäche (Cor pulmonale). Aus diesem Grund sind eine frühzeitige Diagnostik und konsequente Therapie sowohl der Grunderkrankung als auch der kardiovaskulären Begleitmorbiditäten unerlässlich, um das Fortschreiten schwerwiegender Komplikationen zu verhindern und die Prognose der Betroffenen zu verbessern. Eine umfassende, interdisziplinäre Betreuung bildet dabei die Grundlage, um die Herzgesundheit, die Lungenfunktion und den Allgemeinzustand nachhaltig zu stabilisieren.

Wichtig zu betonen ist, dass Symptome wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen oftmals als unspezifisch wahrgenommen werden. Gerade deshalb ist es essenziell, erste Warnzeichen ernst zu nehmen und eine ärztliche Abklärung vornehmen zu lassen

Diagnostik

Diagnose: So wird das OHS oder auch Pickwick-Syndrom festgestellt

Das Erkennen eines Obesitas-Hypoventilationssyndroms stellt eine diagnostische Herausforderung dar und erfordert eine umfangreiche Abklärung. In den Schön Kliniken setzen wir moderne Verfahren und Methoden ein, um eine präzise Beurteilung vornehmen zu können.

Die Diagnose stützt sich auf eine Kombination aus Erfragen der Symptome, einer körperlichen Untersuchung und technischer Diagnostik:

  1. Anamnese: Der behandelnde Arzt erfragt zunächst die Krankengeschichte, besondere Symptome (zum Beispiel morgendliche Kopfschmerzen, Tagesmüdigkeit oder reduzierte Leistungsfähigkeit) und Risikofaktoren wie Übergewicht oder Verwandte oder Angehörige mit ähnlichen Beschwerden.
  2. Körperliche Untersuchung: Dabei stehen vor allem Blutgasanalysen im Vordergrund. Dabei wird überprüft, ob eine Erhöhung des Kohlendioxids und eine Abnahme des Sauerstoffs im Blut feststellbar sind.
  3. Polysomnografie (Schlaflabor): Zur Unterscheidung zwischen der Schlafapnoe und dem Obesitas-Hypoventilationssyndrom erfolgt in der Regel eine umfangreiche Schlafanalyse über Nacht. Dabei werden die Atemfrequenz und die Sauerstoffsättigung gemessen sowie Atemaussetzer überwacht.
  4. Bildgebende Verfahren: Röntgen oder MRT können zur Beurteilung der Lungenfunktion und der Atemmechanik hinzugezogen werden.
  5. Differenzialdiagnosen: Der Ausschluss anderer Erkrankungen wie chronisch-obstruktiver Lungenerkrankungen (COPD) oder reiner Schlafstörungen ist entscheidend für die genaue Zuordnung der Beschwerden.

Eine frühzeitige und exakte Diagnosestellung ist entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen zu minimieren und die Prognose der Erkrankung signifikant zu verbessern.