Behandlungsmethoden

Mann und Frau machen Joga im Park | ©

Den Schmerz in den Griff kriegen

Fast alle primären und viele sekundäre Kopfschmerzen sind gut behandelbar. Allerdings können vor allem die primären Kopfschmerzen nicht „geheilt“ werden. Wir können jedoch die Zahl Ihrer Kopfschmerz-Episoden reduzieren („Prophylaxe“), bzw. die einzelne Kopfschmerz-Episode möglichst rasch und effektiv beenden („Attacken-Behandlung“). 

Der größte Teil der Kopfschmerz-Syndrome kann ambulant behandelt werden, sollte jedoch von einem Spezialisten begleitet werden. Ein „Kopfschmerz-Kalender“, auf dem Sie Ihre Kopfschmerz-Episoden vermerken und beschreiben, hilft uns bei der Planung und Überwachung Ihrer Therapiemaßnahmen.

Bei sekundären Kopfschmerzformen ist oftmals ein rascher Therapiebeginn und somit eine stationäre Behandlung nötig. Ist die auslösende Ursache erst beseitigt, sind viele Patienten dann tatsächlich „geheilt“. 
Chronische Kopfschmerzen aufgrund eines fälschlichen Gebrauchs von Schmerzmitteln erfordern einen „Entzug“. Dieser kann ebenfalls für einige Tage unter stationärer Überwachung stattfinden. 

Unsere Spezialisten erarbeiten für Sie immer einen individuellen Behandlungsplan. Dieser berücksichtigt neben Ihrer Erkrankung auch Ihr Alter, Begleiterkrankungen, Ihre Lebensumstände, Ihre persönlichen Erwartungen sowie eventuelle Gegenanzeigen. In den meisten Fällen ist eine Kombination aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapieverfahren ratsam.

Konservative Behandlungsmethoden

Weitere Therapien bei Kopfschmerzen

Die nicht-medikamentösen Verfahren spielen eine große Rolle, denn hier können Sie sich selbst aktiv einbringen. Im Vordergrund stehen Übungen zur Stressbewältigung und Entspannungstraining (Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenes Training). Ebenso nützlich ist regelmäßiges Ausdauertraining, wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren. Manchmal ist es auch sinnvoll, Ihre Lebensgewohnheiten umzustellen, zum Beispiel indem Sie Ihre Schlafdauer und die Schlafrhythmen anpassen. Wenn bestimmte Nahrungsmittel (zum Beispiel Käse oder Alkohol) als Auslöser identifiziert wurden, streichen Sie diese einfach von Ihrem Speiseplan.

Wärmeanwendungen, Massagen oder Dehnungsübungen zeigen insbesondere beim chronischen Spannungskopfschmerz positive Effekte. Auch bei Kopfschmerzen, die durch Veränderungen der Halswirbelsäule ausgelöst werden, kann ein Einsatz sinnvoll sein.

Operative Behandlungsmethoden

Operative Therapien bei Kopfschmerzen

Bei manchen sekundären Kopfschmerz-Syndromen und einigen wenigen primären Kopfschmerzerkrankungen sowie Neuralgien ist eine Operation hilfreich, um die Kopfschmerzen zu beseitigen. Bei einem Hirntumor, Nervenwasseraufstau oder Gefäßveränderungen ist die OP sogar notwendig. 

Am häufigsten werden bislang Operationen bei der Trigeminus-Neuralgie (Gesichtsschmerz) durchgeführt. Dabei werden entweder die Nervenkerngebiete des schmerzauslösenden Trigeminus-Nervs im Gehirn zerstört oder – wenn als Schmerzauslöser ein drückendes Blutgefäß identifiziert worden ist – der Trigeminus-Nerv entlastet. Seit kurzem ist es auch möglich, mit speziellen Bestrahlungstechniken schmerzempfindliche Strukturen „herauszuschneiden“.

Bei Cluster-Kopfschmerzen, die auf keine Therapie ansprechen, wurden jüngst erfolgreich Elektroden zur tiefen Hirnstimulation („Hirnschrittmacher“) eingesetzt. Diese Methode sollte jedoch nur in einem hochspezialisierten Zentrum durchgeführt werden.