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24.02.2026 07:12 Uhr

Grippewelle in Hamburg: Herz nicht überlasten

Die aktuelle Grippewelle hat Hamburg fest im Griff. Viele Menschen leiden unter Fieber, Husten und allgemeiner Erschöpfung. Was dabei oft unterschätzt wird: Eine Infektion kann nicht nur die Atemwege, sondern auch das Herz belasten. Insbesondere nach einer überstandenen Grippe oder Erkältung ist besondere Vorsicht geboten.

„Wir sehen immer wieder, dass Patientinnen und Patienten zu früh wieder Sport treiben oder sich körperlich stark belasten, obwohl der Körper noch nicht vollständig genesen ist“, erklärt Dr. Frank Hennersdorf, Chefarzt der Kardiologie in der Schön Klinik Hamburg Eilbek. „Gerade nach viralen Infekten kann das Herz in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine Herzmuskelentzündung entwickelt sich oft schleichend und bleibt zunächst unbemerkt.“

ein junger Mann im weißen T-Shirt fasst sich an sein Herz.

Typische Warnzeichen wie anhaltende Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Herzstolpern oder Schmerzen in der Brust werden häufig als normale Nachwirkungen einer Erkältung abgetan. „Wer nach einer Infektion weiterhin unter ungewöhnlicher Erschöpfung oder Herzbeschwerden leidet, sollte dies nicht auf die leichte Schulter nehmen und ärztlichen Rat einholen“, so Dr. Hennersdorf.

Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kann sowohl während einer Virusinfektion als auch erst einige Wochen nach dem Infekt auftreten. Besonders junge Menschen, die frühzeitig wieder mit sportlichen Aktivitäten beginnen, sind gefährdet. „Viele berichten von einem deutlichen Leistungsabfall – sie fühlen sich einfach nicht mehr so belastbar wie zuvor“, erläutert der Kardiologe.

Die Diagnose einer Myokarditis als Ausdruck einer Herzmuskelbeteiligung ist nicht immer einfach, da die Symptome unspezifisch sind. Moderne Untersuchungsmethoden ermöglichen jedoch eine frühzeitige Erkennung und gezielte Behandlung. „Mit rechtzeitiger Diagnose und konsequenter Schonung kann sich das Herz in den allermeisten Fällen vollständig erholen“, betont Dr. Hennersdorf. Dennoch erholt sich etwa ein Fünftel der Betroffenen nach einer schweren Herzmuskelentzündung nicht mehr vollständig – eine dauerhafte Herzschwäche kann die Folge sein.

Der Eilbeker Kardiologe empfiehlt, während und nach grippeähnlichen Erkrankungen auf Sport und intensive körperliche Aktivitäten zu verzichten und auf die Signale des Körpers zu achten. „Eine behutsame Rückkehr in den Alltag schützt das Herz und fördert die vollständige Genesung“, rät Dr. Hennersdorf. Mindestens zwei Wochen, bei schweren Verläufen sogar vier Wochen, sollte auf stärkere körperliche Belastungen, insbesondere übermäßige sportliche Aktivitäten verzichtet werden.

Wer nach einer Infektion Herzbeschwerden, Brustschmerzen, Kreislaufprobleme oder einen deutlichen Leistungsabfall bemerkt, sollte nicht zögern, ärztlichen Rat einzuholen. „Im Zweifel ist eine frühzeitige Abklärung der beste Schutz vor bleibenden Schäden“, so der Chefarzt.

Dr. Frank Hennersdorf
CHEFARZT

Dr. Frank Hennersdorf

Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie
Zusatzqualifikation Interventionelle Kardiologie