Behandlungsmethoden

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Neue Perspektiven für Ihren Alltag

Wenn Zwangssymptome, die Sie selbst als übertrieben oder unsinnig wahrnehmen, zu einem starken Leidensdruck führen und Ihren Alltag deutlich beeinträchtigen, sollten Sie sich professionelle Unterstützung suchen. Als Faustregel gilt: Wenn Zwangsgedanken oder -handlungen mehr als eine Stunde pro Tag auftreten, wird es bedenklich. Unsere Experten begleiten Sie dabei, individuelle Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Konservative Behandlungsmethoden

Zwangsstörung – Behandlung: unser Therapiekonzept

Da es verschiedene Ursachen für Zwangsstörungen gibt, setzt auch unsere Therapie an mehreren Punkten an. Sie ist multimodal und umfasst folgende Komponenten:  

Verhaltenstherapeutische Methoden

Zentraler Bestandteil der Verhaltenstherapie ist das Einüben von Fertigkeiten zur Bewältigung unangenehmer Gefühlszustände, die durch Zwangsbefürchtungen ausgelöst werden. Unter Anleitung eines geschulten Therapeuten werden Sie nach einer sorgfältigen Vorbereitung an Situationen herangeführt, die Zwangsbefürchtungen auslösen (graduierte Zwangsexposition mit Reaktionsmanagement). Wenn Sie nun dem Drang zu handeln, nicht nachgeben, erfahren Sie, dass Sie die unangenehmen Gefühle auch ohne Zwangsrituale bewältigen können. Durch Wiederholung dieser Übung gewinnen Sie mehr und mehr Sicherheit. Oft ist auch die Wiederholung unter alltagsnahen Bedingungen (Heimexpositionen) erforderlich, in deren Folge die unangenehmen Gefühle und Empfindungen immer weniger auftreten. Auch wenn Ihnen dieses Verfahren anfangs als belastend oder gar unvorstellbar erscheint: Unter fachgerechter Anleitung sind Expositionen die Behandlungsform, die bis heute mit Abstand am wirksamsten ist.
Rückblickend empfanden viele Betroffene sie als äußerst hilfreich. In aller Regel ist auch der Einbezug von Partnern oder Angehörigen erforderlich, die oft erheblich in die Zwänge miteinbezogen und mitbelastet sind.

Zwangsbewältigungsgruppe

In der Gruppe lernen Sie zu verstehen, wie sich Ihr persönlicher Teufelskreis aus Gedanken, Gefühlen und Zwangshandlungen entwickelt. Gemeinsam mit den anderen Betroffenen erarbeiten Sie Strategien, wie Sie dagegen angehen können. Sie lernen, die ursprünglich als sinnlos erlebten Zwänge zu verstehen und zu bewältigen. Im Rahmen eines individuellen Expositionsplanes nähern Sie sich Schritt für Schritt an zwangsauslösende Situationen an und setzen die neuen Strategien ein. Dabei werden Sie aktiv von anderen Gruppenmitgliedern unterstützt und ermutigt. Zunächst werden die Expositionssituationen mit therapeutischer Begleitung aufgesucht, bis Sie so viele positive Erfahrungen gemacht haben, dass Sie die Strategien selbstständig anwenden und Ihre Zwänge überwinden können. Die fortlaufende standardisierte Beurteilung der Schwere Ihrer Zwänge gibt Ihnen Rückmeldung über den Fortschritt der Behandlung.

Kognitive Strategien

Begleitet werden die übungsorientierten Therapien durch sogenannte kognitive Strategien. Dabei werden ungünstige Bewertungen und Gedanken bewusst gemacht, auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft und gegebenenfalls Alternativen erarbeitet. Ziel ist es, dass Sie die als störend und bedrohlich erlebten Gedanken nicht mehr als Gefahrensignale wahrnehmen, sondern als Teil eines alltäglichen Gedankenstroms ohne Bedeutung. So können Sie zum Beispiel lernen, dass der plötzlich auftauchende Gedanke „Ich könnte jemandem schaden, ohne es zu bemerken“ nicht bedeutet, dass Sie gefährlich oder ein schlechter Mensch sind. Sie erkennen, dass Gedanken erst dadurch bedrohlich werden, dass Sie ihnen (eine negative) Bedeutung beimessen. Ziel der Zwangsstörungstherapie ist es, dass Sie langfristig zu realistischeren Erwartungshaltungen gelangen.

Begleitet werden die übungsorientierten Therapien durch sogenannte kognitive Strategien. Dabei werden ungünstige Bewertungen und Gedanken bewusst gemacht, auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft und gegebenenfalls Alternativen erarbeitet. Ziel ist es, dass Sie die als störend und bedrohlich erlebten Gedanken nicht mehr als Gefahrensignale wahrnehmen, sondern als Teil eines alltäglichen Gedankenstroms ohne Bedeutung. So können Sie zum Beispiel lernen, dass der plötzlich auftauchende Gedanke „Ich könnte jemandem schaden, ohne es zu bemerken“ nicht bedeutet, dass Sie gefährlich oder ein schlechter Mensch sind. Sie erkennen, dass Gedanken erst dadurch bedrohlich werden, dass Sie ihnen (eine negative) Bedeutung beimessen. Ziel der Zwangsstörungstherapie ist es, dass Sie langfristig zu realistischeren Einstellungen gelangen.

Zwangsstörung – Medikamente

Medikamente, die ihre Wirkung im Serotoninsystem entfalten, tragen ebenfalls zu einer erfolgreichen Behandlung bei. Um eine Wirkung erzielen zu können, müssen diese sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer allerdings in ausreichender Dosierung und ausreichend lange gegeben werden. Sie wirken erst, wenn eine bestimmte Wirkstoffkonzentration im Blut vorhanden ist und verschiedene Anpassungsprozesse im Gehirn stattgefunden haben. Dies kann bis zu 12 Wochen dauern. Werden die Medikamente wieder abgesetzt, treten die Zwänge meist wieder auf. Deshalb sollte zusätzlich immer eine Verhaltenstherapie durchgeführt werden, in der Sie bei der Durchführung von Zwangsexpositionen unterstützt werden. Grundsätzlich sind Medikamente zweite Wahl und sollten nur dann zur Anwendung kommen, wenn eine kognitive Verhaltenstherapie nicht ausreicht.

Achtsamkeitsbasierte Behandlungselemente

Die Unterdrückung unangenehmer Gedanken und Gefühle entspricht nicht dem menschlichen Normalzustand. Versuchen Sie einmal, einen Luftballon unter Wasser zu drücken. Je stärker Sie drücken, desto mehr drängt er an die Wasseroberfläche.
Achtsamkeitsbasierte Techniken sind für viele Betroffene eine wirksame Ergänzung zu den verhaltenstherapeutischen Methoden. Sie führen dazu, langfristig mit Gedanken und Gefühlen der Angst und Verunsicherung besser umgehen zu können.

Zwangsstörung: Therapie ambulant oder stationär?

Eine ambulante Behandlung reicht in der Regel aus, wenn Sie Ihren Alltag noch gut bewältigen können. Häufig hilft es hier, Verhaltensübungen im häuslichen Umfeld oder in realen Lebenssituationen zeitweise in Begleitung eines Therapeuten durchzuführen. Sollte dies im Rahmen einer ambulanten Therapie nicht möglich sein, kann ein stationärer Aufenthalt sinnvoll werden. Hier können Sie in Gruppentherapien unter Anleitung eines Therapeuten Erfahrungen anderer Betroffener nutzen, um Ihre eigenen Ziele zu erreichen.

Wenn zusätzlich zu einer ausgeprägten Zwangserkrankung weitere psychische Störungen auftreten oder der Lebensmut bis zur Lebensmüdigkeit sinkt, sollten Sie auf jeden Fall eine stationäre Therapie erwägen.

Kooperation
Um fortlaufend neue Erkenntnisse in Ihr Behandlungsprogramm zu integrieren, kooperiert die Schön Klinik intensiv mit universitären Forschungseinrichtungen und der Deutschen Gesellschaft für Zwangserkrankungen e.V. (DGZ).