Unsere Pflegedienstleitung im Podcast: "Psychosomatische Pflege braucht eine eigene Stimme"
Welche Rolle übernimmt die Pflege in der Psychosomatik – und was zeichnet dieses besondere Tätigkeitsfeld aus? Darüber spricht Yvonne Ortmeier, Pflegedienstleitung der Schön Klinik Berchtesgadener Land, in der aktuellen Folge des Podcasts „Die Schwester | Der Pfleger“.
Wenn von psychischen Erkrankungen die Rede ist, denken viele Menschen zunächst an Psychiatrie oder Psychotherapie. Weniger bekannt ist die eigenständige Rolle der Pflege in der psychosomatischen Behandlung. In den Schön Kliniken wird diese besondere pflegerische Funktion als Co-Therapie bezeichnet: Entsprechend qualifizierte Pflegefachkräfte begleiten Patientinnen und Patienten kontinuierlich durch den Klinikalltag, gestalten therapeutische Beziehungen und unterstützen sie dabei, neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Warum dieses Tätigkeitsfeld mehr Sichtbarkeit und ein klareres fachliches Profil benötigt, erläutert Yvonne Ortmeier in der aktuellen Folge des Podcasts „Die Schwester | Der Pfleger“. Sie ist Pflegedienstleitung der Schön Klinik Berchtesgadener Land und erste Vorsitzende des Verbands psychosomatisch Pflegender in Deutschland.
„Wir haben festgestellt, dass psychosomatische Pflege einfach eine eigene Stimme braucht. Es geht darum, das Handlungsfeld sichtbarer zu machen, fachlich weiterzuentwickeln und Pflegende aus der Psychosomatik miteinander zu vernetzen“, sagt Yvonne Ortmeier im Podcast.
Pflege mit therapeutischer Verantwortung
Psychosomatische Erkrankungen entstehen im Zusammenspiel körperlicher, psychischer und sozialer Faktoren. Entsprechend eng arbeiten in der Behandlung verschiedene Berufsgruppen zusammen. Die psychosomatische Pflege übernimmt dabei nicht nur versorgende und organisatorische Aufgaben, sondern wirkt in Form der Co-Therapie aktiv am therapeutischen Prozess mit.
Das zeigt sich auch in der Schön Klinik Berchtesgadener Land. Im Fachzentrum für Psychosomatische Medizin werden unter anderem Menschen mit Depressionen, ADHS, Ess-, Zwangs- und Angststörungen behandelt.
Unsere Co-Therapeutinnen und Co-Therapeuten sind examinierte Pflegefachkräfte mit therapeutischer Funktion und feste Mitglieder des multiprofessionellen Teams. Sie leiten unter anderem co-therapeutische Gruppen und führen stützende sowie strukturierende Gespräche. Die zweijährige berufsbegleitende Fachweiterbildung vermittelt ihnen die dafür erforderlichen fachlichen, sozialen und didaktischen Kompetenzen.
Für Yvonne Ortmeier ist diese Professionalisierung ein zentrales Zukunftsthema. Langfristig brauche die psychosomatische Pflege eine etablierte Fachweiterbildung, einheitliche Qualitätsstandards und eine stärkere wissenschaftliche Fundierung. Ziel sei ein klares professionelles Profil sowie die selbstverständliche Anerkennung ihrer therapeutischen Rolle im multiprofessionellen Team.
Ergänzt wird das Gespräch mit Yvonne Ortmeier durch Einblicke von Rika Ogata und Steve Egler aus einer psychosomatischen Tagesklinik des LVR-Universitätsklinikums Essen. Damit verbindet die Podcastfolge die berufspolitische Perspektive mit konkreten Erfahrungen aus dem Pflegealltag.
Hier geht es zur Podcastfolge: Mehr als Psychiatrie: Was psychosomatische Pflege ausmacht
