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11.06.2026 17:19 Uhr

Forschung aus unserem Hause: Schnellere Diagnose bei Vocal Cord Dysfunction (VCD)

Plötzliche Atemnot, ein Engegefühl im Hals, Husten ohne erkennbare Ursache: Hinter solchen Beschwerden vermuten viele zunächst Asthma. Häufig steckt jedoch eine andere, weniger bekannte Erkrankung dahinter – die Vocal Cord Dysfunction (VCD), in der Fachsprache auch Inducible Laryngeal Obstruction (ILO) genannt.

Dabei verengen sich die Stimmlippen im Kehlkopf in den falschen Momenten und behindern das Atmen. Weil die Beschwerden denen von Asthma sehr ähneln, wird die Erkrankung oft erst spät erkannt. Die Folge sind nicht selten unnötige Behandlungen und ein langer Leidensweg, bevor die richtige Diagnose gestellt wird.

Eine aktuelle wissenschaftliche Arbeit zeigt nun einen Weg, diese Diagnose zu beschleunigen – und sie beruht maßgeblich auf den Daten und der Expertise unseres Forschungsinstituts für pneumologische Rehabilitation. Ausgewertet wurden die Daten von 354 Patientinnen und Patienten, die zwischen 2013 und 2019 an unser auf VCD/ILO spezialisiertes Zentrum überwiesen wurden – eine der größten Kohorten, die zu diesem Krankheitsbild bislang untersucht wurde. An der Arbeit waren mehrere Ärztinnen und Ärzte unseres Hauses beteiligt, darunter Chefarzt Prof. Dr. Rembert Koczulla als Leiter des Forschungsinstituts.

Das Ergebnis ist bemerkenswert klar: Zwei kurze Fragen liefern den stärksten Hinweis darauf, ob tatsächlich eine VCD/ILO vorliegt:

1. „Verspüren Sie eine Enge im Hals?"

2. „Treten die Beschwerden innerhalb von Sekunden auf?"

Wer beide Fragen mit „Ja" beantwortet, sollte vorrangig mit einer Kehlkopfspiegelung untersucht werden – der zuverlässigsten Methode, um die Erkrankung sicher festzustellen.

Die Forschenden betonen ausdrücklich: Die beiden Fragen können eine ärztliche Untersuchung nicht ersetzen. Sie helfen aber dabei, Patientinnen und Patienten mit ungeklärter Atemnot schneller auf den richtigen Diagnoseweg zu bringen – und damit Fehldiagnosen und unnötige Behandlungen zu vermeiden.

Für die Schön Klinik Berchtesgadener Land unterstreicht die Studie die langjährige Spezialisierung des Hauses: Seit über 20 Jahren widmen sich unsere Ärztinnen und Ärzte der Diagnose und Behandlung der VCD und wenden dabei spezielle diagnostische Verfahren an. Die Arbeit ist damit ein weiteres Beispiel dafür, wie eng Forschung und Patientenversorgung an unserem Standort miteinander verbunden sind – zum direkten Nutzen der Menschen, die zu uns kommen.

Verschluss der Stimmlippen bei der Vocal Cord Dysfunction