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23.03.2026 12:59 Uhr

Dr. Inga Jarosch erhält DGP-Wissenschaftspreis für digitale Medizin

Die Medizin- und Sportwissenschaftlerin Dr. Inga Jarosch vom Forschungsinstitut für Pneumologische Rehabilitation der Schön Klinik Berchtesgadener Land ist mit dem Wissenschaftspreis für digitale Medizin in der Pneumologie ausgezeichnet worden. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) überreichte den mit 5.000 Euro dotierten Preis am 19. März 2026 im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des DGP-Jahreskongresses.

 

Mit der sogenannten ReELoAd 2.0-Studie hat Dr. Jarosch untersucht, wie eine digitale Nachsorge nach einer stationären Rehabilitation Patientinnen und Patienten mit Post-Covid oder Long-Covid unterstützen kann. Das Problem: Viele Betroffene bauen während einer mehrwöchigen stationären Reha ihre Lebensqualität wieder auf, verlieren aber einen Teil dieser Fortschritte im Alltag.

„Nach der Entlassung fällt es vielen schwer, die Übungen dauerhaft fortzuführen oder vor Ort passende therapeutische Angebote zu finden", erklärt Dr. Jarosch. Besonders bei Post-Covid oder chronischen Atemwegserkrankungen gebe es vielerorts zu wenig spezialisierte Angebote.

 

Zwölfwöchige Nachsorge per Videoplattform

Insgesamt 90 Post-Covid-erkrankte Patientinnen und Patienten wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe erhielt ausschließlich die übliche stationäre Reha-Versorgung, die andere nahm zusätzlich an einer zwölfwöchigen digitalen Nachsorge teil.

Das Besondere: Die virtuellen Sitzungen fanden im direkten Austausch mit erfahrenen Therapeutinnen und Therapeuten statt – ähnlich wie in einer Gruppentherapie, nur per Videoplattform. „Uns war wichtig, dass die Nachsorge nicht nur aus einer App besteht, die man allein nutzt", betont Dr. Jarosch. „Der persönliche Austausch motiviert viele Patientinnen und Patienten stärker und ermöglicht direktes Feedback."

Das kompakte Programm umfasst unter anderem individualisierte Atem- und Physiotherapie, Ausdauer- und Krafttraining einschließlich Pacing-Strategien, Entspannungsübungen, Schulungen zum Umgang mit der Erkrankung und bei Bedarf auch psychotherapeutische Einzelbegleitung.

 

Messbare Verbesserung der Erwerbsfähigkeit

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Die digitale Nachsorge verbesserte die Erwerbsfähigkeit der Teilnehmenden messbar. „Gerade weil viele Betroffene im erwerbsfähigen Alter sind, ist das ein sehr relevanter Befund", so die Preisträgerin. Zudem erwies sich das Format als gut umsetzbar: Die Teilnahmequote an den Sitzungen lag bei 86 Prozent. Auch die Zufriedenheit war sehr hoch.

 

Bereits in die Regelversorgung aufgenommen

Das preisgekrönte Nachsorgesetting wurde bereits in die Regelversorgung der Deutschen Rentenversicherung aufgenommen – durch die Zusammenarbeit von Pneumo Factory (externe Durchführung der Nachsorge) und der Schön Klinik Berchtesgadener Land. In Zukunft soll das Programm auch mit weiteren Reha-Kliniken umgesetzt und bundesweit verfügbar gemacht werden.

„Für mich ist die Auszeichnung mit dem Wissenschaftspreis für digitale Medizin in der Pneumologie noch einmal ein großer Meilenstein", sagt Dr. Inga Jarosch. „In dem Projekt stecken viele Jahre Arbeit und es freut mich sehr, dass unsere Ergebnisse nun auch als wichtiger Beitrag zur Versorgung von Patientinnen und Patienten wahrgenommen werden."

Ihren besonderen Dank richtete die Preisträgerin an ihre Teammitglieder Dr. Tessa Schneeberger, Dr. Rainer Glöckl und Prof. Rembert Koczulla.