Behandlungsmethoden

Mann beim Fahrradfahren | ©

Damit Sie Ihren Fuß wieder voll belasten können

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einem schleichenden Bruch (Ermüdungsfraktur) und einem unfallbedingten Bruch.
Schleichende Brüche können Folge einer Stoffwechselstörung des Knochens, einer Mangelernährung oder einer Überbelastung sein. Erst wenn die Ursache gefunden ist, kann ein Behandlungskonzept erstellt werden. In der Regel können wir hier ohne Operation therapieren.
Sind die Knochen allerdings deutlich verschoben oder heilen sie trotz Ruhigstellung nur sehr langsam, sollte über eine operative Therapie nachgedacht werden.

Konservative Behandlungsmethoden

Mittelfußbruch: Behandlung ohne OP

Liegt ein Ermüdungsbruch vor, muss die Ursache gefunden werden. Dabei müssen Stoffwechselstörungen und eine mögliche Mangelernährung ausgeschlossen werden. Auch Überbelastungen, wie lange Wanderungen (Marschfraktur), können eine Fraktur bedingen. Fußfehlstellungen können zu Überlastungen führen, sodass es erst über Monate zu einem Bruch kommt. Häufig sind diese nicht verschoben und auf einem Röntgenbild nur schwer oder gar nicht zu erkennen. Erst eine Kernspintomografie bringt hier oft den Beweis. Die Behandlung zielt dann auch in erster Linie darauf ab, die Ursache zu behandeln. Ist diese behoben, heilt die Ermüdungsfraktur meist von selbst ab.
Unfallbedingte Brüche werden meist konservativ behandelt. Dabei stellen wir Ihren Fuß zunächst im Unterschenkelgips/Gipsstiefel/Walker für sechs bis acht Wochen ruhig. Zusätzlich wird Ihr Fuß durch Unterarm-Gehstützen entlastet. Um einer Thrombose vorzubeugen, müssen Sie so lange einen Konfektionsschuh tragen, bis Sie Ihren Fuß wieder voll belasten können. Zudem können abschwellende Maßnahmen, wie Lymphdrainagen, sinnvoll sein.
Bei Patienten mit schlechtem Knochenzustand können wir die Knochenheilung mit Ultraschall anregen.

Operative Behandlungsmethoden

Mittelfußbruch: Behandlung mit OP

Ermüdungsbruch: Wir bringen Ihren Bruch wieder in die korrekte Stellung

Kommt es zu keiner Ausheilung unter der konservativen Therapie, muss manchmal auch ein Ermüdungsbruch operativ therapiert werden. Zum Beispiel kann eine Arthrose im Bereich des Großzehen oder einer Hallux-valgus-Fehlstellung zu einer Schonhaltung und Überlastung des Fußaußenrandes führen. Es wird dann oft gar nicht der Bruch operativ versorgt, sondern zum Beispiel die Arthrose oder Fehlstellung im Bereich des Großzehen. Falls nötig können wir die Knochenheilung anregen, indem wir Ihnen Wachstumsfaktoren aus Eigenblut spritzen.

Jones-Fraktur: Dank Schrauben kann Ihr Bruch gut ausheilen

Eine Sonderform der Ermüdungsfraktur ist die Jones-Fraktur. Es handelt sich um einen Bruch im Bereich des fünften Mittelfußknochens. Diese Stelle ist schlecht durchblutet. Sportarten mit schnellen Richtungswechseln,wie Tennis oder Fußball, können zu einer Überlastung des Knochens führen, sodass es zu einem schleichenden Bruch kommen kann. Fehlstellungen des Fußes, wie ein Hohlfuß, können durch die Überlastung des Fußaußenrandes die Entstehung einer Jones-Fraktur weiter begünstigen. Aufgrund der schlechten Durchblutung an dieser Stelle und der hohen Scherkräfte ist die konservative Heilung sehr langsam bzw. bleibt eine Knochenneubildung aus. Ein Schraubenimplantat neutralisiert die Scherkräfte und verbessert so die Knochenheilung. Der Eingriff geschieht ganz schonend im minimalinvasiven Verfahren. Da wir dabei nur einen sehr kleinen Hautschnitt machen müssen, verringert sich das Risiko einer Wundinfektion oder Wundheilungsstörung. Die Schraube nimmt die Zugkraft der Sehne des kurzen Wadenbeinmuskels auf und leitet sie über den Bruch weg, sodass dieser in Ruhe ausheilen kann. Dadurch ist bei einfachen Brüchen oft ein schnellerer Belastungsaufbau möglich. Ihr operierter Fuß wird für sechs Wochen im Gipsstiefel/Walker ruhiggestellt. In Abhängigkeit der Heilung können Sie den Fuß dann wieder leicht belasten und nach zwei bis drei Wochen die Belastung langsam steigern.

Trümmerbruch: Mit einer Platte stabilisieren wir Ihre Knochen

Bei einem Trümmerbruch können die einzelnen Knochenteile mit einem Draht wie bei einer Perlenkette aufgefädelt werden. Dieser wird unter Röntgendurchleuchtung eingebracht. Die umgebenden Weichteile bleiben intakt, was die Heilung begünstigt und das Operationsrisiko minimiert. Sind Gelenke mit betroffen, kommt oft die sogenannte Platten-Osteosynthese zum Einsatz: Hier werden die einzelnen Knochenbruchstücke bzw. Gelenkanteile Schritt für Schritt wieder zusammengesetzt und mit Schrauben sowie einer Platte in der korrekten Stellung gehalten. Anschließend muss Ihr Fuß sechs Wochen lang im Walker entlastet werden.

Lisfranc-Bruch: Wir bringen Ihre Gelenke wieder in Position

Bei komplizierten Verletzungsmustern wie den Verrenkungsbrüchen an der Lisfranc-Gelenklinie müssen wir den genauen Unfallhergang kennen. Nach der sorgfältigen Diagnose mittels Kernspin- oder Computertomografie bringen wir Ihre Gelenke über einen Schnitt an Ihrem Fußrücken wieder in Position. Anschließend stellen wir Ihre Gelenke mittels Schrauben oder Drähten für acht bis zwölf Wochen ruhig. Während dieser Zeit dürfen Sie Ihren Fuß nicht belasten. Ihre Nachbehandlung erfolgt im Unterschenkelgips oder Gipsstiefel. Ihr Fuß wird durch Unterarm-Gehstützen vollständig entlastet. Nach sechs bis acht Wochen findet eine zweite, allerdings kleinere Operation statt, bei der wir die Schrauben oder Drähte aus Ihrem Fuß entfernen. Im Anschluss können Sie vorsichtig mit dem Belastungsaufbau beginnen.