Behandlungsmethoden

Individuelle Therapie, je nach Stadium der Hämorrhoiden

Die Proktologen der Schön Klinik arbeiten auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand und versorgen Ihr Hämorrhoidal-Leiden nach einer ausführlichen Diagnostik immer stadiengerecht und abhängig von Ihren Beschwerden. Die Beschwerden müssen allerdings nicht unbedingt zum Stadium der Hämorrhoiden passen. Je nach Schweregrad der Erkrankung kommen verschiedene Therapiemöglichkeiten in Betracht. 

Konservative Behandlungsmethoden

Hämorrhoiden: Therapie ohne OP

Im Stadium I reicht meist eine Umstellung Ihrer Ernährungsgewohnheiten und vermehrte Bewegung im Alltag aus. Durch ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und ballaststoffreiche Kost soll ein weicher, noch geformter Stuhlgang erzielt werden. Unterstützend bei leicht vergrößerten Hämorrhoiden kann hier die Einnahme von Hausmitteln wie Flohsamen und gegebenenfalls leichten Abführmitteln wirken. Bitte besprechen Sie die Einnahme von Abführmitteln unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt. Zur Linderung von Symptomen wie Juckreiz, Brennen oder Nässen können Cremes, die entweder Kortison oder lokale Betäubungsmittel enthalten, beitragen. Eine Heilung wird durch diese lindernden Medikamente nicht erzielt.
Die genannten Maßnahmen sind auch die Basis für die Behandlung von Hämorrhoiden in höheren Stadien.
Sollten sich die Beschwerden durch Medikamente und Salben nicht deutlich verbessern, können die Hämorrhoiden auch unterspritzt werden. Hierbei wird eine verödende Substanz in die Blutzufuhr gespritzt und die Hämorrhoiden schrumpfen innerhalb weniger Wochen. Diese sogenannte Sklerosierung wird ambulant durchgeführt, ist nahezu schmerzfrei und dauert wenige Sekunden. Die Unterspritzung kann bei Bedarf wiederholt werden und hilft meist über einen längeren Zeitraum. Dies ist individuell unterschiedlich – mal hilft die Behandlung mehrere Wochen, manchmal Jahre.
Die Unterspritzung der Hämorrhoiden stellt auch die erste Maßnahme bei Hämorrhoiden im Stadium II dar.
Alternativ hierzu kann eine Gummibandligatur erfolgen, bei der ein Gummiring um die Hämorrhoide gelegt wird. Diese stirbt aufgrund mangelnder Durchblutung ab und löst sich nach ein bis zwei Wochen. Gelegentlich kann es hierbei zu stärkeren Blutungen kommen. Dann sollten Sie Ihren behandelnden Arzt aufsuchen.

Operative Behandlungsmethoden

Hämorrhoiden OP

Führen die konservativen Behandlungsmöglichkeiten nicht zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden und Hämorrhoiden-Größe oder handelt es sich um Hämorrhoiden im Stadium III, ziehen wir eine Operation in Betracht. Hierbei bestehen mehrere Möglichkeiten. Welche dieser Möglichkeiten für Sie die richtige ist, besprechen unsere Spezialisten individuell mit Ihnen.

Klassische Operation nach Milligan-Morgan oder Ferguson

Bei der klassischen Operation nach Milligan-Morgan oder Ferguson werden die Hämorrhoiden mit dem Skalpell oder dem Elektromesser entfernt. Bei der Methode nach Ferguson wird die entstandene Wunde in der Analschleimhaut mit einer Naht verschlossen, bei Milligan-Morgan bleibt die Wunde offen. Die Wunden werden anschließend mit einem lokalen Betäubungsmittel unterspritzt und zusätzlich eine Leitungsanästhesie angelegt (sog. Pudendus-Blockade). Hierdurch werden die Schmerzen für sechs bis zwölf Stunden gelindert. Wenn nötig, erhalten Sie danach weitere Schmerzmittel. Diese Verfahren wenden wir bei Hämorrhoiden an, die an einer oder zwei Stellen auftreten.

Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur (HAL)

Bei der aus Japan stammenden Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur (HAL) wird mit einem Ultraschallgerät in einem Proktoskop das zuführende Gefäß der Hämorrhoide identifiziert und anschließend mit einer Naht versehen. Hierdurch schrumpft die Hämorrhoide und die Gefahr einer Blutung sinkt. Sind die Hämorrhoiden voluminös und somit stark durchblutet, können sie mittels Lasersonden zusätzlich verödet werden (Laser-Hämorrhoidoplastie).
Wenn zusätzlich ein Vorfall von Analschleimhaut besteht, raffen wir durch eine weitere Naht die Schleimhaut. Dies nennt der Mediziner recto-anal-repair (HAL-RAR). Diese Operationsmethode bietet sich unter Umständen auch bei Hämorrhoiden im Stadium I an, die trotz konservativer Therapie weiter Beschwerden verursachen.

Stapler-Hämorrhoidopexie

Bei der Stapler-Hämorrhoidopexie (auch Operation nach Longo genannt) bleiben die Hämorrhoiden selbst unangetastet. Mit einem Klammernahtgerät (Stapler) wird unmittelbar oberhalb der Hämorrhoiden ein Ring aus der Schleimhaut entfernt. Dadurch werden die Hämorrhoiden nach oben gezogen und weniger durchblutet – sie schrumpfen. Dieses Verfahren wird meist als schmerzärmer empfunden, es bietet sich besonders für Hämorrhoiden an mehreren Stellen (symmetrisches Auftreten) an.

Hämorrhoiden im Stadium IV werden zunächst mit abschwellenden Maßnahmen wie z. B. lokaler Kühlung oder abschwellenden Tropfen in das Stadium III zurückgeführt. So ergeben sich für Sie bessere Operationsbedingungen mit weniger Beschwerden.