Herz aus dem Takt – Info-Veranstaltung zu Vorhofflimmern und Schlaganfall
Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung – und eine, die viele Betroffene lange nicht bemerken. Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland leben damit, oft ohne es zu wissen. Dabei kann unbehandeltes Vorhofflimmern schwerwiegende Folgen haben: Geraten die Herzvorhöfe aus dem Takt, nehmen sie nicht mehr an der normalen Pumparbeit teil. Im Blut können sich Gerinnsel bilden, die in die Hirngefäße gelangen – die gefährlichste Folge ist der Schlaganfall. 20 bis 30 Prozent aller Hirninfarkte gehen auf Vorhofflimmern zurück.
Im Rahmen der bundesweiten Herzwochen der Deutschen Herzstiftung informiert Dr. Frank Hennersdorf, Chefarzt unserer Kardiologie, über Entstehung, Risiken und Behandlungsmöglichkeiten dieser weit verbreiteten Herzrhythmusstörung – und darüber, wie sich das Schlaganfallrisiko wirksam senken lässt. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Behandlung ist das möglich.
Vorhofflimmern – was steckt dahinter?
Vorhofflimmern entsteht fast immer an den Einmündungen der Lungenvenen in den linken Herzvorhof. Die Vorhöfe „schlagen" dabei so schnell und ungeordnet, dass sie an der Pumparbeit des Herzens nicht mehr teilnehmen können. Typische Symptome – wenn sie überhaupt auftreten – sind Herzklopfen, Schwindel, Luftnot, Leistungseinschränkung oder Schmerzen in der Brust. Häufig bleibt Vorhofflimmern jedoch völlig beschwerdefrei und wird nur zufällig entdeckt.
Besonders tückisch: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko deutlich an. Bei Menschen über 75 Jahren ist bereits jeder Zehnte betroffen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Bluthochdruck, Herzschwäche, Übergewicht, Diabetes, Schlafapnoe und übermäßiger Alkoholkonsum.
Behandlung – welche Möglichkeiten gibt es?
Die Behandlung richtet sich nach der Form des Vorhofflimmerns, den Beschwerden und möglichen Begleiterkrankungen. Grundsätzlich stehen drei Ansätze zur Verfügung:
- Medikamente zur Rhythmuskontrolle (Antiarrhythmika) oder zur Verlangsamung der Herzfrequenz
- Elektrische Kardioversion – ein gezielter Stromstoß, der den normalen Herzrhythmus wiederherstellt
- Katheterablation – ein minimal-invasives Verfahren, bei dem die Störherde im Herzen verödet werden
Für viele Patientinnen und Patienten ist zudem eine dauerhaften Gerinnungshemmung (Antikoagulation) notwendig, um Blutgerinnsel und damit Schlaganfälle zu verhindern.
Das erwartet Sie an diesem Abend
- Warum Vorhofflimmern nicht wehtut – und trotzdem lebensgefährlich ist
- Jeder dritte Schlaganfall hat eine einzige Ursache – kennen Sie diese?
- Medikamente, Strom oder Katheter – welche Behandlung passt zu wem?
- Was Ihr Puls Ihnen täglich verrät – und warum Sie genau hinhören sollten
- Persönliche Fragerunde mit unserem Herzspezialisten
- Im Anschluss für Interessierte: Rundgang durch unser modernes Herzkatheter-Labor
Wann und wo?
Mittwoch, 18. November 2026 | 18:00 – 20:00 Uhr
Sport- und Veranstaltungshalle, Haus 5 (Zugang über den Haupteingang)
Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, Betroffene und Angehörige. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Anschluss an den Vortrag steht Ihnen Chefarzt Dr. Frank Hennersdorf persönlich für Ihre Fragen zur Verfügung.
