Behandlungsmethoden

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Konservative Therapie oder Skoliose-OP beziehungsweise Kyphose-OP – beides ist möglich

Die Wahl der geeigneten Therapieform hängt vom jeweiligen Schweregrad der Wirbelsäulenkrümmung beziehungsweise -verbiegung ab. Aber auch die Ursache, das Patientenalter, der wahrscheinliche Krankheitsverlauf sowie insbesondere der Zeitpunkt des Auftretens beeinflussen die Therapie maßgeblich.

An der Schön Klinik bieten wir konservative und operative Therapien an. Selbst wenn eine konservative Therapie fehlgeschlagen ist, also die Skoliose beziehungsweise Kyphose trotz Physiotherapie und Korsett-Behandlung zugenommen hat, bleibt grundsätzlich immer noch die Möglichkeit der Operation. Ziel aller Maßnahmen ist es, nicht nur das Fortschreiten der Skoliose beziehungsweise Kyphose zu verhindern, sondern diese aufzurichten und langfristig in korrigierter Stellung zu halten.

Konservative Behandlungsmethoden

Konservative Therapie: Physiotherapie bei leichten Skoliosen

Am häufigsten treten leichte Skoliosen bis circa 20 Grad auf. Wenn Kinder davon betroffen sind, schreitet die Erkrankung im Verlauf des Wachstums nur selten fort. Hier empfehlen wir eine krankengymnastische Therapie mit gezielten, aufrichtenden Übungen, also skoliosespezifische Krankengymnastik. Sie können die gesamte Rückenmuskulatur stärken und so einer weiteren Verkrümmung entgegenwirken.
Eine Besonderheit unserer Klinik ist die „Schroth-Therapie“: Sie wurde speziell dafür entwickelt, die verkrümmte Wirbelsäule zu strecken und zu korrigieren. Dabei werden auch die Muskeln stabilisiert.

Konservative Therapie bei Skoliose: Korsett bei Kindern

Für Kinder mit Skoliose ist die wirkungsvollste konservative Therapie ein Korsett, das bis zum Wachstumsabschluss getragen wird. Es soll während der Behandlung die Skoliose aufrichten und ein Fortschreiten der Skoliose sowie mögliche Folgeschäden oder gar eine Operation verhindern. Wir empfehlen hier in aller Regel halbjährliche Kontrollen. Da sich der Körper während des Wachstums verändert, muss das Korsett auch immer wieder entsprechend angepasst oder – vor allem bei Wachstumsschüben – neu angefertigt werden.
Bei Erwachsenen ist eine Korsett-Therapie nicht mehr möglich beziehungsweise sinnvoll. Ausnahme: Wenn Patienten eine Operation ablehnen, kann das Korsett mit seiner stabilisierenden Funktion die Schmerzen lindern.

Konservative Therapie bei Kyphose

Wenn eine schwache Rückenmuskulatur die Kyphose ausgelöst hat, können Sie meist mit Physiotherapie Haltung und Beschwerden verbessern. Mit speziellen Übungen können Sie hierbei die Rückenmuskulatur kräftigen und die Brustmuskulatur dehnen. Wenn die Therapie frühzeitig einsetzt, kann auch das Tragen eines wachstumslenkenden Korsetts sinnvoll sein.

Operative Behandlungsmethoden

Skoliose: OP-Verfahren

Wir entscheiden bei jedem Patienten ganz individuell, ob eine OP nötig beziehungsweise sinnvoll ist. Bei einer Skoliose-OP wird die Wirbelsäule mit Metallimplantaten, üblicherweise mit Schrauben-Stab-Systemen, korrigiert und lebenslang in korrigierter Stellung stabilisiert. Dafür wird der behandelte Wirbelsäulenabschnitt versteift. Bei der Operation werden die Rückenmarksfunktionen und Nervenbahnen kontinuierlich überwacht, um größtmögliche Sicherheit zu garantieren.

Gegen Ende der Skoliose-OP erfolgt eine in aller Regel hochwirksame Schmerztherapie für die ersten Tage nach dem Eingriff. Die Stabilität ist nach dem Eingriff normalerweise so hoch, dass eine Gips- oder Korsett-Nachbehandlung nicht mehr notwendig ist. Unter Anleitung unserer Physiotherapeuten beginnt der Patient dann mit Bewegungsübungen und soll schon am ersten Tag nach der OP stehen und die ersten Schritte machen. Sobald er sicher steht, geht und Treppen steigen kann, kann er das Krankenhaus verlassen.

Unsere OP-Verfahren führen über eine gezielte Formkorrektur und eine kurze Versteifungsstrecke zu einem guten kosmetischen Ergebnis. Gleichzeitig gewährleisten wir unseren Patienten die größtmögliche Sicherheit.

Bei kleinen Kindern, die noch sehr viel Restwachstum vor sich haben, führen wir zum bestmöglichen Rumpfwachstum sogenannte wachstumslenkende Verfahren durch. Dazu gehört auch die Anwendung von mitwachsenden Skoliose-Stäben, die schonend von außen ohne erneute Operation in regelmäßigen Abständen verlängert werden können.

Kyphose: OP-Verfahren

Eine Operation ist bei Kyphose nur in extremen Fällen nötig. Möglich ist sie zudem nur bei Erwachsenen, nachdem das Wachstum abgeschlossen ist. Durch verschiedene OP-Verfahren können wir ein Fortschreiten der Kyphose verhindern, die normalen Form- und Achsenverhältnisse wiederherstellen und somit die Wirbelsäule ins Gleichgewicht bringen.
Bei dem Eingriff stabilisieren wir nicht nur die aufgerichteten Wirbelsäulenabschnitte, sondern sichern auch die umliegenden Nervenstrukturen. Moderne Implantate und Operationstechniken halten die zwei oder drei betroffenen Wirbel in guter Stellung, bis diese versteift sind. Danach kann die Wirbelsäule wieder voll belastet werden.