Depression oder Winterblues

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Wenn sich der Winterblues nicht abschütteln lässt

Trübe Tage – trübe Stimmung. Mit der Zeitumstellung fühlen sich viele Menschen antriebslos und müde. Am liebsten möchte man sich verkriechen und mit einer großen Tafel Schokolade auf der Couch sitzen. Typisch für einen Winterblues oder eine Lichtmangel-Depression. Das Beste Mittel dagegen sind Lichtduschen, ausgedehnte Spaziergänge und Bewegung an der frischen Luft.

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Wenn die Jahreszeit die Stimmung beeinflusst

Sonnenaufgang um 8.03 Uhr, Sonnenuntergang um 16.36 Uhr bedeuten für uns acht Stunden Helligkeit und 16 Stunden Dunkelheit. Das fehlende Tageslicht drückt nachweislich bei vielen von uns auf die Gemütslage. Gleichzeitig steigt unser Heißhunger auf Süßigkeiten und unser Gewicht nimmt zu. 

In der Fachsprache bezeichnet man das Phänomen als „saisonal abhängige Depression“ (SAD, engl. Seasonal affective Disorder). Etwa neun bis zehn Prozent der Deutschen leiden an der saisonal abhängigen Depression. In nördlichen Ländern fast doppelt so viele Menschen an SAD. Auch das Klima, die Genetik und kulturelle Faktoren spielen eine Rolle. Frauen und junge Menschen sind häufiger betroffen.

Hormone steuern die innere Uhr

Die Erklärung für SAD ist das Hormon Serotonin bzw. ein Serotoninmangel im Körper. Das Hormon beeinflusst unsere Stimmung, Körpertemperatur und auch unseren Appetit. Ist die Serotonin-Produktion durch Lichtmangel gedämpft, fehlt ein Gegengewicht zum Schlafhormon Melatonin.

Weniger Tageslicht signalisiert unserem Körper: Schlafen! Ruhepause! Es kommt zu einer höheren Ausschüttung von Melatonin. Dieses Hormon steuert unsere innere Uhr und macht uns müde. Die Müdigkeit führt zu Antriebslosigkeit und getrübter Stimmung. Die Folge kann eine Depression sein.

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Wenn Müdigkeit und Heißhunger den Alltag bestimmen

Die Symptome einer SAD und einer klassischen Depression unterscheiden sich. Menschen mit Winterdepression sind extrem müde. Es kommt sogar zu Schlafsucht (Hypersomnie). Morgens fällt es den Betroffenen schwer das Bett zu verlassen. Der große Wunsch: „Einfach liegen bleiben und weiter schlafen“. Sogar wenn die Betroffenen früh ins Bett gegangen sind.

Gesteigerter Appetit und Heißhunger auf Kohlenhydrate sind typische Symptome. Deswegen legen Betroffene im Winter an Gewicht zu. Allerdings sind Müdigkeit und Lust auf Süßes im Winter nichts Ungewöhnliches. Wenn die Bedürfnisse ausarten und zur Belastung werden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Weitere Symptome einer Winterdepression sind:

  •  Energielosigkeit
  • Allgemeine Lustlosigkeit
  •  Unausgeglichenheit
  • Gedrückte Stimmung
  • Gereiztheit
  • Antriebslosigkeit
  • Vernachlässigung sozialer Kontakte und der eigenen Person
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Schieben Sie eine Therapie nicht auf

Wenn Sie an einer akut behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung leiden, sollte eine Therapie nicht aufgeschoben werden. Wenn Sie Ihre Winterdepression ignorieren, kann das zu einer Verschlechterung und Chronifizierung führen. Einen Arzt zu Rate zu ziehen bringt Ihnen Klarheit. Unsere Spezialisten helfen Ihnen gerne.

Wer nämlich an einer Depression leidet, kann sich über die kleinen Dinge im Leben nicht mehr freuen. Ein gut gemeinter Urlaub („Spann doch mal aus“) wird zu einer zusätzlichen Belastung. Und auch wenn der Frühling nicht mehr so weit weg ist, es dauert noch ein bisschen bis das warme Sonnenlicht dem Winterblues das Fürchten lernt.