Behandlungsmethoden

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Adipositas-Behandlung: Gesünder durch Gewichtsreduktion

Adipositas-Therapie hat nicht das Ziel allein, Ihr Gewicht zu reduzieren, sondern das reduzierte Gewicht langfristig zu halten. Nur so können Folge-Erkrankungen vermieden bzw. verbessert werden. Unabhängig davon, ob eine Adipositas-Operation in Ihre Behandlung einbezogen wird, ist eine langfristige Veränderung Ihrer Ernährungs- und körperlichen Bewegungsgewohnheiten sowie Ihres Verhaltens erforderlich.

Konservative Behandlungsmethoden

Medikamentöse Adipositas-Therapie

Bis heute gibt es leider keine dauerhaft wirksamen Medikamente gegen Adipositas. 
Zur vorübergehenden Therapie sind in Deutschland derzeit lediglich Orlistat, Liraglutid und seit 2018 Bupropion/Naltrexon zugelassen. Allerdings schränken Nebenwirkungen den Nutzen ein, die Gewichtsreduktion ist relativ gering und keines der Präparate wird von den Krankenkassen erstattet.

Operative Behandlungsmethoden

Operative Adipositas-Therapie

Bringen alle konservativen Maßnahmen über mindestens sechs Monate kein zufriedenstellendes Ergebnis und liegt der BMI weiterhin über 40, kommt eine Adipositas-Operation in Betracht. Im Falle einer Diabetes-Erkrankung kann bereits ab einem BMI 35 eine chirurgische Behandlung erwogen werden (metabolische Chirurgie).

Im Gegensatz zu allen Diätbemühungen kann eine Operation helfen, einen deutlichen Gewichtsverlust auf lange Zeit zu erhalten. Nach einer OP bleiben viele Patienten zwar weiterhin übergewichtig, jedoch auf einem niedrigeren und damit deutlich gesünderen Niveau als vorher. 
Das Wichtigste aber ist, dass sich Ihre Gesundheit verbessert und die Lebensqualität steigert.
Adipositas-Operationen beeinflussen neben dem Gewicht auch zahlreiche Folge-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Schlafapnoe (Atemaussetzer beim Schlafen) und Gelenkbeschwerden, besonders in den Kniegelenken. Auch auf das Übergewicht zurückgehende Unfruchtbarkeit oder Rückenschmerzen bessern sich in vielen Fällen. Eine besondere Rolle spielen Operationen bei adipösen Diabetikern: Hier kann meist die Diabetes-Erkrankung gebessert oder sogar zum vorübergehenden Halt gebracht werden. Besonders für Diabetiker, die nach einer Operation kein Insulin mehr spritzen müssen, bedeutet dies eine enorme Erleichterung des Alltags. Wegen der besonderen Wirkung auf eine Diabetes-Erkrankung spricht man hier von metabolischen Operationen.

Die meisten Eingriffe können wir sehr schonend mit der „Schlüsselloch-Technik“ durchführen. Welches Verfahren für Sie am wirksamsten ist, besprechen die Chirurgen mit Ihnen im persönlichen Gespräch. 

Roux-en-Y-Magenbypass

Bei diesem Eingriff teilen unsere Chirurgen Ihren Magen in eine kleine Magentasche und einen größeren, weiterhin Magensaft produzierenden Restmagen. Die Magentasche ist schnell gefüllt, da sie nur wenig Nahrung aufnehmen kann. Dadurch fühlen Sie sich in den ersten Monaten schneller gesättigt und bleiben auch länger satt. 
Entscheidend ist aber die Umleitung des Dünndarms, sodass sich Nahrung und Verdauungssäfte erst im mittleren Dünndarm vermischen. Dadurch wird ein Teil der Nährstoffe und Kalorien nicht ver¬daut, sondern verlässt den Körper wieder mit dem Stuhl. Die Wirkung des Magenbypasses beruht zum großen Teil auf der Veränderung von Regelkreisläufen der Verdauungshormone. Diese hormonellen Veränderungen machen auch die besondere Wirkung auf eine Diabetes-Erkrankung aus.

Vorteile: 
  • Ausgeprägter und über Jahre stabiler Gewichtsverlust möglich
  • Dauerhafte Beseitigung von Sodbrennen 
  • Langfristige Verbesserung oder Rückgang eines Diabetes mellitus Typ 2
  • Langfristige Besserung zahlreicher Folge-Erkrankungen der Adipositas
Nachteile: 
  • Sie benötigen lebenslang zusätzliche Vitamin- und Mineralpräparate 
  • Eine Spiegelung von Restmagen, Zwölffingerdarm und/oder der Gallengänge ist nicht mehr möglich
  • Bestimmte Medikamente (zum Beispiel Verhütungsmittel) wirken möglicherweise nicht mehr ausreichend

Omega-Loop-Magenbypass

Hier nähen wir an Ihre etwas größere Magentasche eine Darmschlinge an. Diese hat vom Magenausgang bis zur Naht an der Magentasche eine Länge von 180 bis 250 cm. Durch sie fließen die Verdauungssäfte Galle und Bauchspeichel, die sich dann erst nach etwa zwei Metern mit der Nahrung aus der Magentasche vermischen. Je länger die Darmschlinge ist, desto mehr Gewichtsverlust ist möglich – allerdings steigt auch das Risiko für Mangelerscheinungen und anderen Nebenwirkungen wie Durchfall. 

Vorteile: 
  • Ausgeprägter und über Jahre stabiler Gewichtsverlust möglich
  • Langfristige Verbesserung oder Rückgang eines Diabetes mellitus Typ 2 
  • In der Regel auch bei sehr hohem BMI durchführbar
  • Langfristige Besserung zahlreicher Folge-Erkrankungen der Adipositas
Nachteile: 
  • Sie benötigen lebenslang zusätzliche Vitamin- und Mineralpräparate 
  • Eine Spiegelung von Restmagen, Zwölffingerdarm und/oder der Gallengänge ist nicht mehr möglich
  • Bestimmte Medikamente (zum Beispiel Verhütungsmittel) wirken möglicherweise nicht mehr ausreichend

Schlauchmagen

Hierbei entfernen unsere Spezialisten den größten Teil Ihres Magens, sodass nur ein schlauchförmiger Restmagen übrigbleibt. Dadurch können Sie nur noch geringe Nahrungsmengen aufnehmen und fühlen sich schneller gesättigt. Der normale Verdauungsprozess bleibt unberührt. 
Bei Patienten mit sehr hohem BMI ist ein Magenbypass technisch nicht durchführbar, Für sie kann ein Schlauchmagen die erste von zwei Operationen sein. Bei Bedarf kann der Schlauchmagen dann später in einen Roux-en-Y-Magenbypass oder in einen Omega-Loop-Magenbypass umgewandelt werden. 

Vorteile: 
  • Trotz der starken Verkleinerung des Magens bleibt der normale Weg der Nahrung erhalten
  • Mangelerscheinungen (Vitamine/Mineralien) zeigen sich seltener, eine lebenslange Nahrungsergänzung ist allerdings angeraten
  • Eine Magenspiegelung ist weiterhin problemlos möglich
Nachteile: 
  • Die Operation ist nicht umkehrbar
  • Komplikationen wie Nahtundichtigkeiten oder Fisteln sind schwieriger zu behandeln als beim Magenbypass
  • Ausgeprägtes Sodbrennen kann auftreten

Gut zu wissen

Alle drei Standorte der Schön Klinik, die eine operative Adipositas-Therapie anbieten (Hamburg Eilbek, Düsseldorf, Nürnberg Fürth), sind von der DGAV (Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie) zertifiziert. Die Adipositas Klinik in Hamburg Eilbek ist eine von bundesweit vier Einrichtungen, die als „Exzellenzzentrum für Adipositas- und metabolische Chirurgie“ die höchste Zertifizierungsstufe und damit den höchsten Qualitätsnachweis erhalten haben. 
In diesen Zentren können Sie auf hohe Qualitätsstandards in Behandlung, Ausstattung und Nachsorge vertrauen. 

Langfristige Nachsorge

Die operative Adipositas-Therapie ist der wichtigste Baustein, um schweres Übergewicht und die damit einhergehenden gesundheitsgefährdenden Folgen zu behandeln. Eine OP allein ist aber nicht in der Lage, alle körperlichen und seelischen Probleme zu lösen, die mit dem Übergewicht zusammenhängen. Auch eine lebenslange Umstellung Ihrer bisherigen Gewohnheiten ist nötig. 
Da Adipositas eine chronische Erkrankung ist, entscheidet eine regelmäßige jahrelange Betreuung mit über den Erfolg Ihrer Operation. Diese Nachsorge hilft auch, mög¬liche Mangelerscheinungen oder körperliche wie seelische Probleme rechtzeitig zu entdecken. 
Letztere können zum Beispiel durch eine Wiederkehr oder Zunahme einer Ess-Störung, einer Depression oder anderer psychischer Belastungen begründet sein und oft eine Gewichtswiederzunahme begünstigen. In diesen Fällen besprechen wir mit Ihnen, ob eine ambulante psychiatrisch/psychotherapeutische oder stationäre psychosomatische Behandlung in die Gesamt-Therapie eingebunden werden sollte.