Behandlungsmethoden

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Knorpelschäden: Sprunggelenk-OP nur in Ausnahmefällen

Anhand der MRT Bilder kann entschieden werden, wie dringlich der Behandlungsbedarf ist. Nicht alle Knorpelverletzungen führen zwangsläufig zu einem erhöhten Arthroserisiko. Häufig reicht es aus, die sportlichen Aktivitäten zu modifizieren und die weitere Entwicklung zu beobachten. Bestehen allerdings erhebliche Schmerzen, ist eine Operation oft die einzig sinnvolle Möglichkeit, um die Situation zu verbessern.
Die Schön Klinik ist seit vielen Jahren auf die Versorgung von Knorpelschäden am Sprunggelenk spezialisiert und bietet Ihnen dabei das gesamte medizinische Behandlungsspektrum an – von der Sprunggelenk-OP bis zur Rehabilitation.

Operative Behandlungsmethoden

Versteifung des Sprunggelenks (Arthrodese)

Wenn alle genannten Verfahren nicht in Frage kommen, können wir Ihr Sprunggelenk versteifen. Dazu entfernen wir den zerstörten Knorpel aus Ihrem Gelenk und verschrauben Ihr Sprungbein fest mit dem Schienbein. Nach sechs bis zwölf Wochen sind beide Knochen stabil zusammengewachsen und Sie können Ihren Fuß wieder nahezu unbegrenzt belasten.
Daher ist eine Versteifung gerade für jüngere, aktive Patienten sinnvoll. Durch eine Begrenzung der Versteifung auf die zerstörten Gelenkanteile kann in den meisten Fällen ein großer Teil der Bewegung im Rückfuß erhalten werden. Bei vielen Patienten ist der Eingriff arthroskopisch möglich. Auch werden Versteifungen heute so durchgeführt, dass zu einem späteren Zeitpunkt der Wechsel auf ein künstliches Sprunggelenk noch möglich wäre.

Knorpelschäden: Sprunggelenk-OP

Entfernung loser Knorpelteile

Kleinere Knorpelverletzungen mit einem Durchmesser bis zu 1 cm können wir in der Regel im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) operieren: Hierbei entfernt der Operateur die losen Knorpelteile minimalinvasiv, also besonders schonend. Anschließend bohrt er den darunterliegenden Knochen an. Durch die Bohrungen können Stammzellen aus dem Knochenmark in die Defektzone einwandern und eine Faser-Knorpelschicht bilden. So kann Ihr Körper nach der Operation im Gelenk Ersatzknorpel bilden. 80 bis 95 % unserer Patienten fühlen sich nach einem derartigen Eingriff auch nach fünf Jahren immer noch deutlich besser. Sie haben weniger bis keine Schmerzen mehr im Sprunggelenk.

Verpflanzung von Kniegelenkknorpel in das Sprunggelenk

Manchmal bildet sich nach einer Arthroskopie kein ausreichender neuer Knorpel. In diesem Fall und auch bei größeren Verletzungen Ihres Knorpels ist eine größere Sprunggelenk-OP nötig. Eine Behandlungsmöglichkeit ist es, körpereigenen Gelenkknorpel aus einem anderen Gelenk in das verletzte Sprunggelenk zu verpflanzen. So wird z. B. Knorpel aus Ihrem Kniegelenk entnommen, der ab sofort als Gleitschicht in Ihrem Sprunggelenk dient. Der Einbau erfordert einen guten Zugang zur Knorpeloberfläche, sodass bei diesem Verfahren meist der Innenknöchel durchtrennt werden muss, um ausreichend Platz zu schaffen. Ist der Knorpel implantiert, wird der Innenknöchel wieder verschraubt. Da man das gesunde Kniegelenk nicht durch eine Knorpelentnahme schädigen möchte, wird dieses Verfahren nur noch in sehr speziellen Situationen angewendet, insbesondere wenn andere Lösungen nicht zur Verfügung stehen.

Einbau von Membranen zur Knorpelneubildung

Größere Knorpeldefekte werden heute überwiegend durch spezielle Hightech-Membrane behandelt. Diese durchlässigen Häutchen fördern und unterstützen die Neubildung von Knorpel in Ihrem Gelenk. Sie können sich die Membran vorstellen wie Knorpel ohne Zellen. In dieses Gerüst wandern die Stammzellen aus dem Knochenmark. Die spezielle Umgebung der Membran unterstützt die Umwandlung in knorpelähnliches Gewebe.
Bei der Operation öffnen wir Ihr Gelenk über einen kleinen Schnitt. Dann entfernen wir den geschädigten Knorpel und glätten die Knorpel- und Knochenränder. Anschließend bohrt unser Chirurg in den freiliegenden Knochen mehrere kleine Löcher, so dass Stammzellen aus dem Knochenmark austreten können.
Dieses Verfahren wird seit über zehn Jahren erfolgreich an verschiedenen Gelenkregionen eingesetzt und unterstützt die Knorpelregeneration deutlich.

Fixierung der Membran mit Gewebekleber

Ist durch eine Zyste in Ihrem Knochen eine Lücke entstanden, füllen wir diese Stelle mit körpereigenen Knochen oder Knochenspänen vom Fersenbein, Schienbeinkopf oder Beckenkamm auf. Das funktioniert in etwa wie beim Zahnarzt: Auch er schließt das Loch im Zahn durch eine Füllung. Anschließend wird die künstliche Membran mit Gewebekleber fixiert. Auf diese Weise können sich die austretenden Stammzellen auf der Membran gleichmäßig verteilen und sich zu einem Ersatzknorpelgewebe umbauen. Gut für Sie: Die Behandlung von Knorpeldefekten mit Membranen kann meist ohne eine Durchtrennung des Innenknöchels durchgeführt werden.

Gelenkersatz: das künstliche Sprunggelenk

Ähnlich wie beim Knie und Hüftgelenk können wir Ihr oberes Sprunggelenk auch durch ein künstliches ersetzen. Auf diese Weise bleibt die Beweglichkeit in Ihrem Sprunggelenk erhalten. Selbst nach zehn Jahren sind zwischen 85 und 90 % der eingesetzten Prothesen noch intakt. Falls sich das künstliche Sprunggelenk doch lockern sollte, können wir es in der Regel durch ein neues ersetzen (Wechseloperation). Ist dies nicht möglich, wird Ihr Sprunggelenk in einer OP versteift.