Parkinson und Ernährung

Parkinson-Patienten können eigentlich alles essen – wenn sie ein paar Dinge beachten. Dabei geht es vor allem um Wechselwirkungen der Ernährung mit Medikamenten. Die meisten Parkinson-Betroffenen nehmen als Dopamin-Ersatzstoff medikamentös den Wirkstoff Levodopa ein. Levodopa kommt in fast allen gängigen Präparaten vor. Der Wirkstoff kann nur dann seine volle Wirkung entfalten, wenn lediglich in bestimmten Abständen eiweißhaltiges Essen konsumiert wird. Levodopa ist eine Aminosäure, also ein Baustein, aus dem Eiweis besteht. Ist der Körper zum Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme damit beschäftigt, andere Eiweiße zu verdauen, kommt Levodopa nicht oder viel langsamer dort an, wo es hingehört, in den Blutkreislauf und das Gehirn. Daher empfehlen wir allen Parkinson-Patienten, ihrer Ernährung große Aufmerksamkeit zu schenken.

Eine ausgewogene Ernährung kann Parkinson-Symptome lindern

Schnitzel ade?

Nicht bei jedem Parkinson-Patienten kommen sich Medikament und Ernährung in die Quere. Manche Betroffene bemerken gar keine Schwankungen, andere erleben nach bestimmten Mahlzeiten deutliche Off-Phasen – also eine Verstärkung ihrer Parksinon-Symptome. Daher können vor allem Patienten mit deutlichen Wirkungsschwankungen von einer Eiweiß-Umverteilungskost profitieren. Eiweiß-Umverteilung klingt erstmal nach Verzicht – so ist es aber nicht. Weder auf Schnitzel, noch auf Käse oder Spiegelei müssen Sie verzichten. Es geht nicht um Verzicht, sondern die korrekte Verteilung.

Hier ist wichtig zu wissen: Je „schwerer“ Ihre Mahlzeit ist, desto länger braucht Ihr Körper um zu verdauen. Und entsprechend wird dann auch die Levodopa-Aufnahme gedrosselt. Als Beispiel kann man sagen, dass ein Eisbein geschlagene acht Stunden im Magen liegt, ein Reisgericht etwa nur eine halbe Stunde. Frischen Sie zusätzlich Ihren Ernährungsplan mit Obst und Gemüse auf. Unsere Experten raten gernerell zu einer leichten mediterranen Kosten. Mittags gerne Pasta und Abend Fisch oder Fleisch mit Gemüse.

Ausgewogene Ernährung
LEBEN MIT PARKINSON | ERNÄHRUNG

Frühstück, Mittag- und Abendessen

Eine genaue Empfehlung für die Umverteilung der Mahlzeiten gibt es leider nicht – jeder Patent verarbeitet sein Essen anders. Probieren Sie aber ruhig nach Geschmack und Laune. Es gibt Patienten, die ein weichgekochtes Frühstücksei gut vertragen, ein hartgekochtes aber nicht. Die Experten der Schön Klinik München Schwabing haben hierfür einen Leitfaden als Orientierung herausgegeben: Planen Sie Morgens und Mittags leichtverdauliche, eiweißarme Koste ein. Achten Sie beim Essen von eiweißhaltigen Lebensmitteln wie Käse, Wurst, Fleisch oder Fisch auf den erforderlichen zeitlichen Abstand zur Levodopa-Einnahme. In der Regel spricht man hier von mindestens einer halben Stunde vor und frühestens eineinhalb Stunden nach einer Mahlzeit.

Gesunde Ernährung
Viel trinken ist wichtig bei Parkinson

Generell gilt: Trinken Sie regelmäßig und ausreichend!

Viele Parkinson-Patienten trinken zu wenig. Das kann im schlimmsten Fall zu Austrocknungserscheinungen führen, die in einem stationären Aufenthalt in einer Klinik enden können. Dabei gibt es bei den Getränken kaum Einschränkungen: Wasser, Limo, Kaffee – im Grund können Sie jede Form von Flüssigkeit ihm Körper reichlich zuführen. Für Alkohol gilt natürlich, wie immer, in Maßen. Aber gerade Kaffee und Cola stehen im Verdacht, die Levodopa-Aufnahme zu beschleunigen. Es ist also bei weitem nicht alles verboten.

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