Behandlungsmethoden

Volle-Belastbarkeit-nach-OP

Ein Leistenbruch sollte immer operiert werden

Ein Leistenbruch heilt nie von selbst, er wird mit der Zeit eher größer. Zudem besteht die zwar seltene, aber lebensgefährliche Gefahr der Darmeinklemmung. Deshalb sollten Sie bei Verdacht auf einen Leistenbruch Ihren Hausarzt aufsuchen und sich gegebenenfalls von einem Spezialisten untersuchen lassen. Bei bekanntem Bruch und akuten starken Schmerzen in Verbindung mit Erbrechen und Stuhlverhalt ist umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Operative Behandlungsmethoden

Leistenbruch-OP

Nur eine Leistenbruch-Operation hilft, um die Lücke sicher zu verschließen und eine Notfallsituation zu vermeiden.
Nicht völlig geklärt ist der Nutzen einer Leistenbruch-OP bei Patienten ohne Symptome. Wegen der grundsätzlichen Einklemmungsgefahr überwiegen jedoch die Vorteile einer Leistenbruch-Operation (siehe Internationale Leitlinie für das Management von Leistenbrüchen 2018).
Außer bei Kindern und Jugendlichen operieren wir Leistenbrüche in der Schön Klinik unter Verwendung von Kunststoffnetzen, die die Bauchwand stabilisieren.

Leistenbruch-Operation: Verfahrenstechnik


Die meisten Leistenbrüche werden heute mit einer minimalinvasiven Kameratechnik durch den Bauch (TAPP) oder vor dem Bauchfell (TEPP) versorgt. Die OP findet in der Regel in Vollnarkose statt. Die Vorteile:
  • Beide Seiten können während der Operation ergänzend untersucht und versorgt werden
  • Weniger Schmerzen direkt nach der Operation und auch später
  • Sofortige Belastbarkeit
  • Weniger erneute Leistenbrüche nach der Operation im Vergleich zur OP-Technik von außen
Bei Patienten mit Voroperationen (zum Beispiel an der Prostata), bei sehr großen Brüchen oder bei starken gesundheitlichen Einschränkungen sollte eine Vollnarkose vermieden werden. In diesen Fällen ist eine offene Operation mit lokaler Betäubung das Verfahren der Wahl. Meist wird auch hier ein Netz implantiert (Operation nach Lichtenstein).