Wechseloperation nach Gelenkersatz
Damit Sie auch morgen noch mobil sindDie hohe Qualität moderner Endoprothesen und ausgereifte operative Techniken schenken vielen Menschen Schmerzfreiheit und Beweglichkeit bis ans Lebensende. Jedoch können sich auch beste Implantate unter bestimmten Bedingungen vorzeitig lockern. Dann ist eine Wechseloperation oft nicht zu umgehen.
Chirurgisch und orthopädisch ist eine Wechseloperation sehr anspruchsvoll. Die Schön Klinken sind dafür optimal ausgestattet. Unsere Endoprothetik-Spezialisten verfügen über das Wissen und die Erfahrung, um auch bei diesen komplexen Operationen beste Ergebnisse zu erzielen.
Fachlich geprüft von Dr. med. Karl Christian Westphal
Warum hält die Prothese nicht?
Septische Lockerung
Schon bei der Implantation oder der anschließenden Wundheilung können Bakterien eingeschleppt werden, sich auf der Prothese ansiedeln und zu Entzündungen führen. Dank unserer effizienten Präventionsmaßnahmen bei der Implantation ist diese Komplikation heute zu einem seltenen Notfall geworden.
Zu einer Infektion kann es aber auch noch Jahre nach der Implantation kommen, wenn Bakterien aus einem anderen Bereich des Körpers (z. B. bei einem Harnwegsinfekt) über die Blutbahn zur Endoprothese wandern.
Aseptische Lockerung
Für eine Prothesen-Lockerung ohne Infektion kommen verschiedene Ursachen infrage. Häufig handelt es sich um Entzündungen durch mikroskopisch kleine Abriebpartikel, die sich vom Implantat beim Kontakt mit dem Knochen lösen. Sie rufen im umliegenden Gewebe eine Abwehrreaktion hervor und leiten damit den Abbau von Knochensubstanz ein. Zwar ist auch diese Komplikation heute, dank moderner abriebarmer Materialien, seltener geworden, ganz ausschließen lässt sie sich jedoch nicht.
Weitere mögliche aseptische Ursachen sind Knochenbrüche im Bereich des Ersatzgelenks (periprothetische Fraktur), Begleiterkrankungen wie Rheuma oder übermäßige Belastungen etwa durch starkes Übergewicht oder schwere körperliche Aktivitäten.

Die Schmerzen sind zurück
Anzeichen einer Infektion
Grippesymptome wie Schüttelfrost, Fieber, Krankheitsgefühl, die zeitnah nach der Erstimplantation auftreten, sind fast immer Anzeichen einer bakteriellen Infektion im neuen Gelenk.
Bei einer Spätinfektion können diese Symptome allerdings fehlen. Hier berichten die Patientinnen und Patienten vor allem von Schmerzen bei Bewegung und in Ruhe.
Untersuchungen für eine sichere Diagnose
Zur Diagnostik zählen:
- ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung, um Ihre Beschwerden genau zu orten und die Beweglichkeit des betroffenen Gelenks festzustellen,
- die Beurteilung früherer Bildgebungen des Implantats, vorangegangener OP-Berichte und des Prothesenpasses,
- bildgebende Verfahren (Röntgen, Computertomografie, gegebenenfalls Magnetresonanztomografie), um den aktuellen Sitz der Prothesenteile und den Zustand der Knochen und des umliegenden Gewebes zu bestimmen,
- weitere Untersuchungen, um andere orthopädische oder internistische Ursachen für die Beschwerden auszuschließen und
- Laboruntersuchungen, um eine bakterielle Infektion auszuschließen.
Diagnostik bei einer Infektion
In sehr unklaren Fällen entnehmen wir zusätzlich minimal-invasiv, also ohne einen größeren Eingriff, etwas Gewebe aus der Prothesenregion, um eine noch aussagekräftigere mikrobiologische Diagnose zu ermöglichen.

Wechseloperation – wann ist der richtige Zeitpunkt?
Eine Sache für Spezialisten
Die Entscheidung für die Art des zweiten Implantats und seiner stabilen Verankerung wird von unseren Spezialisten wohlüberlegt getroffen. Derselbe Gelenktyp kommt meistens nicht mehr infrage. Denn die Situation im Gelenk hat sich Monate oder Jahre nach der ersten Operation möglicherweise durch Abbauprozesse verändert. Oft werden bei Wechseloperationen spezielle, meist etwas größere Revisionsimplantate eingesetzt.
Spezialimplantate zur Knochenverstärkung: In vielen Fällen müssen wir den noch vorhandenen Knochen mit Knochenersatzstoffen, Knochentransplantaten oder metallischem Knochenersatz verstärken, um einen sicheren Halt der Wechselprothese zu erreichen. Mit Spezialimplantaten wie Abstützschalen an der Gelenkpfanne können wir auch in geschwächtem Knochen ein stabiles Implantat verankern.
Teilersatz oder Komplettaustausch: Diese Entscheidung hängt ganz von der individuellen Situation ab. Häufig reicht es, die lockeren oder verschlissenen Teile der Komponenten auszutauschen. Zum Beispiel nur den Prothesenschaft oder nur die Gelenkpfanne oder das Pfanneninlay – vorausgesetzt die Ersatzteile sind noch verfügbar.
In anderen Fällen (zum Beispiel bei einer Infektion) kann der komplette Austausch oder auch der Wechsel von einer bisherigen Teil- auf eine Vollprothese die optimale Lösung sein.
Operation
Wie bei der primären Endoprothetik setzen wir fremdblutsparende Maßnahmen und eine Schmerzbehandlung ein. Nach der Operation streben wir die frühestmögliche Mobilisierung unserer Patientinnen und Patienten an.
Operation bei einer Gelenkinfektion
Hat sich die Infektion schon stark ausgebreitet, lässt sich ein Komplettaustausch der Prothese nicht vermeiden. Oft sind dazu sogar zwei Eingriffe und mehr nötig. Zunächst wird das infizierte Implantat durch ein antibiotikahaltiges Provisorium ersetzt. Je nach Art der Erreger bleibt der Platzhalter für zwei bis sechs Wochen im Gelenk. Erst wenn völlige Keimfreiheit erreicht ist, kann die neue Prothese im Rahmen einer zweiten Operation implantiert werden.

Nach der Operation
Die Anschlussbehandlungen und die Rehabilitationsphase nach einer Wechseloperation entsprechen in unkomplizierten Fällen denen nach der Erstimplantation. Bei aufwendigen Rekonstruktionen erstellen wir ein individuelles Konzept, das wir ausführlich mit Ihnen besprechen.
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