Wirbelgleiten

Die gute Nachricht: Die meisten Betroffenen haben keine Schmerzen, wenn mal ein Wirbel aus der Reihe tanzt. Beim Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) verrutscht ein Wirbel gegenüber dem angrenzenden Wirbel. Dies kann durch einen Spalt in den Wirbelbögen ausgelöst sein (Spondylolyse) oder aufgrund einer einfachen Verschleißerkrankung. In der Regel zeigt sich diese Veränderung an der unteren Lendenwirbelsäule, weshalb es zu chronischen, tief sitzenden Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich kommen kann. Wird durch das Wirbelgleiten ein Nerv gequetscht, kommt es zu den ebenso typischen ausstrahlenden Schmerzen in den Beinen.

Die Spezialisten der Schön Kliniken geben Ihren Wirbeln wieder Halt. Wir sind auf die Behandlung von Wirbelgleiten spezialisiert. Exakte und sorgfältige Diagnose, nicht operative Behandlung oder präzise Operation – Sie profitieren von dem großen Erfahrungsschatz unserer Rücken-Spezialisten. Das Ergebnis? Zufriedene Patientinnen und Patienten, die uns gerne weiterempfehlen.

Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) – unsere Therapie

Ein Wirbelgleiten, medizinisch als Spondylolisthesis oder Spondylolisthese bezeichnet, ist eine recht häufige Erkrankung mit unterschiedlichen Ursachen, die den Patientinnen und Patienten oft zunächst gar keine Schmerzen bereitet. Erst wenn diese Instabilität der Wirbelkörper Beschwerden verursacht, indem zum Beispiel der verrutschte Wirbel auf Nerven drückt, bedarf es entsprechender Therapie. Auch die Bandscheiben können in Mitleidenschaft gezogen werden. Nach eingehender Diagnose stehen meist konservative Therapien, wie stabilisierende physiotherapeutische Übungen und Schmerzmittel (Medikamente), am Beginn Ihrer Behandlung der Spondylolisthese. Diese Maßnahmen zielen zumeist auf die Rückenschmerzen ab, die sich anfänglich als häufigstes Symptom zeigen. Solange der Rückenschmerz alleiniges Symptom ist, lassen sich durch die konservativen Maßnahmen zumeist hinreichende Besserungen erzielen, die Frage nach einer OP stellt sich selten.

Helfen Ihnen die konservativen Maßnahmen nicht mehr ausreichend gegen Ihre Schmerzen oder führen die Gleitwirbel zu Symptomen, die auf einen engen Spinalkanal schließen lassen, gar neurologische Ausfälle, kann eine Operation eine geeignete Maßnahme sein, um Ihr Wirbelgleiten nachhaltig zu beheben. Unsere mehrfach ausgezeichneten Wirbelsäulenspezialisten in der Schön Klinik Neustadt sind auf die operative Therapie von Wirbelgleiten spezialisiert und wenden, wo immer möglich, modernste und schonende OP-Techniken an, um bedrängte Nerven zu entlasten und Ihre Wirbelsäule zu stabilisieren oder diese in ihre ursprüngliche Form zu bringen, um Ihnen die Schmerzen zu nehmen. Neben der Auswahl verschiedener OP-Techniken, die sich individuell auf die Belange des einzelnen Falles abstimmen lassen, kommen hier in der Schön Klinik Neustadt modernste Analyseverfahren zum Einsatz, die dazu dienen, die korrekte und individuelle Form der Wirbelsäule wiederherzustellen. So ist bekannt, dass jeder Mensch für sein Wirbelsäulenprofil quasi einen individuellen „Fingerabdruck“ hat. Moderne Bildanalyse (EOS-System) sowie Planungssoftware erlauben die akkurate Planung. Diese konsequente Korrekturplanung ist ein Gütezeichen der Abteilung, weswegen Patientinnen und Patienten von Kiel bis Lübeck und darüber hinaus zur Operation kommen.

  • Die Trainingstherapie ist eine Domäne der ambulanten Behandlung. Hierbei soll die tiefe lumbale Muskulatur aufgebaut und erhalten werden. Die Muskulatur ist geeignet, die gewisse Instabilität der knöchernen Strukturen des Wirbelgleitens effektiv zu kompensieren und die Gleitwirbel quasi zu stützen. Patientinnen und Patienten wird empfohlen, die Beübung zum Erhalt der Muskulatur konsequent und dauerhaft mittels erlernter Eigenübungen fortzuführen. So kann die Rückenschmerzsymptomatik lange unter Kontrolle gehalten werden.
  • Physiotherapie kann kurzzeitig und ambulant hilfreich sein, um die Übungen zum muskulären Aufbau zu erlernen. Gelegentliche Einheiten zur Kontrolle der Übungen können sinnvoll sein.
  • Schmerztherapie ist begleitend und individuell angepasst sinnvoll. Die Begleitung dieser Therapie ist eine Domäne des ambulanten Sektors.
  • Die selektive, bildwandlergestützte Infiltrationstherapie kommt dann in Betracht, wenn die Beschwerden durch die Wirbelkanalenge zunehmen (Schaufensterkrankheit, Beinschmerzen). Die lokale Gabe von Kortison und Lokalanästhetika kann die Nervenstrukturen sowie angrenzende Gelenke so weit entreizen, dass für eine Dauer von Monaten eine deutliche Besserung eintritt. Eine kausale, also die Ursache beseitigende und somit heilende Therapie ist die Infiltration nicht.
  • Korsette / Orthesen haben bei Wirbelgleiten so gut wie keine Indikation. In Ausnahmefällen (Operationsfähigkeit nicht gegeben) können Sie angewandt werden.

Die operative Behandlung wird stadiengerecht an den Schweregrad der Spondylodese und auf die Symptome sowie die begleitende Deformität ausgerichtet. Dies bedeutet, dass eine operative Veränderung nur an den Strukturen der Wirbelsäule vorgenommen wird, die die Symptome direkt oder indirekt erzeugen. Ein zentrales OP-Ziel – nahezu bei jeder der Operationen bei Wirbelgleiten – ist die Beseitigung der Engstellen, die durch die sich jeweils verschiebenden Wirbel entstehen. Nachgeordnet ist vor der OP festzulegen, ob das Wirbelgleiten beseitigt werden muss (um die effektive Erweiterung zu erreichen und zu erhalten) und ob Regeln der korrekten Formgebung der Wirbelsäule eine Versteifung erfordern.

  • Die alleinige mikrochirurgische Entlastung von Nerven kann erfolgen, wenn die Engstelle im Nervenkanal zentral vorliegt und die Neuroforamen, das heißt die Nervenaustrittskanäle an den Seiten der Wirbelkörper, nicht eingeengt sind. Weiterhin gibt es Kriterien, anhand derer eine relevante Instabilität ausgeschlossen werden muss. Bei Vorliegen dieser Bedingungen kann eine alleinige Erweiterung der Spinalkanalstenose erfolgen. Dies gelingt bei etwa 40 bis 50 Prozent der Fälle bei Wirbelgleiten mit Spinalkanalstenose.
  • Die kombinierte, dekomprimierende und ruhigstellende / versteifende lokale Formkorrektur des entsprechenden Wirbelsäulenabschnittes (Repositionsspondylodese) erfolgt dann, wenn die Enge des Wirbelkanals durch die alleinige Erweiterung nicht beseitigt werden kann und/oder wenn die Instabilität der Wirbel ausgeprägt ist. Je nach Ausgangslage stehen in Neustadt alle relevanten Verfahren zur Verfügung, mit denen die kombinierte Erweiterung und Korrektur / Versteifung durchgeführt werden kann. Bei deren Auswahl kommt die Planung ins Spiel. Erst nach einer akribischen Planung kann festgestellt werden, wie viel Korrektur notwendig ist, wie die Form nach dem Eingriff aussehen muss etc. Da die unterschiedlichen OP-Techniken unterschiedliche Vor- und Nachteile bei der Korrektur aufweisen, wird das jeweils ideale Verfahren individuell festgelegt. Zumeist kommt dabei eine OP-Technik zur Anwendung, über die die gesamte Prozedur über den rückwärtigen Zugang durchgeführt werden kann. Die Tatsache, dass in der Schön Klinik Neustadt alle anwendbaren Verfahren vorgehalten und beherrscht werden, stellt sicher, dass eine individualisierte optimale Behandlung erfolgen kann.