Schulterinstabilität

Was tun, wenn die Schulter bei einem Unfall ausgekugelt wird (luxiert)? Was, wenn eine chronische Schulterinstabilität vorliegt?

Unsere Spezialisten sind auf die Versorgung von Erkrankungen und Verletzungen der Schulter spezialisiert und legen Wert auf eine genaue Diagnose und eine individuelle Behandlung.

Schulterinstabilität – unsere Behandlung

In der Schön Klinik München Harlaching sind wir seit vielen Jahren auf die konservative und operative Versorgung von Schulterinstabilitäten spezialisiert. Seit November 2020 sind wir als eine von insgesamt erst sieben Kliniken in Deutschland und erste Klinik in Bayern als Deutsche Schulter- und Ellenbogenklinik München Harlaching zertifiziert worden. Hierdurch können wir unseren Patientinnen und Patienten ein Höchstmaß an Qualität bieten und mit unserer Erfahrung dabei helfen, dass Sie nach Ihrer Verletzung so schnell wie möglich wieder in Ihr gewohntes Leben zurückkehren.

Je nach Schädigungsgrad, Ausprägung und Richtung der Schulterinstabilität kommen verschiedene Therapie-Ansätze infrage. Im Vorfeld ist es wichtig, die zuvor ausgekugelte Schulter genau zu untersuchen und eine exakte Diagnose zu stellen. Die Wahl der richtigen Therapie kann sich von Fall zu Fall unterscheiden und hängt von der Form und dem Ausmaß der Instabilität ab.

Wenn eine eindeutige Instabilität insbesondere nach einer traumatischen Luxation vorliegt, ist bei Ihnen möglicherweise eine OP erforderlich. Dafür stehen wir Ihnen in der Schön Klinik München Harlaching mit großer Expertise und medizinischer Kompetenz zur Verfügung. Gemeinsam mit Ihnen legen wir das für Sie richtige operative Vorgehen fest und kümmern uns um eine geeignete Nachbehandlung, damit Ihre Schulter wieder schmerzfrei funktioniert und dabei eine freie und stabile Beweglichkeit hat.

Konservative Behandlungsmethoden

Bei der angeborenen Instabilität oder der multidirektionalen Instabilität ist das Stützgewebe des Körpers und der Schulter zu schwach, sodass der Oberarmkopf zu viel Spiel in allen Richtungen hat. Dadurch kann die Schulter auch ohne große Gewalteinwirkung aus dem Gelenk springen. Diese Form der Instabilität operieren wir nur im Ausnahmefall. Stattdessen setzen wir auf moderne Therapieverfahren mit physiotherapeutischen Übungs- und Trainingsprogrammen und gezieltem Muskelaufbautraining sowie das sogenannte EMS-Training (Elektromyostimulation). Hierbei werden Ihre Muskeln mittels elektrischer Impulse stimuliert, sodass einzelne Muskelpartien dabei gezielt angesteuert werden können.

Operative Behandlungsmethoden

Je nach Schädigungsgrad und Ausmaß der Verletzung bieten wir in der Schön Klinik München Harlaching moderne und minimalinvasive Techniken zur Stabilisierung Ihrer Schulter. Welche dieser Techniken für Sie infrage kommt, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen in einem ausführlichen Gespräch.

Bei diesem sehr häufigen Eingriff wird durch eine minimalinvasive Gelenkspiegelung (Arthroskopie) das Ausmaß der Schädigung sichtbar. Je nach Schwere der Verletzung werden anschließend in arthroskopischer Technik die verletzten Strukturen wieder angeheftet und gegebenenfalls eine zusätzliche Straffung der überdehnten Kapsel vorgenommen. Die Befestigung der abgerissenen Gelenklippe (Labrum, Bankart-Läsion) und des Kapsel-Band-Apparates am Rande der Gelenkpfanne erfolgt mit zwei bis drei kleinen „Dübeln“ (Bio-Ankern), die vom Körper im Laufe von Monaten abgebaut werden.

Bei einer Luxation kommt es häufig auch zu einer kleinen „Delle“ im Bereich des hinteren Oberarmkopfes. Eine Behandlung dieses kleinen Defekts ist meistens nicht notwendig, da er keinen Einfluss auf das Gelenkspiel hat. Bei sehr großen Defekten muss jedoch gegebenenfalls eine Korrektur erfolgen, bei der wir die hintere Sehne Ihrer Rotatorenmanschette mit dem Knochendefekt vernähen (Remplissage). Dies wird in Kombination mit der Bankart-Operation ebenfalls arthroskopisch durchgeführt und bringt in Fällen mit erhöhtem Risiko für eine erneute Luxation (Rezidiv) zusätzliche Stabilität.

Über 90 Prozent der operierten Patientinnen und Patienten sind mit dem Ergebnis der Operation sehr zufrieden. Vereinzelt bleibt manchmal eine fast unmerkliche Einschränkung der Außendrehfähigkeit im Schultergelenk zurück. In seltenen Fällen, meistens nach zu früher Belastung oder nach erneuten Verletzungen, kann es trotz Operation zu einer erneuten Luxation der Schulter kommen. Das Risiko von Gelenkinfektionen oder Schädigungen von Blutgefäßen oder Nerven durch die Operation ist gering. Derartige Komplikationen treten in weniger als fünf Prozent der Fälle auf.

Bei sehr großen knöchernen Defekten der Gelenkpfanne oder häufigen erneuten Luxationen nach möglicherweise bereits fehlgeschlagener Bankart-OP ist eine Übertragung eines Knochenspans, der aus Ihrem Beckenkammknochen entnommen wird, notwendig, um die nötige Stabilität der Schulter zu erreichen. Bei dieser Operation wird ein Knochenblock aus Ihrem Beckenkammknochen entnommen und mit einem Faden-Titanplättchen-System (Taverna-System) an dem Knochendefekt im Bereich des vorderen Pfannenrandes fixiert. Das Verfahren ermöglicht eine Wiederherstellung Ihrer ursprünglichen Anatomie und ist grundsätzlich auch arthroskopisch durchführbar.

Diese Stabilisierungsoperation ist ebenfalls bei großen knöchernen Defekten der Gelenkpfanne mit Substanzverlust des vorderen Pfannenrandes angezeigt und bietet neben der Wiederherstellung der knöchernen Anatomie eine zusätzliche Muskelschlinge am unteren Vorderrand der Gelenkpfanne, die für weitere Stabilität sorgt. Wir führen diesen Eingriff in einem schonenden Verfahren arthroskopisch unterstützt und über einen kleinen Hautschnitt (mini-open) durch. Zum Ausgleich des knöchernen Defektes der Gelenkpfanne wird der sogenannte Rabenschnabelfortsatz des Schulterblattknochens mit den anhängenden Sehnen und Muskeln versetzt und mit Schrauben fixiert.

Nachsorge

Nach der Operation wird Ihre Schulter für zwei bis vier Wochen in einer Armschlinge ruhiggestellt. Durch die Ruhigstellung wird Ihr repariertes Gewebe geschützt und eine erste Heilung ist möglich. Gleichzeitig beginnt aber schon ein phasenorientiertes Rehabilitationsprogramm. Der Arm soll für sechs Wochen nicht über Schulterniveau angehoben und belastet werden. Alltägliche Bewegungen und leichte körperliche Tätigkeiten sind möglich. Krankengymnastik ist für etwa drei Monate erforderlich. Anschließend empfehlen wir ein selbstständiges Muskelaufbautraining für weitere drei Monate. Besonders wichtig bei der Nachbehandlung einer Schulterluxation ist, dass Sie die ersten drei Monate auf sportliche Belastung Ihrer Schulter verzichten. Kontakt- und Wurfsportarten empfehlen wir Ihnen erst nach sechs Monaten. Eine Arbeitsunfähigkeit richtet sich immer nach den individuellen beruflichen Belastungen Ihres Gelenks, in der Regel besteht sie für vier bis sechs Wochen.

 

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