Priv. Doz. Dr. Jens Cordes
Facharzt für Urologie
Zusatzbezeichnung Rettungsmedizin
Zusatzbezeichnung Medikamentöse Tumortherapie
Zusatzbezeichnung Andrologie
Zusatzbezeichnung Röntgendiagnostik-Fachgebunden Urologie
Hodenkrebs ist eine bösartige Erkrankung des Hodens, die hauptsächlich von sogenannten Keimzellen ausgeht. In Deutschland stellt dieser Tumor die häufigste Krebserkrankung bei Männern im Alter von 20 bis 44 Jahren dar. Die Diagnose ist für Betroffene zunächst oft belastend, jedoch sind die Heilungschancen dank moderner Diagnose- und Therapieverfahren sehr hoch. Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung sind Kenntnisse zu Ursachen, Risikofaktoren, Symptomen sowie zu aktuellen Diagnose- und Therapiekonzepten. Die enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachrichtungen trägt maßgeblich zu einem optimalen Ergebnis für jeden Patienten bei.
Hodenkrebs bezeichnet einen bösartigen Tumor des Hodens, der fast immer von den Keimzellen ausgeht. Medizinisch unterscheidet man zwischen Seminomen, die meist einen langsameren Verlauf zeigen, und Nicht-Seminomen, die häufig aggressiver wachsen. Diese Unterscheidung ist zentral, da sie die weiteren Behandlungsschritte bestimmt.
Vor allem junge Männer und Männer mittleren Alters haben das größte Erkrankungsrisiko. In Deutschland gibt es jährlich mehrere Tausend Neuerkrankungen, mit leicht steigender Tendenz. Durch den hohen Stand der medizinischen Versorgung und kontinuierliche Fortschritte bei Diagnose und Therapie beträgt die Heilungsrate heute über 90 Prozent.
Die Behandlung von Hodenkrebs ist vielschichtig und erfolgt in den Schön Kliniken durch ein interdisziplinäres Team aus erfahrenen Spezialisten. Im Vordergrund steht eine individuelle und patientenzentrierte Behandlung, die sich nach Tumortyp, Stadium und allgemeinen Gesundheitsfaktoren richtet. Die sehr hohen Heilungschancen sind das Ergebnis moderner, evidenzbasierter Therapien.
Zu Beginn der Behandlung steht meist die vollständige Entfernung des betroffenen Hodens durch einen Leistenschnitt (radikale inguinale Orchiektomie). Dieser Zugangsweg minimiert das Risiko, Tumorzellen zu verschleppen. Das entnommene Gewebe wird feingeweblich untersucht, um die genaue Tumorform und das Ausmaß zu bestimmen.
Patienten der Schön Klinik Gruppe können sich auf Wunsch zeitgleich eine Hodenprothese einsetzen lassen. Diese Option dient der kosmetischen Wiederherstellung und kann auch zu einem späteren Zeitpunkt gewählt werden, um das persönliche Wohlbefinden zu erhalten.
Die weitere Behandlung richtet sich nach Tumorart, der Ausbreitung und biologischen Parametern wie den Tumormarkern. Es stehen verschiedene etablierte Behandlungswege zur Verfügung.
In bestimmten Situationen, etwa bei frühen, wenig aggressiven Tumoren (zum Beispiel Seminome Stadium I), kann zunächst auf eine weitere Behandlung verzichtet und eine engmaschige Kontrollstrategie (aktive Überwachung/Surveillance) gewählt werden. Engmaschige Nachsorgeuntersuchungen dienen dazu, ein Wiederauftreten frühzeitig zu erkennen und rasch handeln zu können. Dies hilft, Nebenwirkungen einer Chemotherapie oder Strahlenbehandlung zu vermeiden.
Wenn eine zusätzliche Therapie erforderlich ist, erfolgt sie in der Regel mit einer Chemotherapie, oft basierend auf Cisplatin. Sie wird angewandt, um den Heilungserfolg zu sichern, das Rückfallrisiko zu verringern oder fortgeschrittene und wiederkehrende Fälle zu behandeln. Die Chemotherapie erfolgt individuell abgestimmt unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle.
Bei bestimmten Seminomen mit begrenztem Lymphknotenbefall kann eine gezielte Strahlentherapie der Lymphknotenregion erwogen werden. Moderne strahlentherapeutische Methoden ermöglichen eine möglichst schonende, präzise Behandlung.
Ist nach einer Chemotherapie weiterhin verdächtiges Gewebe in den Lymphknoten vorhanden oder handelt es sich um spezielle Tumorformen, kann eine operative Entfernung der Lymphknoten im Bauchraum (retroperitoneale Lymphknotenentfernung/RPLND) notwendig sein. Solche komplexen Eingriffe werden in der Schön Klinik Gruppe ausschließlich durch erfahrene Fachärzte unter hohen Standards durchgeführt.
Die intensive Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen – Urologie, Onkologie, Radiologie, Pathologie und gegebenenfalls Psychoonkologie – ist kennzeichnend für den interdisziplinären Ansatz der Schön Klinik Gruppe. Im Rahmen regelmäßiger Tumorkonferenzen wird für jeden Patienten ein individuelles Therapiekonzept erarbeitet, das auf höchstem medizinischem Niveau umgesetzt wird.
