Wahnhafte Störung

Eine wahnhafte Störung ist eine psychische Erkrankung. Sie ist durch anhaltende, oft thematisch begrenzte Wahninhalte charakterisiert, ohne dass weitere Symptome einer Psychose, wie Halluzinationen, desorganisierte Sprache oder desorganisiertes Verhalten, auftreten müssen. Als Wahn wird eine Fehlbeurteilung der Realität bezeichnet – es sind Überzeugungen, die nicht auf realen Ereignissen basieren, allerdings von Betroffenen unkorrigierbar als wahr und real empfunden werden. Diese Überzeugungen sind sehr fest verankert und bleiben auch bei Konfrontation mit gegenteiligen Beweisen oder Realitäten unerschütterlich.

Es ist wichtig, die Wahninhalte in den kulturellen Kontext einzuordnen (transkulturelle Komponente). Schließlich können Überzeugungen, die in einem Kulturkreis von den meisten Menschen als unangemessen oder realitätsfern empfunden werden, in einem anderen Kulturkreis gängiger Teil religiöser oder kultureller Wertvorstellungen sein.

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Wahnhafte Störungen: Therapie

So behandeln wir wahnhafte Störungen

Die Therapie von Wahnvorstellungen stellt eine komplexe Herausforderung dar. Zur Behandlung werden häufig Medikamente eingesetzt. Gleichzeitig gewinnen psychologische Ansätze, wie Psychotherapie und kognitive Verhaltenstherapie (KVT), an Bedeutung. Aufgrund der misstrauischen Haltung und der fehlenden Krankheitseinsicht ist es oft schwierig, Betroffene für eine Behandlung zu motivieren. Therapeutische Bemühungen beginnen daher mit dem Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung.

Die Entscheidung zwischen ambulanter und stationärer Behandlung hängt von der Akzeptanz der Patientinnen und Patienten ab, wobei ambulante Ansätze bevorzugt werden.

Medikamentöse Therapie bei Wahn

Die medikamentöse Therapie bei wahnhaften Störungen spielt eine wesentliche Rolle in der Behandlung und zielt darauf ab, die Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Allerdings gibt es wenig belastbare Forschung zur medikamentösen Therapie der wahnhaften Störung. Es scheint jedoch plausibel, Medikamente zu wählen, die auch bei anderen psychotischen Störungen Wirkung zeigen. Die Wahl der Medikamente hängt von verschiedenen Faktoren, wie der Art des Wahns, den begleitenden Symptomen und der individuellen Verträglichkeit, ab.

Antipsychotika sind hierbei die Grundpfeiler in der Behandlung. Viele Antipsychotika beeinflussen direkt oder indirekt das Dopaminsystem im Gehirn und können dabei helfen, die Intensität der Wahnvorstellungen sowie damit verbundene Symptome, wie Angst und Agitation, zu verringern. Beispiele für Antipsychotika sind Risperidon, Olanzapin und Quetiapin. Vor, während sowie nach der Einnahme solcher Medikamente müssen allerdings einige Aspekte beachtet werden:

  • Dosierung & Überwachung: Die Dosierung der Antipsychotika muss sorgfältig eingestellt und regelmäßig überwacht werden, um optimale Ergebnisse zu erzielen und Nebenwirkungen zu minimieren.
  • Begleitmedikation: Bei Bedarf werden zusätzlich andere Medikamente, wie Antidepressiva oder Stimmungsstabilisatoren, verschrieben – Ärztinnen und Ärzte müssen hier genau dosieren.
  • Langfristige Behandlung: Wahnvorstellungen können hartnäckig sein. Daher ist oft eine langfristige medikamentöse Behandlung notwendig. Die Dauer der Therapie muss individuell angepasst werden.
  • Nebenwirkungen: Wie alle Medikamente können auch Antipsychotika Nebenwirkungen haben, die von Müdigkeit und Gewichtszunahme bis hin zu Bewegungsstörungen reichen können. Eine enge Zusammenarbeit mit dem behandelnden Fachpersonal ist wichtig, um diese zu kontrollieren.
  • Regelmäßige Bewertung: Die Wirksamkeit sowie die Verträglichkeit der Medikation sollten regelmäßig bewertet werden, um sicherzustellen, dass die Behandlung weiterhin angemessen und wirksam ist.

Wahnvorstellungen & Psychotherapie

Die Behandlung von Wahnvorstellungen mit Psychotherapie ist ein wichtiger Bestandteil eines ganzheitlichen Therapieansatzes. Bei der Psychotherapie geht es nicht nur darum, die Wahnvorstellungen direkt anzusprechen, sondern auch darum, die zugrundeliegenden psychologischen Muster und Auslöser zu identifizieren, die zur Entstehung beitragen. Sie ergänzt die medikamentöse Therapie und bietet den Patientinnen/Patienten die Fähigkeiten und das Verständnis, die sie benötigen, um ihre Symptome zu managen und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist eine der effektivsten psychotherapeutischen Methoden zur Behandlung wahnhafter Störungen. Sie hilft den Patientinnen/Patienten dabei, ihre Denkprozesse zu reflektieren und zu erkennen, wie bestimmte Denkmuster zu irrationalen Überzeugungen und Wahnvorstellungen führen können.

Eine besondere Form der Psychotherapie ist das Metakognitive Training (MKT). Bei dieser Therapieform geht es um das „Denken über das Denken“, also um das Denken auf einer Metaebene. Dysfunktionale Denkschemata, wie die voreilige Schlussfolgerung, werden kritisch hinterfragt.

Ein wichtiger Aspekt der Psychotherapie bei Wahnvorstellungen ist die Förderung der Einsicht und des Verständnisses für die eigene Erkrankung. Viele Betroffene lehnen zunächst die Idee ab, dass ihre Überzeugungen wahnhaft sein könnten. Ein empathischer und nicht konfrontativer Ansatz kann dabei helfen, eine gewisse Distanz zum eigenen Wahn zu gewinnen und die Notwendigkeit einer Behandlung zu erkennen.

Darüber hinaus kann die Psychotherapie auch dabei unterstützen, emotionale und soziale Auswirkungen der wahnhaften Störung zu bewältigen. Viele Betroffene erfahren durch ihre Wahnvorstellungen soziale Isolation, Angst und Misstrauen, was zu einer Beeinträchtigung der alltäglichen Funktionsfähigkeit führen kann. Durch die Arbeit an diesen Problemen in der Therapie können Betroffene Bewältigungsstrategien entwickeln und ihre sozialen Fähigkeiten verbessern.

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Unsere Experten bei einer wahnhaften Störung

Priv.-Doz. Dr. Moritz Wigand
CHEFARZT

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Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Manfred Zeipert
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Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Kerstin Echternacht
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Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie

Claudia Hansen
OBERÄRZTIN

Claudia Hansen

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie