Unsere Therapiekonzepte

Unser umfassendes therapeutisches Angebot basiert auf neuesten wissenschaftlichen Forschungsergebnissen. Wir arbeiten fachübergreifend mit dem Pflegeteam und den ärztlichen Kolleginnen und Kollegen im interdisziplinären Team zusammen. Der Behandlungsplan wird nach den individuellen Voraussetzungen, Zielsetzungen und Bedürfnissen der Patientin oder des Patienten abgestimmt.  

Ergotherapie

Die Ergotherapie beschäftigt sich mit der Behandlung von Menschen, die durch neurologische Erkrankungen beziehungsweise Schädigungen im zentralen Nervensystem eine vorübergehende oder andauernde Herabsetzung ihrer Handlungsfähigkeit erlitten haben.

Ziel der ergotherapeutischen Behandlung ist daher das Erreichen größtmöglicher Selbstständigkeit im Alltag, im sozialen Umfeld oder im Beruf.

Die Patientin oder der Patient soll dabei in ihrem oder seinem individuellen Tun und Handeln gefördert werden.

Im Einzeltherapie-Setting erfolgt dies durch unterschiedlichste Behandlungsansätze, wie zum Beispiel motorisch-funktionelles Training, Wahrnehmungsschulung oder individuelles alltagspraktisches Training. Auch funktionelle Elektrostimulation und Spiegeltherapie (IVS3) finden Einzug in den Therapie-Alltag.

Dieser ist ebenso geprägt von Gruppentherapie-Angeboten, wie Koch-, Handwerks- und Feinmotorikgruppen, Armzirkeltraining, aber auch den SaeboFlex-Gruppen. Die soziale Dynamik in diesem Setting soll die Patientinnen und Patienten motivieren, ihre Fertigkeiten schneller und effizienter zu steigern.

Besonders hervorzuheben sind zudem unsere computer- und robotergestützten Therapien im hauseigenen „Armstudio“. Neben dem Armeo Power und dem Armeo Spring kann die Abteilung den Amadeo wie auch den Pablo Plus vorhalten. 

Physiotherapie

Bereich Neurologie

In der Rehabilitation neurologischer Patientinnen und Patienten ist die Physiotherapie ein wesentlicher Bestandteil. Die Therapieziele und die Bedürfnisse der Patientin oder des Patienten werden gemeinsam abgestimmt und in den Einzel- und Gruppentherapien berücksichtigt.

Die Förderung von verloren gegangenen motorischen Fähigkeiten und das Wiedererreichen der weitestgehenden Selbstständigkeit im täglichen Leben stehen im Vordergrund.

Standardisierte Testverfahren werden genutzt, um den individuellen Fortschritt objektiv aufzuzeigen.

Hervorzuheben sind unsere vielfältigen Einsatzmöglichkeiten robotergestützter Therapie zur Unterstützung, um die eigene Mobilität und Gehfähigkeit bestmöglich wiederzuerlangen, beispielsweise das EKSO-Skelett®, der Lokomat® und das GEO®.

Um Sitzen und Stehen zu trainieren und das Gleichgewicht verbessern zu können, finden spezifische Geräte wie beispielsweise der ERIGO®, der E-GO® oder das Spacecurl® ihren Einsatz.

Bereich Orthopädie

Im akuten und postoperativen Bereich liegt der Schwerpunkt der Physiotherapeutinnen und -therapeuten in der maximalen Mobilität und Schmerzfreiheit der Patientinnen und Patienten. Der gemeinsame Fokus richtet sich auf eine Rückkehr ins häusliche Umfeld oder eine weiterversorgende (Reha-)Einrichtung.

Sporttherapie

Die Inhalte der Gruppenangebote richten sich in erster Linie nach den Bedürfnissen und der Leistungsfähigkeit der Patientinnen und Patienten. Neben der funktionellen Förderung, wie Verbesserung der Bewegung, Gleichgewicht, Kraft und Ausdauer, ist vor allem auch die soziale und psychische Erfahrung ein wesentlicher Aspekt.

Hilfsmittelversorgung

Notwendige Hilfsmittel zur Bewältigung und Erleichterung des Alltags werden im Rahmen des Rehabilitationsprozesses erprobt.

Die behandelnden Ergo- und Physiotherapeutinnen und -therapeuten übernehmen die individuelle Beratung für die häusliche Versorgung.

Physikalische Therapie

Unter dem Begriff der physikalischen Therapie sind alle Behandlungsformen gebündelt, die mit physikalischen Kräften wie Wärme, Licht oder mechanischen Behandlungen für Linderung und Heilung sorgen. Dazu gehören beispielsweise diverse Massagen, komplexe physikalische Entstauungstherapie, Wärmeanwendungen oder auch die Elektrotherapie mit beispielsweise Reizstromanwendungen und Ultraschall. Bei entsprechenden neurologischen Krankheitsbildern kommt funktionelle Elektromyostimulation (FES) zum Einsatz, deren Ziel es ist, die motorischen Defizite durch eine Aktivierung der Muskulatur zu reduzieren und so Greiffunktion oder Gehfunktion durch koordinierte Impulse zu verbessern.

Sprach-, Sprech- und Schlucktherapie

Wir diagnostizieren und therapieren neurologisch bedingte Schluckstörungen (Dysphagien), Sprachstörungen (Aphasien), Sprechstörungen (Dysarthropneumophonien und Sprechapraxien), Stimmstörungen (Dysphonien), Lese-, und Schreibstörungen (Dyslexien, Dysgraphien).

Ziel der Sprachtherapie ist es, gemeinsam mit den Betroffenen die kommunikative Teilhabe bestmöglich wieder zu erarbeiten. Schlucktherapeutische Ziele sind die Entwöhnung von Trachealkanüle und Ernährungssonde sowie das Wiedererlangen einer sicheren Nahrungsaufnahme.

In der Schlucktherapie setzen wir neben der klinischen Untersuchung verschiedene instrumentelle Diagnostikverfahren ein: flexible endoskopische Untersuchung des Schluckakts (FEES), Tracheoskopie, dynamische Durchleuchtung des Schluckakts (Videofluoroskopie), hochauflösende pharyngo-ösophageale Manometrie.

Für die Diagnostik der Aphasie stehen uns eine Vielzahl standardisierter Tests zur Verfügung, wie beispielsweise Aachener Aphasie-Test, modellorientierte Aphasie-Diagnostik (LeMo), Bielefelder Aphasie-Screening, Bogenhausener Semantikuntersuchung.

Sprechstörungen können bei uns auch mit apparativen Untersuchungen diagnostiziert werden: Stroboskopie, PC-gestützte Verständlichkeitsmessung, akustische Stimmanalysen, Audiometrie.

In der Therapie arbeiten wir evidenzbasiert nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Unter anderem setzen wir die pharyngeale Elektrostimulation nach Hamdy und die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) zur begleitenden Behandlung von Schluck- und Sprachstörungen ein. Das eigenständige Üben ist vielen Patientinnen und Patienten ein Bedürfnis. Dafür setzen wir PC- und appgestützte Trainingssoftware ein.

Neuropsychologie und klinische Psychologie

Die klinische Neuropsychologie beschäftigt sich mit Prozessen der Wahrnehmung, der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses und des Denkens. Diese Basisfunktionen können nach einer Hirnschädigung in unterschiedlicher Ausprägung gestört sein. Gespräche und neuropsychologische Testverfahren ermöglichen es, die persönliche Situation der Patientin oder des Patienten sowie das Ausmaß der verloren gegangenen und noch erhaltenen Fähigkeiten einzuschätzen. Darauf aufbauend wird ein individueller Therapieplan erstellt. In Einzel- und Gruppensitzungen lernen Patientinnen und Patienten, ihre Fähigkeiten zu erweitern sowie noch vorhandene Defizite auszugleichen. Das Therapieziel ist eine möglichst selbstständige Lebensführung im Alltag.

Die klinische Psychologie beschäftigt sich mit dem Verhalten sowie dem psychischen Wohlergehen unserer Patientinnen und Patienten. Aufgrund der krankheitsbedingten Behinderungen verändern sich die Lebensumstände der Betroffenen und ihrer Angehörigen erheblich. Dies führt häufig zu psychischen Anpassungsstörungen und emotionalen Krisen, die durch eine psychologische Betreuung gemildert werden können. Des Weiteren können nach einer Hirnverletzung auch Verhaltensänderungen auftreten. Speziell auf diese Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen abgestimmte Psychotherapie-Angebote können hier helfen.