Binge-Eating-Störung

Die Binge-Eating-Störung ist die häufigste Essstörung und nicht – wie viele glauben - Magersucht oder Bulimie. Bis zu 4 Prozent der Allgemeinbevölkerung zwischen 20 und 30 Jahren sind davon betroffen. Bei dieser Essstörung kommt es zu regelmäßigen, nicht kontrollierbaren Essanfällen. Betroffene nehmen dabei eine große Menge an Nahrungsmitteln auf, die leicht zu essen und häufig sehr kalorienreich sind. Sie essen meist sehr schnell und verspüren dann ein unangenehmes Völlegefühl.

Unser erfahrenes therapeutisches Personal an den Schön Kliniken unterstützt Sie dabei, Ihr Essverhalten zu normalisieren und Ihre Selbstkontrolle wiederzuerlangen.

Binge-Eating-Störung – unser Therapiekonzept

Das Therapiekonzept basiert auf dem sogenannten Anti-Diät-Prinzip, wie dies für Essstörungen empfohlen wird, ergänzt durch Strategien zur Verbesserung der Anspannungs- bzw. Gefühlsregulation.

Die Schön Klinik Bad Bramstedt liegt in Schleswig-Holstein, zwischen Hamburg und Kiel beziehungsweise zwischen Nord- und Ostsee.
Seit mehr als 25 Jahren hat sich die Klinik unter anderem auf die verhaltensmedizinische Behandlung der Binge-Eating-Störung und anderer Essstörungen in Verbindung mit Adipositas spezialisiert.

Im Lauf der Jahre wurde das Behandlungskonzept unter Einbeziehung neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse immer weiterentwickelt, um eine bestmögliche und zeitgemäße Behandlung für unsere Patientinnen und Patienten sicherzustellen. Zugleich ist das Behandlungskonzept ausreichend flexibel, um auch Betroffenen mit sonstigen Essstörungen im Zusammenhang mit Übergewicht zu helfen.

Im Rahmen unserer langjährigen Erfahrung haben sich folgende wesentliche Behandlungsziele herauskristallisiert:
Fünf Hauptziele:

  • flexible Kontrolle des Essverhaltens
  • Körper- beziehungsweise Gewichtsakzeptanz mit realistischen Gewichtserwartungen für die Zukunft
  • Verbesserung von Selbstwert und Selbstvertrauen
  • Lernen, besser mit Anspannung/Stress und Gefühlen im Alltag umzugehen
  • Mitbehandlung von häufig bestehenden seelischen Begleiterkrankungen wie Depressionen und (sozialen) Ängsten sowie Impulskontrollstörungen

Binge-Eating-Störung – unser Therapiekonzept

Unser Fokus bei der Behandlung von Binge Eating liegt auf der Veränderung Ihres Ernährungsverhaltens – von der Regelmäßigkeit Ihrer Mahlzeiten bis hin zur Zusammensetzung und Ausgewogenheit der Nahrungsmittel. Dazu ist es wichtig, dass Sie gemeinsam mit unseren Experten zunächst einmal Ihre Erkrankung, die Symptome und die Hintergründe Ihrer wiederkehrenden Essattacken verstehen.

Anschließend zeigen Ihnen unsere Therapeutinnen und Therapeuten, wie Sie ein achtsames Essverhalten ohne Diät entwickeln und wieder zu einem geordneten Essrhythmus zurückfinden können. In der Psychotherapie lernen Sie in Einzelgesprächen, insbesondere aber in Gruppentherapien, Ihr Selbstwertgefühl zu stärken und Stress künftig auch ohne wiederkehrende Essanfälle zu bewältigen. Uns ist es dabei wichtig, Ihnen die notwendige Hilfe zur Selbsthilfe bei Ihrer Binge-Eating-Störung zu geben. Damit Sie auch nach der Behandlung zu Hause kritische Situationen meistern, erarbeiten wir deshalb zum Beispiel gemeinsam mit Ihnen eine Rückfallprophylaxe und Notfallpläne. So können Sie gestärkt wieder in Ihren Alltag zurückkehren und wissen, wie Sie möglicherweise wieder auftretende Symptome frühzeitig erkennen und gegensteuern können. In der Regel empfehlen wir Ihnen im Anschluss an die stationäre Behandlung die Fortführung oder Aufnahme einer ambulanten Psychotherapie zur weiteren Festigung Ihrer Fortschritte im Umgang mit der Essstörung.

In der Therapie der Binge-Eating-Störung kombinieren wir in der Schön Klinik Bad Bramstedt verschiedene verhaltensmedizinische Behandlungsbausteine miteinander, um Ihnen eine möglichst vielseitige Unterstützung zu geben (sogenanntes „multimodales“ Behandlungskonzept).

Die einzelnen Therapieelemente

Jede Patientin und jeder Patient hat eine Bezugstherapeutin oder einen Bezugstherapeuten, die/der die therapeutische Behandlung in Form von Einzeltherapiesitzungen begleitet. Inhalt dieser Psychotherapie-Einzelgespräche sind das Erarbeiten von Therapiezielen, des individuellen Störungsmodells, einer Rückfallprophylaxe und weitere auf die Betroffenen zugeschnittene Themen (zum Beispiel Arbeit am Selbstwert, an der Anspannungs- beziehungsweise Emotionsregulation et cetera). Zusätzlich bestehende psychische Störungen und Probleme im Umgang mit der Umwelt werden einbezogen. Zusammen mit Ihnen bespricht die bezugstherapeutische Ansprechperson den Behandlungsplan und gibt Ihnen Auskunft über indizierte und sinnvolle Gruppentherapien für die Binge-Eating-Störung. Daneben ist Ihre Bezugstherapeutin beziehungsweise Ihr Bezugstherapeut bei Krisen und/oder Gesprächsbedarf Ihre primäre Ansprechperson.

Eine engmaschige medizinische Betreuung ist gewährleistet. Im Rahmen der medizinischen Sprechstunde informieren wir Sie über Ihre gegebenenfalls vorliegenden Risikofaktoren, behandeln eventuelle Begleiterkrankungen des Binge Eating und besprechen mit Ihnen medizinisch notwendige Verhaltensänderungen.

Der Schwerpunkt unserer Behandlung liegt auf den Gruppentherapien, die Sie in der Regel mit Patientinnen und Patienten ähnlicher Störungsbilder absolvieren. Haben Sie weitere Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen, können wir Ihren Behandlungsplan auch um weitere jeweils spezifische Therapiegruppen ergänzen.

Wenn Sie begleitend zu Ihrer Essstörung Unsicherheiten oder Ängste im Umgang mit anderen Menschen haben, können Sie in dieser Gruppentherapie üben, mehr (Selbst-)Sicherheit in sozialen Situationen zu gewinnen.

Alle unsere Patientinnen und Patienten mit Binge Eating nehmen mehrmals wöchentlich an der Ernährungstheorie teil, die von unseren Ernährungsexperten geleitet wird. Dabei wird das Anti-Diät-Konzept vermittelt und Sie werden dabei unterstützt, eine flexible Kontrolle des Essverhaltens aufzubauen. Ziel der Therapie ist es, Sie dabei zu unterstützen, ein regelmäßiges, strukturiertes Essverhalten aufzubauen und die Wahrnehmung von Hunger-, Appetit- und Sättigungssignalen sowie die Wahrnehmung für ihre emotionale Befindlichkeit zu stärken.

Zu Beginn der Behandlung werden Sie durch das EmU (Essen mit Unterstützung) beim Mittagessen therapeutisch begleitet und dabei hinsichtlich der achtsamen Gestaltung des Essens unterstützt. Aufbauend auf das EmU finden regelmäßige Übungsgruppen bei den Mahlzeiten statt, bei denen Sie gemeinsam mit anderen Betroffenen die Fertigkeiten aus dem EmU festigen. Die Protokollierung des Trink- und Essverhaltens erfolgt unter Einbeziehung digitaler Medien.

Mehrfach wöchentlich nehmen alle Patientinnen und Patienten mit Binge Eating an bewegungstherapeutischen Einheiten im Wasser, in der Halle oder im Freien (Gehen) teil. Die Übungen sind für übergewichtige Menschen geeignet, etwa da sie gelenkschonend und an den körperlichen Zustand angepasst durchgeführt werden. Durch die Bewegungstherapie werden Sie darin unterstützt, das Aktivitätsniveau zu steigern und die Ausdauer sowie den Muskeltonus zu verbessern. Weitere wichtige Ziele sind die Verbesserung des Selbstwertgefühls sowie der Abbau von Ängsten oder Schamerleben vor der Öffentlichkeit. Wir möchten Ihnen (wieder) den Spaß an der Bewegung vermitteln und Ihnen dabei helfen, ein befriedigenderes Gefühl zum eigenen Körper aufzubauen beziehungsweise wiederzuerlangen. Ziel ist dabei das Halten des Gewichts, nicht zwangsläufig die Gewichtsabnahme. Gemeinsam mit Ihnen wird ein realistisch umsetzbarer Plan für Bewegung im eigenen Lebensalltag erarbeitet, indem Sie üben, sich neben den sporttherapeutischen Angeboten auch selbst zur Bewegung zu motivieren.

In variierenden Therapiesitzungen erlernen Sie verschiedene Achtsamkeitsfertigkeiten. Diese können Ihnen wirkungsvoll dabei helfen, sich zu entspannen, sich von verfestigten Bewertungsmustern zu lösen und mit negativen Gefühlen umzugehen. Nicht zuletzt fördern Achtsamkeitsübungen Ihre Selbst- und Körperwahrnehmung.

Mit einer Essstörung wie Binge Eating oder auch Magersucht, Adipositas oder Bulimie sind oft auch weitere seelische Belastungen wie Depressionen, Burnout und Ängste verknüpft. Bei entsprechender Diagnose können Sie zusätzlich an Gruppentherapien teilnehmen, die auf diese Krankheitsbilder ausgerichtet sind, und so auch die Symptome und Beschwerden der Begleiterkrankungen möglichst lindern.

Unsere Experten für Binge-Eating-Störungen

Dr. Alexander Balling
OBERARZT

Dr. Alexander Balling

Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Facharzt für Innere Medizin

Dr. Christian Dannmeier
OBERARZT

Dr. Christian Dannmeier

Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Facharzt für Innere Medizin

Claudia Veerkamp
LEITENDE PSYCHOLOGIN

Claudia Veerkamp

Diplom-Psychologin
Psychologische Psychotherapeutin