CBASP

CBASP in der Schön Klinik Bad Arolsen

Therapie bei chronischer Depression

Leiden Sie an einer chronischen Depression oder kennen Sie jemanden der bereits lange Zeit depressiv erkrankt ist? Die Schön Klinik Bad Arolsen bietet Ihnen eine spezifische Psychotherapie an. Dieser therapeutische Ansatz nennt sich Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy - kurz CBASP.

Nachgefragt

Was ist CBASP?

CBASP ist ein relativ neues psychotherapeutisches Verfahren. Es ist nach den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen vor allem bei Patienten mit chronischer Depression und schwierigen Beziehungserfahrungen in der Kindheit beziehungsweise Jugend wirksam. Da Studien jedoch auch zeigen, dass nicht alle Patienten von dieser Therapie profitieren, wird CBASP in unserer Klinik um weitere bereits bewährte Strategien ergänzt.

Diesen individualisierten Ansatz haben wir gemeinsam mit Frau Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier von der Universität Greifswald und Philipps-Universität Marburg und ihrer Arbeitsgruppe entwickelt und CBASPersonalized genannt. Damit wollen wir verdeutlichen, dass bei Ihnen – abgesehen von den bewährten CBASP-Strategien – zusätzliche therapeutische Strategien zur Anwendung kommen. Diese sind individuell auf Ihre Probleme und Bedürfnisse zugeschnitten.

Weitere Informationen 

Die Universität Greifswald stellt Ihnen Frau Prof. Dr. Eva-Lotte Brakmeier näher vor. 

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CBASPersonalized

Was ist CBASPersonalized?

Das klassische CBASP besteht aus konkreten aufeinander aufbauenden und ineinander greifenden Strategien und Methoden. Hiermit sollen Sie Ihre psychischen Probleme (langsam) überwinden und neue Erfahrungen zulassen. Die Behandlung Ihrer chronischen Depression ist ein Lernprozess. Sie lernen viel über sich selbst, Ihre Gefühle und Gedanken, die andere Menschen in Ihnen auslösen. Sie werden aber auch lernen, wie Sie auf andere Personen wirken. Das ist der Grund, warum CBASP oft als "interpersonelle Lerntherapie" bezeichnet wird. Das soll aber natürlich nicht an das Lernen in der Schule erinnern. Es dient Ihnen viel mehr dazu, dass Sie auch bei sehr lange andauernden Beschwerden lernen, damit anders umzugehen und sie zu überwinden. Gerade auch in zwischenmenschlichen Situationen - deswegen auch "interpersonel".

CBASP sieht sich als Integration verhaltenstherapeutischer, kognitiver, psychodynamischer und interpersoneller Therapieformen.

Die wichtigsten Strategien von CBASP

Prägungen und Übertragungshypothesen

Von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter gibt es bestimmte Menschen, die eine besondere Bedeutung für uns haben. Diese Personen beeinflussen teilweise unseren Lebensweg und auch unsere Persönlichkeit und hinterlassen dabei Spuren oder Prägungen. Diese können positiv aber auch negativ sein. Sie bestimmen auch mit wie Sie sich anderen Menschen gegenüber verhalten. Es ist sehr wichtig, seine eigene Prägung kennen zulernen. Es hilft Ihnen zu verstehen, wieso Sie bestimmten Personen gegenüber misstrauisch sind. Aber auch, warum Sie sich auf andere Menschen leicht einlassen können.

Die Auswirkungen von Prägungen in Ihrem Alltag können ganz automatisch ablaufen und sind uns daher oft nicht bewusst. Dieser Prozess wird als Übertragung, aber auch Erwartung oder Befürchtung bezeichnet. Beispielsweise können Menschen, die in der Kindheit beispielsweise von Eltern bei Fehlern abgelehnt wurden, auch heute bei anderen Menschen befürchten, dass diese sie ablehnen, wenn sie Fehler machen.  Ohne das eigene Wissen um die Prägungen kann es passieren, dass wir unbewusst bestimmte Annahmen, die durch unsere Prägungen sehr gut verständlich sind, auf andere Personen übertragen – wie bei einer Schablone. Und genau dieser Prozess der Übertragung macht es so schwierig, neue und korrigierende Beziehungserfahrungen mit anderen Menschen zuzulassen.

Im Rahmen Ihrer CBASP-Therapie werden Ihre Prägungen und die daraus resultierenden Übertragungshypothesen in der Einzeltherapie zu Beginn Ihrer Behandlung erarbeitet.

Interpersonelle Diskriminationsübung

Diese Strategie schließt direkt am Prozess der Übertragung an. Interpersonelle Diskrimination kann man auch als „zwischen Menschen unterscheiden-Lernen" bezeichnen. Hier geht es konkret darum, dass Sie immer wieder genau schauen, wie die Menschen heute in emotionalen oder schwierigen Situationen auf Sie reagieren. Diese Reaktion wird dann mit jener von Ihren Eltern oder anderen wichtigen Menschen in Ihrem Leben verglichen.

Diese oben beschriebenen Prozesse laufen häufig automatisch ab und sind Ihnen gar nicht bewusst– wie ein lang ausgetretener Trampelpfad, den man doch immer wieder viel leichter findet als einen völlig neuen Weg oder einen Weg, den man noch nicht so häufig benutzt hat. Damit der „neue Weg“ überhaupt eine Chance hat, ist es wichtig, dass Sie sich vor allem zu Anfang auch ganz deutlich und bewusst vor Augen führen, dass Menschen sich anders – vielleicht positiver – verhalten, als Sie es aufgrund Ihrer Prägungen erwarten würden.

Der Kiesler-Kreis

Gerade, wenn Sie schon lange unter psychischen Problemen leiden, kann es schwierig sein, einzuschätzen, wie man eigentlich selbst auf andere Menschen wirkt und wie diese auf einen reagieren. Der Kiesler-Kreis hat sich hier als sehr hilfreiche Methode erwiesen: Er beschreibt allgemeines zwischenmenschliches Verhalten und Reaktionen anderer Menschen. Denn wie man sich verhält, ist in den meisten Fällen nicht nur von einem selbst abhängig, sondern auch vom Gegenüber. Wie in der Physik, wo sich zwei gleich geladene Teilchen abstoßen und unterschiedlich geladene Teilchen anziehen, gibt es auch für das zwischenmenschliche Verhalten bestimmte Gesetzmäßigkeiten, die man auch gut als „Zugkräfte“ bezeichnen kann.

Wenn Sie diese Zusammenhänge verstehen lernen, können Sie dieses Wissen gezielt einsetzen, um Ihre persönlichen Ziele zu erreichen und erleben sich nicht als mehr oder weniger hilfloser Spielball der anderen.

Situationsanalyse

Mit der Situationsanalyse beschreiben wir ein Werkzeug, mit dem Sie ganz genau nachvollziehen können, warum Sie sich eigentlich in bestimmten Situationen auf eine bestimmte Weise verhalten haben und ihre Ziele vielleicht nicht erreichen konnten. Standen Ihnen negative Gedanken im Weg? Hatten Sie vielleicht unrealistische Erwartungen, hatten Ihr Ziel nicht klar vor Augen oder haben Ihnen Ihre Prägungen einen „Strich durch die Rechnung“ gemacht? Die Situationsanalyse ist ein sehr hilfreiches Werkzeug, mit dem Sie lernen, Ihr eigenes Verhalten besser zu verstehen und zu steuern – und so Ihre Ziele auch erreichen zu können!

Personalisierte und individualisierte Strategien

Zudem bieten wir Ihnen, je nach Ihren individuellen Problemen, weitere Strategien an. Diese lassen sich in verschiedene Gruppen teilen:

  • Strategien, um mit Ängsten besser umzugehen
  • Strategien, um mit starken und schnell wechselnden Emotionen besser umzugehen
  • Strategien, um mit erlebten traumatischen Ereignissen besser umzugehen
  • Strategien, um mit ausgeprägten Schamgefühlen und Selbstkritik besser umzugehen
  • Strategien, um das Leben – trotz Einschränkungen – werteorientiert leben zu können