
Zwangsstörungen – unsere Therapie
Raus aus den ZwängenUm Ihre Zwänge richtig verstehen und behandeln zu können, erstellen unsere Therapeuten nach intensiven diagnostischen Gesprächen Ihren individuellen Behandlungsplan aus speziellen Einzel- und Gruppentherapien. Bei Bedarf setzen wir ergänzend auch Medikamente ein. Ziel der Behandlung Ihrer Zwangsstörung ist, dass Sie lernen, Ihre Zwänge, die Sie viel Zeit kosten und emotional belasten, zu überwinden. Unter vertrauensvoller Anleitung unseres geschulten Teams üben Sie in Ihrer Therapie unter anderem möglichst selbstbestimmt, sich schrittweise Ihren Zwangsgedanken und kritischen Situationen zu stellen und dabei alternative Strategien und Fertigkeiten zu entwickeln.
Durch den Austausch mit anderen von einer Zwangsstörung Betroffenen in unserer Klinik können Sie sich darüber hinaus gegenseitig unterstützen und etwas an Normalität gewinnen. Gemeinsam erarbeiten wir effektive Techniken zur Selbsthilfe, die Sie auch nach der Therapie in Ihrem Alltag anwenden können.
Fachlich geprüft von Prof. Dr. Ulrich Voderholzer

Zwangsstörungen - unsere Behandlung
Haben Zwangsgedanken und Zwangshandlungen in Ihrem Leben die Kontrolle übernommen? Dann können wir Ihnen in unserer Schön Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee helfen. Denn so aussichtslos der Teufelskreis auch erscheinen mag: Exzessive Zwangsgedanken und Zwangshandlungen als zentrale Symptome der Zwangsstörungen (ICD-10-Kategorie F42; englisch: „Obsessive-Compulsive Disorder, OCD“) sind behandelbar und in vielen Fällen sogar heilbar. Mit dem neuen Diagnosesystem der WHO (ICD-11) werden darüber hinaus auch seltenere Unterformen der Zwangsstörung wie körperdysmorphe Störungen (KDS), Trichotillomanie, Dermatillomanie (Skin Picking), Hypochondrie und pathologisches Horten in einer eigenen Diagnosekategorie der Zwangsspektrumsstörungen Berücksichtigung finden, welche isoliert oder in Verbindung mit weiteren Zwangsgedanken und Zwangshandlungen auftreten können.
Kognitive Verhaltenstherapie
Mit über 300 Patientinnen und Patienten mit Zwangsstörungen im Jahr verfügt die Schön Klinik Roseneck über viel Erfahrung in der stationären Therapie von Zwängen, auch selteneren Unterformen aus dem Bereich der Zwangsspektrumsstörungen.
Zwänge treten dabei sehr häufig zusammen mit anderen psychischen Erkrankungen auf, beispielsweise Depression, Angststörungen, Essstörungen oder dem Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssydrom (ADHS). In der Praxis gilt es daher, auch diese Bereiche diagnostisch gut abzuklären und die Therapie gegebenenfalls durch weitere therapeutische Angebote, wie die Teilnahme an weiteren symptomspezifischen Gruppentherapien zu ergänzen.
Wir bieten Patientinnen und Patienten mit Zwangsstörungen aus dem gesamten Bundesgebiet eine spezifische, genau auf die besonderen Anforderungen bei Zwangsstörungen abgestimmte kognitive Verhaltenstherapie. Dabei ist es uns besonders wichtig, unsere Behandlung stets auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu halten, und daher beteiligen wir uns zum Beispiel regelmäßig an Studien mit Universitäten.
Da Zwangsstörungen in den häufigsten Fällen im Jugendalter beziehungsweise im jungen Erwachsenenalter auftreten bietet die Schön Klinik Roseneck auch ein spezifisches Behandlungskonzept für Jugendliche mit Zwangserkrankungen (< 18 Jahre) an.
Individueller Behandlungsplan
Um Ihre Zwänge richtig verstehen und Ihre Zwangsstörung behandeln zu können, führen unsere erfahrenen Therapeutinnen und Therapeuten in einem ersten Schritt intensive diagnostische Gespräche mit Ihnen. Anschließend erstellen wir Ihren individuellen Behandlungsplan mit einem hohen Anteil spezifischer, verhaltenstherapeutisch fundierter Einzel- und Gruppentherapien. Dabei steht die Psychotherapie im Vordergrund. Bei Bedarf setzen wir entsprechend der S3-Behandlungsleitlinie für Zwangserkrankungen ergänzend auch Medikamente (erste Wahl: selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, SSRI) ein.
Stationäre Behandlung
Ziel der Verhaltenstherapie von Zwangsstörungen ist, dass Patientinnen und Patienten schrittweise lernen, sich der Auslösesituation der Zwänge wieder stellen zu können (zum Beispiel wieder das Haus zu verlassen oder Elektrogeräte wieder zu nutzen) und dabei auf Zwangshandlungen verzichten zu können. Die stationäre Behandlung gliedert sich in drei Phasen:
Phase 1: Motivationsaufbau und Psychoedukation
In dieser Phase wird ein spezifisches Erkrankungsmodell der Zwangsstörung und ihrer aufrechterhaltenden Faktoren erarbeitet. Darüber hinaus erfolgt die Vorbereitung auf die folgenden Zwangsexpositionen, beispielsweise eigenes Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten zu erkennen, eine Zwangshierarchie zu erstellen oder mögliche Funktionen der eigenen Zwänge kennenzulernen.
Phase 2: Hochfrequente Exposition
Unter vertrauensvoller Anleitung des spezifisch geschulten Therapie-Teams üben Patientinnen und Patienten, sich kritischen Situationen zu stellen (begleitete Zwangsexpositionen in vivo). Hierbei sind uns ein schrittweises Vorgehen (Zwangshierarchie), größtmögliche Freiwilligkeit und Selbstbestimmung in der Durchführung der Zwangsexpositionen und die Vermittlung alternativer Fertigkeiten besonders wichtig.
Das Angebot begleiteter Zwangsexpositionen in alltagsnahen Situationen bildet hiermit das zentrale Element der Behandlung. Vor allem in der Phase des Einstiegs in die Expositionsbehandlung sind Patientinnen und Patienten mit Zwangserkrankungen darauf angewiesen ausreichend Unterstützung im Umgang mit unangenehmen Gedanken, unangenehmen Gefühlen und der Überwindung zwanghaften Verhaltens zu erhalten.
Phase 3: Rückfallprophylaxe und Transfer in den Alltag
Zum Abschluss der Behandlung steht die Vorbereitung auf den Alltag im Vordergrund. Dabei soll auch die Möglichkeit zu Verhaltenserprobungen im Alltagsumfeld und deren Begleitung mithilfe videogestützter Heimexpositionen ermöglicht werden. In Angehörigengesprächen kann der Transfer in den Alltag vorbereitet werden.
Behandlung von gedanklichen Phänomenen
Für viele Patientinnen und Patienten erweist sich vor allem die spezifische Behandlung von Zwangsgedanken als schwierig und verlangt spezifische Erfahrung in der Behandlung von gedanklichen Phänomenen: zum Beispiel aggressive, sexuelle oder blasphemische Zwangsgedanken, pathologischer Zweifel, Grübelzwang, magisches Denken oder gedankliche Zwangsrituale wie Zählzwänge, welche oft von großer Angst und innerer Anspannung begleitet werden. Die Behandlung wird ergänzt um neuere Verfahren des Umgangs mit quälenden Zwangsgedanken (zum Beispiel achtsamkeitsbasierte Übungen der Acceptance and Commitment Therapy, ACT). Zur fortlaufenden Verbesserung der Behandlung und der Integration neuester Behandlungsansätze von Zwängen stehen wir in engem Austausch mit der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e. V. (DGZ, www.zwaenge.de) und beteiligen uns regelmäßig an multizentrischen Studien in Kooperation mit Universitäten (zum Beispiel der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München).
Video im YouTube Kanal der DGZ
Interview von Antonia Peters mit Prof. Dr. med. Ulrich Voderholzer von der Schön Klinik Roseneck zur Medikamentösen Therapie bei Zwangsstörungen.
Austausch mit anderen Betroffenen
Für viele Zwangserkrankte ist im Alltag ein Austausch mit Betroffenen selten („die heimliche Krankheit“). Daher kann der Austausch innerhalb der Stationsgemeinschaft unserer Zwangsschwerpunktstationen einen wertvollen Betrag in der Wiederherstellung größtmöglicher Normalität im alltäglichen Umgang mit den Zwängen leisten. Gemeinsam erarbeiten wir dabei effektive Techniken zur Selbsthilfe, die Sie auch nach der Therapie in Ihrem Alltag anwenden können.
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Leitende OberärztinFachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
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