
Adipositas – unsere Behandlung
Weniger Gewicht – bessere Gesundheit – seelische Stabilisierung: Wir bieten UnterstützungFachlich geprüft von Dr. Johannes Sander
Das Wichtigste zusammengefasst
- Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die eine langfristige Behandlung erfordert.
- Sie erhöht das Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und Gelenkverschleiß.
- Psychische Belastungen und Essstörungen können zusätzlich eine Rolle spielen.
- Die Diagnostik berücksichtigt körperliche, medizinische und psychische Faktoren.
- Die Behandlung wird individuell geplant und kann Ernährung, Bewegung, Psychotherapie oder eine Operation umfassen.

Adipositas-Behandlung: gesünder durch Gewichtsreduktion
Eine Adipositas-Therapie hat nicht allein das Ziel, Ihr Gewicht zu reduzieren, sondern auch, das reduzierte Gewicht langfristig zu halten. Nur so können Folgeerkrankungen vermieden beziehungsweise gebessert werden. Unabhängig davon, ob eine Adipositas-Operation in Ihre Behandlung einbezogen wird, ist eine langfristige Veränderung Ihrer Ernährungs- und körperlichen Bewegungsgewohnheiten sowie Ihres Lebensstils insgesamt erforderlich.
Wir nehmen uns Zeit für Sie – nutzen Sie unseren Online-Service der Schön Klinik Beratung.
Medikamentöse Adipositas-Therapie
Zur vorübergehenden Therapie sind in Deutschland derzeit lediglich Orlistat, Liraglutid und seit 2018 Bupropion/Naltrexon zugelassen. Allerdings schränken Nebenwirkungen den Nutzen ein, die Gewichtsreduktion ist relativ gering und keines der Präparate wird von den Krankenkassen erstattet.
Operative Adipositas-Therapie
Bringen alle konservativen Maßnahmen über mindestens sechs Monate kein zufriedenstellendes Ergebnis und liegt der Body-Mass-Index (BMI) weiterhin über 40, kommt eine Adipositas-Operation in Betracht. Im Falle einer Diabeteserkrankung kann bereits ab einem BMI von 35 eine chirurgische Behandlung erwogen werden (metabolische Chirurgie).
Im Gegensatz zu allen Diätbemühungen kann eine Operation helfen, einen deutlichen Gewichtsverlust auf lange Zeit zu erhalten. Nach einer Operation bleiben viele Patientinnen und Patienten zwar weiterhin übergewichtig, jedoch auf einem niedrigeren und damit deutlich gesünderen Niveau als vorher.
Das Wichtigste aber ist, dass sich Ihre Gesundheit verbessert und die Lebensqualität steigert.
Adipositas-Operationen beeinflussen neben dem Gewicht auch zahlreiche Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Schlafapnoe (Atemaussetzer beim Schlafen) und Gelenkbeschwerden, besonders in den Kniegelenken. Auch auf das Übergewicht zurückgehende Unfruchtbarkeit oder Rückenschmerzen bessern sich in vielen Fällen. Eine besondere Rolle spielen Operationen bei adipösen Diabetikerinnen beziehungsweise Diabetikern: Hier kann meist die Diabeteserkrankung gebessert oder sogar zum vorübergehenden Halt gebracht werden. Besonders für Diabetikerinnen und Diabetiker, die nach einer Operation kein Insulin mehr spritzen müssen, bedeutet dies eine enorme Erleichterung des Alltags. Wegen der besonderen Wirkung auf eine Diabeteserkrankung spricht man hier von einer metabolischen Operation.
Die meisten Eingriffe können wir sehr schonend mit der „Schlüsselloch-Technik“ durchführen. Welches Verfahren für Sie am wirksamsten ist, besprechen die Chirurginnen beziehungsweise Chirurgen mit Ihnen im persönlichen Gespräch.
Roux-en-Y-Magenbypass
Entscheidend ist aber die Umleitung des Dünndarms, sodass sich Nahrung und Verdauungssäfte erst im mittleren Dünndarm vermischen. Dadurch wird ein Teil der Nährstoffe und Kalorien nicht verdaut, sondern verlässt den Körper wieder mit dem Stuhl. Die Wirkung des Magenbypasses beruht zum großen Teil auf der Veränderung von Regelkreisläufen der Verdauungshormone. Diese hormonellen Veränderungen machen auch die besondere Wirkung auf eine Diabeteserkrankung aus.
Vorteile:
- ausgeprägter und über Jahre stabiler Gewichtsverlust möglich
- dauerhafte Beseitigung von Sodbrennen
- langfristige Verbesserung oder Rückgang eines Diabetes mellitus Typ 2
- langfristige Besserung zahlreicher Folge-Erkrankungen der Adipositas
- Sie benötigen lebenslang zusätzliche Vitamin- und Mineralpräparate
- Eine Spiegelung von Restmagen, Zwölffingerdarm und/oder der Gallengänge ist nicht mehr möglich
- Bestimmte Medikamente (zum Beispiel Verhütungsmittel) wirken möglicherweise nicht mehr ausreichend
Omega-Loop-Magenbypass
Vorteile:
- ausgeprägter und über Jahre stabiler Gewichtsverlust möglich
- langfristige Verbesserung oder Rückgang eines Diabetes mellitus Typ 2
- in der Regel auch bei sehr hohem BMI durchführbar
- langfristige Besserung zahlreicher Folge-Erkrankungen der Adipositas
- Sie benötigen lebenslang zusätzliche Vitamin- und Mineralpräparate
- Eine Spiegelung von Restmagen, Zwölffingerdarm und/oder der Gallengänge ist nicht mehr möglich
- Bestimmte Medikamente (zum Beispiel Verhütungsmittel) wirken möglicherweise nicht mehr ausreichend
Schlauchmagen
Vorteile:
- Trotz der starken Verkleinerung des Magens bleibt der normale Weg der Nahrung erhalten
- Mangelerscheinungen (Vitamine/Mineralien) zeigen sich seltener, eine lebenslange Nahrungsergänzung ist allerdings angeraten
- Eine Magenspiegelung ist weiterhin problemlos möglich
- Die Operation ist nicht umkehrbar
- Komplikationen wie Nahtundichtigkeiten oder Fisteln sind schwieriger zu behandeln als beim Magenbypass
- Ausgeprägtes Sodbrennen kann auftreten
Gut zu wissen
Die Adipositas Klinik der Schön Klinik Hamburg Eilbek ist von der DGAV (Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie) zertifiziert und eine von bundesweit vier Einrichtungen, die als „Exzellenzzentrum für Adipositas- und metabolische Chirurgie“ die höchste Zertifizierungsstufe und damit den höchsten Qualitätsnachweis erhalten haben. Hier können Sie auf hohe Qualitätsstandards in Behandlung, Ausstattung und Nachsorge vertrauen.
Langfristige Nachsorge
Da Adipositas eine chronische Erkrankung ist, entscheidet eine regelmäßige jahrelange Betreuung mit über den Erfolg Ihrer Operation. Diese Nachsorge hilft auch, mögliche Mangelerscheinungen oder körperliche wie seelische Probleme rechtzeitig zu entdecken.
Letztere können zum Beispiel durch eine Wiederkehr oder Zunahme einer Essstörung, eine Depression oder andere psychische Belastungen begründet sein und oft eine Gewichtswiederzunahme begünstigen. In diesen Fällen besprechen wir mit Ihnen, ob eine ambulante psychiatrisch/psychotherapeutische oder stationäre psychosomatische Behandlung in die Gesamttherapie eingebunden werden sollte.
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